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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
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J. F. Radinger.

Längsachfe ofcillirend gefchüttelt, wodurch die Afche durchfällt und die Kohle nach abwärts gleitet. Oben ift aber ein Fülltrichter mit Stellfchieber, durch wel­chen das Material fich erfetzt. Die Schlacke fammelt fich endlich unten auf einem Kipprofte. Dabei kommt kein Oeffnen einer Heizthüre vor, aber fchliefsbare kleine Schaulöcher geftatten den Verfolg des Feuers.

Der Bolzano- Roft, der ähnlich wirkt, erfcheint fchon oben bei den Bolzano- Tedesco- Keffeln befchrieben, nachdem er diefer Firma eigenthümlich ift.

Von neueren Heizapparaten waren nur noch drei ausgeftellt:

F. A. Grüner's Dampfkeffel- Feuerung( Oederau in Sachfen) befteht aus einem fchwach muldenförmigen Rofte mit querliegenden Roftftäben, welcher durch einen feitlichen Fülltrichter und Füllftollen befchickt wird. In dem langen Füllftollen foll die Kohle vorgewärmt werden und keine kalte Luft in den Keffel kommen, wenn jene vorgeftofsen wird.

Aufser diefer feitlichen Füllöffnung befindet fich aber noch eine Thüre in der Stirnwand zum Schlackenputzen. Diefe kann nicht geöffnet werden, ohne den Rauchfchieber bis auf eine ganz fchmale Oeffnung( 2 Centimeter) zu fchliefsen, indem der Thürkegel eine Rolle trägt, um welche die Regifterkette gefchlungen ift. Diefe Rolle wird nicht direct, fondern durch eine feintheilige leicht lösliche Klauenkuppelung mitgenommen, wodurch die Verftellbarkeit des Schiebers von Hand aus gewahrt bleibt.

Das Kohlenerfparnifs foll dabei laut Profpect ,, bis 30 Percent mindeftens" betragen.

Dillwyn Smith'fcher felbftthätiger Feuerungsapparat. Im deutfchen Keffelhaufe war von den Patenterwerbern Pieper& Heine in Dresden ein völlig neuer Feuerungsapparat aufgeftellt, mit welchem eine hohe Erfparnifs, aber nicht durch befonders höhere Ausbeute des Heizmateriales, fondern durch die Verwendung desfelben in deffen billigfter Form der Staubkohle erzielt werden foll.

Der Apparat befteht aus einem flachen gufseifernen Kaften, welcher ober der mit Spaltfchieber verfehenen Heizthüre an den Feuerraum mündet. In diefem Kaften drehen fich rafch zwei Kreisplatten, deren je vier angegoffen niedrige, radiale Flügelrippen den Kohlenftaub ins Feuer fchleudern, welches fich aus den niederfallenden gröfseren Theilchen vom Rofte aus entwickelt. Die Verbren­nung des Staubes gefchieht alfo in jener heifsen Luft, die für die liegende Schicht überflüffig durch die Roftfpalten kommt, und foll Folge deffen ziemlich vollſtändig und rauchfrei vor fich gehen.

An anderen Beftandtheilen enthält der Apparat noch einen feitwärts ftehenden Fülltrichter, aus dem der Kohlengries in ein weites, horizontales Gufs­rohr finkt, in welchem fich eine Fortbewegungsfchraube langfam dreht. Das Rohr mündet oberhalb zwifchen den beiden Schleuderplatten und diefe ftreuen den Staub über die Gluth. Die zugeführte Kohlenmenge läfst fich auf doppelte Art reguliren; erftens ift die Weite der Einfallsfpalte mit einem Schieber verftellbar, und zweitens erfolgt der Antrieb der Speifefchnecke mittelft Schraubenrad und einem Riemen- Conuspaare von einer verticalen Haupt- Antriebswelle aus.

An dem Fufse der letzteren fitzt nämlich die eine Schleuderplatte, während die andere durch einen gekreuzten Riementrieb oben mitgenommen wird. In ihrer halben Höhe trägt aber die Welle einen nach aufwärts zulaufenden Riemenconus, von welchem der Riemen zu jenem abwärts fpitzen Conus führt, der auf der Verticalwelle des Wurmrades fitzt. Diefer greift in das Zahnrad der Zubringungs­fchnecke ein, deren Tourenzahl oder Leiftung fich nun durch Verfchiebung des Riemens an dem Conus in weiten Grenzen ändern läfst.

Die Schleuderteller hatten ungefähr je 350 Millimeter Durchmeffer und 30 Rippenhöhe. Ihre Achfen waren circa 380 Millimeter von einander entfernt Das Gufsrohr, in welchem die( gufseiferne) Schnecke ging, hatte 200 Millimeter