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Dampfkessel : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger
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Die Heiz- und Sicherheitsausrüftung der Keffel.

Die Heizapparate.

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Weitaus die meiſten Heizungen der Keffel gefchehen auf dem ebenen nor­malen Rofte, deffen Einfachheit nichts und deffen Wirkungsweife bei entſprechen. der Conftruction und Wartung nur wenig zu wünfchen übrig läfst.

Gute( manchmal auch nur complicirte) Roftconftructionen oder folche, welche ihre Befchickung nur auf rationellere Art zulaffen als es der gröbfte Unver­ftand will, werden von ihren Erfindern meift ,, rauchverzehrende" genannt. Der­artige waren auch mehrere in der Ausftellung zu finden, und wenn auch wo immer fie im Gange waren das Epitheta getrübt erfchien, fo foll doch nicht beftritten werden, dafs fie unter gewiffen Verhältniffen der Empfehlung werth fein können.

In der Ausstellung waren mehrere folcher Rofte im Betriebe, aber ver­gleichende Verfuche wurden nicht vorgenommen, obgleich es bei einer guten Zahl von Keffeln, welche je in zwei congruenten Exemplaren vorlagen, um fo leichter möglich gewefen wäre, als auch der Dampfverbrauch( z. B. für den Pumpenbetrieb} conftant zu erhalten war.

Andere folcher Heizapparate lagen kalt und liefsen einen Schlufs auf ihre Wirkung noch fchwieriger zu.

Jene nachträglichen Einleitungen frifcher oder erwärmter Luft in den Ver­brennraum oder die Züge, welche manchmal verfucht wurden und die fich gleich­falls, Rauchverbrennungen" benennen, kamen auf der Ausftellung gar nicht vor.

Die Planroft e. Um der Kleinkohle bei dünnen Spalten und langen( ftarken) Stäben dennoch genügende Luft zuzuführen, ift die Verwendung der Querfpalten mit feitlich angegoffenen Kämmen ein bewährtes Mittel. Hier werden öfter zwei bis drei Stäbe zufammengegoffen, welche entweder fämmtlich oder deren nur einer( dann der mittlere) die aufliegende Laft der Kohle trägt. Um die Roftftäbc kühl zu halten, find fie manchmal mit Afchenrinnen, Querfchnitten oben oder mit Fenfterungen in der Mittelhöhe verfehen. Erfteres war beim amerikanifchen Keffel der Fall, deffen ganz maffive einfache Roftbarren 15 Meter lang und oben 25 Milli­meter dick waren. Ueber den Nafen erhielten fie 40 Millimeter Breite, fo dafs die einzelnen Spalten 25 Millimeter Luft boten und nur für grobe Kohle pafsten.

Die Querfpalten etc. waren bei den englifchen und deutfchen Roften häufig verwendet, deren Stäbe meift o 6 bis o 8 Meter lang waren und Breitfpalten von 10 Millimeter Luft frei liefsen. In Oefterreich find fie gleichfalls häufig verbreitet, wo fie nach dem Patentträger Zoder" benannt werden.

Die Roftftäbe von Brüder Nobak& Fritze in Prag( ausgeftellt in der landwirthfchaftlichen Abtheilung) beruhen auf gleichem Principe, nur ftehen die Seitenkämme nicht fenkrecht, fondern beiderfeits unter circa 60 Grad vom tragen­den Längsftabe weg. Aehnlich dem erften find auch fie für die geringfte Klein­kohle brauchbar und follen noch den Vortheil haben, dafs die Schürftange leich­ter die Schlacken abfchneidet, aber dennoch die Zähne des Roftes beffer fchont. Für Kleinkohle ift ferner die Verwendung ganz einfacher dünner Stäbe, welche dann nur kurz fein können, in ziemlicher Verbreitung. Sie bieten bis 5 Millimeter weite Spalten, aber weil die Roftfläche viele folcher Stäbe verlangt, kommt fie leichter in Unftand, als wenn fie aus weniger, aber zufammengegoffenen ftärkeren Stäben mit Querfugen befteht. Die dünnen, einfachen Stabe waren unter Anderem beim Dingler- und beim Sulzer- Keffel zu finden, wo fie( beim letz­teren) diefer Bericht befchreibt.

Schiefe Rofte werden für Dampfkeffel- Feuerungen wenig mehr ver­wendet und waren in der Ausftellung nur unter öfterreichiſchen Keffein zu finden. Jener im öfterreichifchen Keffelhaufe bei G. Sigl war der Zeh'fche Schüttelroft, deffen Längsftäbe nach einem kleineren Winkel, als derBöfchung des Kleinmateriales entſpricht, geneigt liegen. Durch eine von der Speifepumpe getriebene Trans­miffion oder von der Hand des Wärters werden fie nun zeitweilig leife um ihre