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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
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Federn fich zufammenziehen.

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Victor Novelly.

Es entſteht nun, da der Zeichenftift ebenfalls

nieder geht, eine fchiefe gerade Linie.

Hebt fich die Dampffpannung, fo bleibt die Papiertrommel ftehen, der Stift geht in die Höhe und befchreibt eine gerade verticale Linie.

Bei conftantem Dampfdrucke ift der ganze Zeichenapparat in Ruhe.

Das fo erhaltene Diagramm ift continuirlich und zeigt die Spannungen

des Dampfes ohne Rückficht auf die Zeit an.

An demfelben Inftrumente war auch noch ein regulirbares Allarmfignal angebracht, welches bei erreichter Maximalfpannung des Dampfes von der Mano­meterfeder aus durch ein Hebelwerk ein, refpective ausgerückt wird.

Der ganze Apparat ift in einem circa 20 Centimeter breiten, 25 Centimeter langen und 10 Centimeter tiefen, verfchliefsbaren, mit Glasdeckel verfehenen Metallgehäufe.

Der Dampfeinlafshahn ift innerhalb des Gehäufes, um einem willkürli­chen Abfperren desfelben vorzubeugen.

Bedeutend einfacher war der von John Dewrance& Comp. in London, im englifchen Keffelbaufe in Thätigkeit, ausgeftellte Manographe". Derfelbe, in einem Mahagoni- Holzgehäufe, hatte diefelben Dimenfionen wie der frühere. Der Manometer war ein gewöhnlicher mit Bourdon- Röhre, wobei jedoch diefelbe in einem eigenen, fehr ſtarken, vollkommen dichten Gehäufe eingefchloffen war, um bei eventuellem Platzen derfelben den übrigen Mechanismus nicht zu befchädigen. Statt des gewöhnlichen centrifchen Zeigers ift derfelbe hier excentrifch in Form einer Alhidade, deren Limbus das am unteren Theile befindliche Kreis­fegment mit der Atmoſphärenfcala war.

Das Ende des Zeigers ift gegen innen zu eingebogen und bildet das Auge zur Aufnahme des Zeichenftiftes, der wie früher fenkrecht auf die Verticalebene des Zeigers fteht. Durch einen Rechen, von dem Mechanismus der in der Mitte des Gehäuſes befindlichen Uhr bewegt, wird der Stift in gleichen, fehr kurzen Zeit Zwifchenräumen auf die, ebenfalls vom Uhrwerke gedrehte, horizontale, mit in Atmoſphären und Stunden eingetheilten farbigen Papierftreifen umfpannte Trommel angedrückt und abgehoben.

Es entſtehen nun dadurch fchwarze, dicht angereihte Punkte, welche das Dampffpannungs- Diagramm geben. Die Papiertrommel dreht fich in 24 Stunden einmal um ihre Achfe und mufs fodann der Papierftreifen( Hülfe) erneuert werden. ( Der Preis diefes Apparates war mit 250 Francs angegeben.)

Der conftructiv einfachfte derartige Apparat war der von Bourdon in der franzöfifchen Abtheilung ausgeftellte Nouveau Manomètre enregistreur bei Beibehaltung der früher erwähnten elliptifchen Gehäufeform mit fpiralförmig gebogener Röhrenfeder und fixem Zeiger an derfelben. Symmetrifch zur oberen kreisrunden Oeffnung( für die Scala) befindet fich unten eine andere, welche das Uhrwerk enthält.

Der Zeichenftift mit dem Zeiger des Manometers bildet ein Stück, daher auch abfolut keine Uebertragungs- Vorrichtung nöthig.

Das Papierblatt ift kreisrund und in einer verticalen Ebene, auf der Achfe des Uhrwerkés befeftigt. Es dreht fich in 24 Stunden einmal um die Achfe. Dieses Blatt ift in concentrifche Kreife und radiale Curven getheilt,

die Kreife zeigen die Stunden, die Curven die Spannungen.

Ift z. B. während 24 Stunden fortwährend eine gleich hohe Spannung im Keffel, fo bildet das durch den Zeichenftift gezeichnete Diagramm einen vollſtän digen Kreis, deffen Radius der betreffenden Dampffpannung entspricht.

Hat jedoch der Dampfdruck während diefer Zeit variirt, fo entſteht dem entſprechend eine Abweichung von der Kreislinie, der Radius wird an der diefer Zeit entsprechenden Stelle verringert oder vergrössert.