Dokument 
Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen

16

34

Victor Novelly.

dem Dampfraum des Schieberkaftens oder Cylinders in Verbindung fteht, dient zur directen Dampfeinftrömung einerfeits in die flexible Manometerröhre, anderer­feits in die Bohrung der Kolbenführung.

Die Communicationsröhre für den Dampf zur Kolbenbohrung hat ein kleines Schraubenventil zur Regulirung der Dampfeinftröm-, refpective Oelaus flufsmenge.

Durch die entſtehenden Dampffpannungswechfel wird der ftets mit Schmiermaterial umgebene Kolben durch die Bewegungen der Bourdonfeder auf- und abbewegt und bringt fo ein beftimmtes Fettquantum vor die mit dem Dampfe communicirende Röhre, von wo der nachftrömende Dampf dasfelbe mit fich in den Schieberkaften, refpective Dampfcylinder reifst.

Die diefen Schmierapparat austellende Eifenbahnverwaltung hebt eine befonders günftige Oelökonomi, bei diefen dort im Gebrauche ftehenden Appa­raten, in ihren Berichten hervor.

In der deutfchen Abtheilung hatte J. Sufenbeth in Frankfurt a/ M. eine ,, regulir bare felbftthätige Oelpumpe in Zeichrung und Modell aus­geftellt, welche ihrer Conftruction urd Anordnung nach von allen anderen Schmie vorrichtungen gänzlich abweicht.

Der eigentliche Oelbehälter mit feinem felbftthätigen Pumpenmechanismus ift ab eits von dem zu fchmierenden Cylinder, Schieber oder Dampfrohr an der Mauer des Mafchinenhaufes oder an fonft einem fixen kalten Mafchinentheile angebracht und durch ein einen Waferfack bildendes, die Oelabgabe beforgendes dünnes Kupferrohr, von diefem durch ein Schrauben ventil abfchliefsbar, ver­bunden.

Es ift demnach der Oelapparat nie vom Dampfe berührt und kommt deffen Wirkung auf den Pumpenmechanismus blos durch das denfelben von diefem abfchli sende, mit Oel gemengte Condenfationswaffer zur Geltur 3.

Der im Oelbehälter befindliche, mit, Lederliederungen" veehene Kolben ift durchbohrt und durch ein ebenfalls mit Lederdichtung verfehenes Druck­ventil, mittelft einer Spiralfeder an diefen angedrückt, abgefchloffen. Der Kolben wird ebenfo durch eine ftarke Spiralfeder ftets herabgedrückt gehalten.

Drückt nun der Dampf die Flüffigkeit im Bogenrohr( Wafferfack:) auf den Kolben fo fteigt derfelbe in eine nach Bedarf regulirbare( darci e Spirale) Höhe, um dann beim nächften Spannungswechfel durch die Feder herabgedrückt zu werden; hiebei faugt derfelbe ein gewiffes, durch die Hubhöbe bedingtes Quantum Oel nach und drückt diefes in das zu dem zu fchmierenden Mafchinen­theil führende Bogenrohr, aus deffen in den Dampfraum mürdendem Ende eine eben folche Menge abfliefst. An diefer Stelle befindet fich auch das friher erwähnte Abfperrventi'.

Die Oelfüllung gefchieht nach Löfung einer am oberen Ende der Oelvafe angebrachten Schraube.

Die Vafe ift fchliefslich durch einen die ganze Oberfläche derfelben ver­fchallenden Kelchdeckel, der auf diefe Weife die Doppelwandung bildet, fehr folid abgefchloffer.

Die Schmierdofe bildet daher in ihrer äufseren Form einen eine ganz glatte Oberfläche befitzeuden, oben und unten durch Ha'bkugelflächen abgefchlof­fenen Cylinder ohne Hähne, Ventile oder fonftige schrauben.

So complicirt der Apparat zu fein fcheint, ift derfelbe doch einfacher als mancher andere und in der That blos aus dem Saugkolben, dem Druckventil und den refpectiven Spiralfedern beftehend.

Die Oelbüchfe ift fehr grofs gehalten und aus fehr dünnflüffigem Roth­guffe hergeftellt; die fehr zweckmäfsige Gröfse hat neben dem, dafs ein oftmali­ges Nachfüllen vermieden wird, noch den Vortheil, dafs man von einem folchen Apparate mehrere Maſchinentheile( Zwillingsmafchinen oder Schieber und Kolben je für fich) mit Schmiere verfehen kann.