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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
Entstehung
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Keffelarmaturen.

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Der ganze Apparat ift nicht gröfser als die übrigen gewöhnlichen Mano­meter und auch in feiner äufseren Form denfelben gleich. Das Uhrwerk kann auch ausgefchaltet und der Manometer allein benützt werden.( Derfelbe koftet 150 Francs.)

Die Firma C. W. Julius Bancke& Co. in Merfeburg hatte in der deutfchen Abtheilung einen ganz ähnlichen Apparat; ftatt jedoch das Uhrwerk im Manometer felbft, hat derfelbe eine horizontale Walze, von dem feitlichen Uhrwerke bewegt, auf welcher das Papierblatt, in horizontalen und fenkrechten Colummen getheilt, in einem feparaten Gehäufe aufliegt. Der indicirende Stift wird mittelft Hebel vom Zeiger des Manometers geführt. Manometer, Uhr und Walzengehäufe find wieder in einem grofsen Gehäufe oder aber beide auf eine Tafel befeftigt.

Schäfer- Budenberg hatte in feiner fehr hübfchen Ausftellungscollection. ebenfalls ,, Federmanometer mit graphifcher Darftellung des Druckes," u. zw. den Manometer mit Plattenfeder, bis zu 20 Atmoſphären, über diefe mit Bourdon'fcher Röhre( hartgezogene Metallcompofitionen, Silber, Gufsftahl).

Die Papierwalze, die vertical geftellt ist, wird entweder von einem feparaten Uhrwerke, einmal in 12 Stunden um ihre Achfe gedreht, oder ohne die Stundenuhr durch einen Schlitzhebel, welcher mit irgend einem bewegenden Theile der Keffel­fpeife- Pumpe etc. verbunden wird, in drehende Bewegung gebracht.

Bei erfterer Einrichtung ift die Stunde, bei letzterer der Pumpenhub etc.

die Zeiteinheit, in welcher die Spannungen aufgezeichnet werden.

Die Bewegungsübertragung von dem Schlitzhebel der letzteren Art gefchieht, indem derfelbe beim Hingange in verticaler Ebene ein Sperrwerk und eine damit verbundene Schraube ohne Ende, welch' letztere in eine Schnecke greift und fo die die Walze tragende Welle zur Umdrehung bringt, bewegt.

Der verfchiedenen Angriffsrichtungen der bewegenden Mafchinentheile wegen ift diefer Schlitzhebel in verticaler fowohl als auch in horizontaler Ebene drehbar. Der Zeichenftift ift bei beiden Arten durch Hebelüberfetzungen von der Zeigerwelle des Manometers, mit Hilfe von Gegenlenkern in verticaler Richtung auf- und abbewegt.

Der Papierftreifen zur Aufnahme des Diagrammes ift in Horizontal colum­men, welche mit dem Drucke, und in Vertical colummen, welche mit der Zeit correfpondiren, eingetheilt.

Der developpirte Papierftreifen zeigt das Diagramm bei conftantem Drucke als gerade horizontale Linie.

Uhr und Manometer find auf einer Platte von circa 45 Centimeter Breite und 25 Centimeter Höhe fymmetriſch rechts und links, die Papierwalze mit den Gegenlenkern und Zeichenftift oberhalb zwifchen beiden angeordnet, angebracht.

Solche waren bis zur Indicirung von 600 Atmoſphären ausgeftellt und fertigt diefe Firma, diefe bis zu 2000 Atmoſphären als Hydraulikmanometer, für hydraulifche Preffen etc. an.

( Der Preis beträgt 100 Thaler.)

Die Queckfilbermanometer.

Diefe fcheinen fo ziemlich für den praktiſchen Dienft ein überwundener Standpunkt geworden; die in der Natur derfelben liegende höchft unbequeme und unpraktiſche Höhe, die leichte Verunreinigung und Gebrechlichkeit der Röhre, die Oxydation des Queckfilbers etc. find alle Factoren, die diefelben blos zu wiffenfchaftlichen Unterfuchungen und Richtigſtellung, Rectificirung aller anderen Manometer etc. in ruhigen Räumen brauchbar machen. Aus den Keffel­häufern find fie theils fchon ganz verbannt, theils im Zuge, es zu werden.