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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
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Keffelarmaturen.

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Waffer nur dann durch das Gewinde läfst, wenn es offen; es hat daher nur einen Ventilfitz. Alle Theile waren aus Bronce. Die Ventile eingefchliffen, ohne jede Dichtung.

In England follen angeblich alle Locomotiven der North- Western- Bahn mit folchen Wafferftandsglas- Ventilköpfen verfehen fein.

Schwimmer zur Anzeige der Wafferſtände waren nur vereinzelt anzu­treffen, und wo folche gewefen, waren diefe meift mit irgend einer mehr oder weniger wirkfamen Allarmvorrichtung, Speifewaffer- Rufer, Warner etc. in Verbindung.

In der Anwendung diefer letzteren ift feit der letzten Parifer Ausstellung ein entfchiedener Fortfchritt zum Befferen gemacht worden. Während nämlich dort die meiſten Keffel mit derartigen Automaten überbürdet waren, waren die auf diefer Ausstellung vorgeführten Keffel, der Mehrzahl nach, von diefen wehkla genden Apparaten befreit und blos mit ihren normalen Ausrüftungsgegenständen verfehen.

Im Nachftehenden glauben wir der Berichterstattung diefer Objecte zu genügen.

Im Allgemeinen waren blos zwei Syfteme diefer Sicherheitsvorrichtungen refpective Wafferftands- Anzeiger anzutreffen, nämlich das Oeffnen, refpective Schliefsen eines Ventils( Pfeife) durch einen Schwimmer und die Anwendung leicht fchmelzbarer Metallpfropfen.

Unter den Apparaten des erften Syſtems nimmt entfchieden der von Schäfer­Budenberg conftruirte( Officieller Bericht der Parifer Ausftellung 1867) auch bei diefer Ausstellung den erften Rang ein.

Raven& Zabel in Quedlinburg hatten einen Univerfalapparat, der zu viel Waffer, zu viel Dampf und zu wenig Waffer durch die Pfeife anzeigen kann.

Die hohle Ventilftange durch den Ventilkonus gehend ift ober demfelben durchlöchert und in Communication mit der Dampfpfeife. Durch diefe hohle Stange führt ein anderer Stab, welcher die erftere unten durch einen Anfatz abfchliefst und am oberen Ende durch eine Feder ftets in diefer Stellung gehalten wird.

Die Schwimmerftange hat einen bügelförmigen Mitnehmer, welcher bei Hochwaffer beide Stangen nach aufwärts ftöfst und das Ventil hebt. Beim Sinken des Wafferftandes nimmt diefer Mitnehmer die innere Stange mit und läfst nun den Dampf in die hohle Ventilftange eintreten, von welcher diefer durch die Löcher derfelben zur Pfeife tritt. Diefer Apparat ift an und für fich recht finn­reich und compendiös conftruirt.

Ebenfalls auf dem Schwimmerprincip bafirend war der von derfelben Firma conftruirte elektro- galvanifche Wafferftandszeiger.

Die Schwimmerftange hatte zwei vorfpringende Metallftifte, welche mit zwei ifolirten, an der Schwimmerftangen- Hülfe befeftigten und der Batterie ver­bundenen Schrauben correfpondirten; beim Sinken, refpective Erheben des Wafferftandes berühren nun diefe Metallftifte die Schrauben und fchliefsen den Strom, der ein Läutewerk in Bewegung bringt. Zu hohe Dampffpannungen zeigt diefer Apparat auch an; zu diefem Zwecke find in ein Queckfilber- Manometer zwei ifolirte Leitungsdrähte in der entſprechenden Höhe angebracht. Bei dem zu hohen Steigen des Queckfilbers werden diefe berührt und der Strom gefchloffen.

Der Keffel der Compagnie Fives- Lille, hatte ebenfalls einen ähnlichen Wafferftandszeiger, deffen Einrichtung zu erforfchen uns leider nicht gegönnt

wurde.

Die Anwendung leicht fchmelzbarer Pfropfen,( Rofe'fches Metall) ift befon­ders in England beliebt und war fowohl in der Mafchinenhalle als auch an eng­

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