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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
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Schmiervorrichtungen.

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Noch ift anzuführen, dafs das Bogenrohr, das fortwährend mit Waffer ( Oel) gefüllt fein mufs, beim erften Ingangfetzen des Apparates ein für alle Mal mit diefem angefüllt werden mufs, da, fobald der directe Dampf in den Behälter gelangt, alle feine Dichtungen, die, wie bereits bemerkt, aus Leder beftehen, verderben, und der Apparat deffen Hauptbedingnifs, die durch Leder fo vorzüglich dauerhaft und leicht beweglich herftellbaren Liederungen, verlie­rend, wirkungslos wird.

B. Schmiervorrichtungen, welche blos beim Leergange der Mafchinen( ohne Dampf) Fett abgeben.

Es ift die Errungenfchaft verhältnifsmäfsig ganz kurzer Zeit, dass man fich vergewiffert dafs fich unter Dampfdruck bewegende Mafchinentheile der Loco­motive auch ohne c're befondere Schmierung mittelft Fettes gut erhalten, dicht bleiben und gleich hohen Effect erzeugen; Zeugnifs hiefür, dafs eine grofse Anzahl Locomotive beim Betriebe mittelft Dampfes thatfächlich ohne jede Fettintroduction functioniron und rur e folche bewirkt wird, wenn die Mafchine gezwungen wird, vermöge iurer während des Dampfganges aufgefpeicherten lebendigen Kraft auch ohre D: mpfeinwirkung fich weiter zu bewegen oder ftarke Gefälle zu über­winden e.c.

Auch die letzte Ausftellung beftärkte uns darin, indem mit ganz geringer Ausnahme ale exponisten Locomotive bereits mit derartigen Schmiervorrich­tungen verfchen ware., welche obigem Principe en.fprachen.

Unwillkürlich drängt fich uns hier die Frage auf, warum wir nicht des­gleichen mit unferen ftabilen Dampfmafchinen thun? Wesha'o find wir für diefelben in einem fortwährer den Kampfe mit uns felbft um einen recht, ausgiebigen" Schmierapparat von der in unzähligen Variationen auf den Markt gebrachten aus­findig zu machen?

Freilich last fich dem entgegnen, dafs die ftabilen Mafchinen meift mit trockenem Dampe arbeiten- oder follen- und dafs bei Locomotiven ftets fehr uaffer Drmp in die Mafchine ftrört das Schmiervermögen des Dampfes jedoch blos in diefem Zuftande in richtigem Mafse befteht.

Dom läfst fich aber erwidern, dafs einestheils die Anzahl der Mafchinen, welche mit facch trockenen Dämpfen arbeiten, eine verfchwindend kleine ift, andererfe is uns auch die Austellung die häufigfte Anwendung der alten Schmier­hähne zeigte, welche doch den Kolben die längfte Zeit feines Laufes ohne Fett laffen, indem derfelbe periodifch- von der Laune des Mafchinenwärters abhängig geöffnet wird, um e Quantum Fett einzulaffen, von welchem jedoch der Cylinder nach einem bis zwei Kolbenhüben durch den ftark gefpannten Dampf vollſtändig gereinigt wird. Es gehen daber unfere meisten Dampfmafchinen, trotz der kolof falen Oelverfchwendung, ohne andere Schmiere als die des Dampfes.

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Nur durch die Anwendung folcher Apparate, welche in dem erwähnten Zuftande des Leergebens den fich trocken reibenden Theilen felbftthätig Fett zuführen, kann diefer verfchwenderi chen Oelung vorgebeugt werden.

Auf der Austellung waren folche Schmiervorrichtungen nach A. Anfchütz, Kefsler und Zabel.

Der Anfchütz'fche Apparat, im Pavillon der k. k. ausschl. priv. Kaifer­Ferdinands- Nordbahn und an mehreren in- und ausländifchen Locomotiven aus­geftellt, beruht, wie in nebenftehender Figur im Vertical- und Horizontalfchnitt in halber Naturgröfse* gezeigt ift, auf dem Zweiventil- Syftem, wobei beide Ventile derart

* Unter Dampfdruck.