Die deutfchen Keffel.
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fie zu dem Waffervorwärmer oder in die Effe gelangen. Diefs wird durch das neue deutfche Regulativ geftattet oder es wird vielmehr faft darauf hingewiefen, indem es ausdrücklich eine wafferbefpülte Keffelfläche von mindeftens zwanzig Mal der Roftfläche verlangt. Folge deffen werden, nachdem diefs erfüllt, die den Dampfraum umfchliefsenden Keffeltheile der Wärmewirkung preisgegeben und fo zur Arbeit herangezogen, während diefelben Theile in den englifchen Keffelhäufern unbedeckt an der Luft liegen und Wärme ausftrahlen.
Ausgeftellt waren:
2 Keffel von der Carlshütte bei Rendsburg( Meyn's Keffel).
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Pauckfch& Freund in Landshut a. W.
Jean Affolter in Chemnitz.
Dingler in Zweibrücken, fämmtlich im Betriebe. Bergmann in Hattingen an der Ruhr.
W. Fitzner in Laurahütte, und
F. Schmidt in Halle, welch' letztere kalt und ohne Mauerwerk vor dem Keffelhaufe oder im landwirthschaftlichen Hofe lagen.
Sämmtliche Keffel waren Röhrenkeffel und fo vollkommen fie alle in der übrigen Conftruction und der gefammten Ausführung waren, fcheint es mir doch, dafs alle an dem Gattungsübel der Röhrenkeffel, den beengten Rohrquerfchnitten, litten.
Der Meyn'fche Keffel.
Die Gefellfchaft der Holler'fchen Carlshütte bei Rendsburg fandte zwei ihrer J. C. C. Meyn'fchen Patent- Hochdruck- Dampfkeffel.
Diefs find verticale innengeheizte Apparate, welche durch ein doppeltes Röhrenfyftem eine ungewöhnlich grofse Feuerfläche bergen. Jeder beftand aus einem ftehenden cylindrifchen Aufsenkeffel von 2.32 Meter Höhe und 1825 Meter Durchmeffer, welcher oben einen Dampfdom von 1067 Meter Weite trug.
Eine fchwach conifche Feuerbüchfe enthielt unten der Roft, welcher nach
aufsen verlängert war und als Vorfeuerung fchlofs.
Die Feuerbüchfe hatte unten 75 und oben, wo fie in eine Erweiterung, in die Rohrkammer mündete, 61 Centimeter Durchmeffer. Letztere war o 74 Meter hoch und ihre Wand ftand um circa 8 Centimeter von der des Aufsenmantels ab.
Sie war oben mit einer kreisrunden Decke gefchloffen, über welche das Waffer ftand und von welcher zweierlei Rohre ausgingen.
Die einen erhoben fich nahe des Randes diefer Decke, durchfetzten den Wafferraum und mündeten an dem oberen horizontalen Keffelboden rund um den Dom.
Die anderen fenkten fich von der Decke zum ringförmigen Boden der inneren Rohrkammer nieder und waren waffergefüllt.
Die erften, die Feuerrohre 64 an der Zahl, hatten 63 Millimeter Durchmeffer o 78 Meter Länge und ftanden in einer einzigen zickzackförmigen Kreislinie. Die letzteren, die Wafferrohre, waren keilförmigen Querschnittes und ihrer 70 ftanden derart eng in der Rundung, dafs nur eine Spalte zwifchen ihnen blieb, welche 9 Millimeter innen und II Millimeter aufsen mafs.
Das Feuer aus der Feuerbüchfe kommend, mufste nun durch diefe 70 Spalten zwifchen dem Keilrohre hindurch, wobei es fein zertheilt an deren Wafferwänden vorbeiftrich; darauf verliefs es durch die runden Rohre den eigentlichen Keffel und trat in einen Mantel, welcher den Dom umgab.
Diefer Mantel ging oben in den direct aufgefetzten eifernen Schornftein über und die Feuergafe konnten auf ihrem Wege dahin noch den Dampf trocknen, 3*