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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
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J. F. Radinger.

Ich erfuhr aber von diefem entlegenen und ftets kalt gebliebenen Keffel erft lange nach Schlufs der Ausftellung und habe ihn nie gefehen.

Der Belleville- Keffel.

J. Belleville's& Comp. ,, unexplodirbare" Dampfkeffel find wohl fchon länger und hauptfächlich feit der Parifer Ausftellung her bekannt, und nachdem fie in deren officiellem öfterreichifchen Berichte in hervorragenderer Weife behan­delt erfcheinen, fo würde hier wenig mehr zu fagen erübrigen.

Doch waren einige Aenderungen in der Anordnung und den Einzelnheiten gegen dort zu bemerken, und die Mehrzahl jener artigen Daraufgaben durch neuere erfetzt, welche bei franzöfifchen Conftructionen fo üblich find.

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So unterfcheidet fich das Modell 1872" von den früheren durch die aus. fchliefsliche Verwendung von geraden Röhren, während in Paris noch aus dop­pelter Länge abgebogene vorkamen.

Die Zufammenftellung der Rohre zu einzelnen von unten nach oben ziehen< den Spiralen, welche nur an den beiden Enden durch Speife- und Dampfrohr mit den Nachbarrohren in Verbindung treten, und die Dimenfionen erfuhren keine wefentliche Aenderung. Ihre Kupplungsftücke, U- Kappen, aus hämmerbarem Gufse, in welche die Rohre mit Gegenmutter- Ring eingefchraubt find, und welche die Reinigungsöffnungen in der Rohrachfe mit ihren aufgefchliffenen, durch einen Innenbügel gehaltenen Vorlegdeckel enthalten, blieben fich gleich. Dafür war aber die Ausrüftung völlig geändert.

In Paris folgte bei diefen Keffeln ein Dampftrockner, ein Dampfüberhitzer und ein Dampffammler übereinander; hier mündeten die einzelnen Heizfchlangen wohl auch in ein Querrohr, aber der Dampf zog, demfelben durch ein einfaches Gabelrohr entnommen, direct feiner Verwendung zu.

Jene Keffel, welche kalt in der Mafchinenhalle ftanden, waren noch mit einem durch Centrifugalkraft wirkenden automatifchen Wafferfcheider verfehen. ( Der Keffeldampf wird tangirend in ein rundes Gehäufe geleitet, aus deffen Mitte fein Rohr weiter führt, während das an die Wand gefchleuderte Waffer durch den offenen Condenfationswechfel fliefst.)

In Paris ward die Speifung durch jenen automatifchen Speife- Apparat von. Houget& Tefton in Verviers beforgt, welcher mit 4 Schwimmern, 6 Hebeln, Ventilen und einer Anzahl Ausrückungs-, Führungs-, Häng- und anderer Stan­gen, Klinken, Hähne etc. arbeiten und zugleich Waffermeffer fein foll. Diefer Apparat erfchien auch diefsmal vom obigen Haufe in der Mafchinenhalle aus­geftellt, aber die Belleville- Keffel wurden auf eine einfachere" Art automatiſch gefpeift.

Seitlich des Keffels ftand nämlich ein weiter Gufscylinder und mit deffen Waffer- und Dampfraum in Communication. Er enthielt einen aufsen durch Gewichte balancirten Schwimmer, welcher die fortwährend gehende Speife. pumpe entweder mit dem Keffel oder dem Ablauf in Verbindung fetzte oder auch eine Alarmpfeife öffnete, falls die Pumpe nicht nachkommt oder verfagt.,

Ferner war hier der Keffel mit einer automatifchen Vorrichtung zur felbft. thätigen Stellung des Rauchzug- Schiebers verfehen; der Dampf- Wafferdruck wirkte nämlich mit einem Kolben auf eine unterftellte Spiralfedei, und die von Hand eingedrehte Kolbenftange griff das kurze Ende eines hochliegenden, 2'4 Meter meffenden Hebels an, deffen langes Ende das Regifter fenkte, wenn der Dampf­druck ftieg, aber bei deffen Fallen hob.

Dafs diefe Apparate alle unveriäffig find, und den einfachen Mann, der als Heizer bei folchen Keffeln fteht, entweder einfchläfern, wenn ſie wirken, oder verwirren, wenn sie es nicht thun, beftreitet wohl Niemand.