Dokument 
Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen

34

J. F. Radinger.

welchen der Dom enthielt. Aufserdem war aber das kupferne Dampfrohi in einer dreimaligen Windung um den Dom gelegt und fchlofs erft aufserhalb des Mantels mit dem Ventil, fo dafs auch noch der abziehende Dampf der letzten Wärme­wirkung ausgefetzt wurde.

bar Diefs ift ziemlich wichtig, indem hier wie bei allen Stehkeffeln die Waffer­Spiegelfläche, aus welcher die Dampfblafen entſteigen, klein im Verhältnifs zur Heizfläche wird und das mechanifche Mitreifsen von Waffer bedeutender auftritt als dort. Hier, wo die Heizfläche 35 Quadratmeter, die Waffer- Spiegelfläche 2:42 Quadratmeter beträgt, müffen circa per Stunde und Quadratmeter Waffer­fläche 300 Kilogramm Dampf austreten, während bei einem einfachen Cylinder­keffel bei gleicher Heizung nur 50 Kilogramm die Wafferfläche durchbrechen. ( Bei einem Verfuche wurden bis 46.8 Kilogramm Dampf per Quadratmeter Heiz­fläche oder 660 Kilogramm per Quadratmeter Waffer- Spiegelfläche erzwungen, wobei natürlich ein Vergleich mit der verbrannten Kohlenmenge unzuläffig wird.) Durch diefe gefammte Anordnung ward aber nun eine bedeutende Heiz­und Trockenfläche auf einer kleinen Bafis gewonnen, eine lebhafe Waffer­circulation ermöglicht und genügend trockener Dampf erzeugt.

Das Innere des Keffels ift leicht zugänglich und die Rohre, welche ftets nur in einer Reihe ftehen, können bequem vom Keffelfteine befreit werden, während fich unten ein weiter Raum dem Schlamme zur Ablagerung bietet.

Was die Ausführung der Keffelfchmied- Arbeit betrifft, fo zeigten diefe Keffel vielleicht das Vollendetfte, was die Ausftellung in diefer Hinficht bot.

Die Feuerbüchfe war gefchweifst und die Kanten, welche theilweife wegen des Ueberganges in die Vorfeuerung ftark gewundenen Linien folgten, durch­wegs aufgebogen.

Die Niethungen der 10 und 12 Millimeter dicken Bleche, welche an allen nicht dem Feuer ausgefetzten Stellen doppelt und in der Regel mit hydraulifchem Drucke hergeftellt waren, zeichneten fich durch befonders grofse, breitfaffende Köpfe aus, deren richtiger Faferflufs( aus einigen durchfchnittenen und geätzten Stücken erfichtlich) die Bedenken entkräfteten, welche man vom Stande der Hand­arbeit gegen folche Formen hegt. Uebrigens bemerkte man um jeden Niethkopf noch einen breiten Rand als Spur des Stempels und in durchſchnittenen Näthen unterfchied man keinen Uebergang von einem Blech ins andere, fondern fie erfchienen wie aus einem Stücke gewalzt.

Die keilförmigen Wafferrohre von 5 Millimeter Wandftärke erfchienen im Querfchnitte nach Bögen von 19 und von 22½ Millimeter Aufsenhalbmeffer an den fchmalen Enden begrenzt und hatten 150 Millimeter Höhe zwifchen deren Scheiteln. Die Seitenwände waren nicht flach, fondern gewellt und boten den Anblick, als ob fie durch ein weitgeftelltes Zahnräder- Paar( von 30 Millimeter Theilung) hindurchgegangen wären, wenn auch ihre Herftellung mittelft hydrau­lifchen Verticaldruckes erfolgte.

Ihr Einpaffen in die Rohrwände foll mittelft dreier Keile durch hydraulische Preffung gefchehen, und angeblich foll nie eine Reparatur dort nöthig werden, indem ein Durchbrennen diefer Rohre nicht eintreten kann, deren federnde Bewegungen durch die Druck- und Wärme- Einwirkungen das baldige Abfpringen des Keffelfteines bewirkt.

Die rundlaufenden Niethungen am Aufsenkeffel und Dom waren mit breiten Bändern vermittelt; wohl nur zu dem Zwecke, um dem ganzen Aufbau mehr Stabilität zu fichern. Ferner ift ein reichliches Eck- und Bodenverfteifungs- Syftem eingebracht, deren Anker und Bleche faft des Guten zu viel fein dürften.

Die Reinigung ging leicht von Statten. Auf der fchwach gewölbten Decke der Innenkammer ftanden eine centrifche und acht eng gefchloffene fegment­förmige Schaumtaffen mit kurzen Füssen und in die mittiere gefchah die Speifung