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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
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J. F. Radinger.

0 40 Meter lang und 26 Rohre von je 50 Millimeter Weite zogen 18 Meter entlang Die Heizfläche rechnet fich hieraus 9 Quadratmeter, wovon die Roftgröfse 1/34 beträgt. Der Rohr- Querfchnitt bot 15.3 des Roftes.

Auffallend waren die faft 2 Meter langen S- förmig gebogenen Belaftungs hebel der Sicherheitsventile, deren Gehäufe in brandrother Farbe prangten.

Die Reading Iron Works ftellte Locomobile aus, welche der Niethungen in der Feuerbox gänzlich entbehrten, indem dort die aufgebogenen Lowmoorbleche an ihren Stöfsen durchwegs gefchweifst waren.

Der cylindrifche Rauchkammer- Mantel war doppelt und der Zwifchen raum diente als Vorwärmer des Speifewaffers. Dort foll es auf 100 Grad Celfius erwärmt werden, und die Firma behauptet, dafs ein bei einem Preisheizen errun­gener Erfolg( 108 Kilogramm Kohle per Stunde und gebremften Pferd) hauptfäch­lich von diefer Vorwärmung abhängt.

Stephen Lewin in Poole Dorfet. Diefe Locomobile fiel durch die fcan­dalöfe Rohheit ihrer Ausführung auf.

Robey& Comp. in Lincoln. Die Patent"-Locomobilkeffel diefer Firma haben die Seitenwände der Feuerkifte unter Roft und Afchfall verlängert und die Wafferwand reicht noch horizontal unter demfelben hindurch. In diefem tiefft­liegenden grofsen, keiner Heizung mehr ausgefetzten Raume fammeln fich Schlamm und Steinfplitter, werden durch den Ablafshahn leichter ausgeblafen und derart fcheinen die Heizbleche bei fchlechtem Waffer, wofür diefes Detail beftimmt ift. beffer gefchont als fonft.

Die Heizthür- Oeffnung war ganz durch das ausgetriebene Vorderblech der Feuerkifte gewonnen und der Afchfall mündete mit einem Winkelringe. Die Boden. wände waren flach und lelbftverftändlich mit Stehbolzen verfehen.

Die Speifewaffer- Vorwärmung durch directenAbdampf eines der Sicherheits­ventile unter Kappe mit Vorhängefchlofs und die übrige Ausrüftung ftimmten ganz in die Mehrzahl der übrigen Locomobile.

Rufton Proctor& Comp., Lincoln. Die Locomobile diefer Firma zeigten die gewohnten guten Verhältniffe englifcher Keffel. Eine reichliche Heizfläche ( 20 bis 18 Quadratmeter per Pferdekraft), Roftfläche 1/30 der Heizung und Rohr­Querfchnitt 1 des Roftes find auch hier normal.

Ein zehnpferdiger Keffel( Nr. 2937) hatte eine 0.87 Meter breite, o 68 Meter lange Feuerbüchfe und 32 Rohre, deren jedes 72 Millimeter weit und 2:13 Meter lang war. Die Heizfläche berechnet fich daraus zu 18 Quadratmeter und die Ver­hältniffe finden fich oben angeführt.

Diefe Keffel haben nur 3% Atmoſphären als Maximaldruck beftimmt, welchem die 8 Millimeter dicken Bleche des 0.84 Meter weiten Cylinders reichlich widerftehen. Der vordere Sicherheitsventil- Hebel ift aus Bronze, während die directe Belaftung eines zweiten Sicherheitsventiles im Keffelinnern hängt.

J.D. Garett, Buckau bei Magdeburg. Diefe Locomobilen zeichneten fich, was den Keffel betrifft, dadurch aus, dafs weder beim unteren Abfchluffe des Heiz­mantels, noch bei der Feuerthüre ein eingenietheter Kranz- oder eine Winkel­eifen- Verwendung vorkam, fondern die Blechränder je bis zur halben Entfernung einander zugetrieben und direct verniethet waren.

Eine Krebsplatte mit Kreisflanfch gegen den Cylinderkeffel und aufgeboge­nen Borden gegen die Kifte zu zeugte gleichfalls von gefchickter Keffelfchmiedung, indem die kleineren Dimenfionen ftärkere relative Faferftauungen und Streckungen verlangen. Zwei Eck- Zugftangen gingen vom Cylindertheile zur Stirnplatte und entiafteten die gebogenen Kanten der Krebswand.