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Peter Zwiauer.
dem Dampfkolben fcheint das Harte des Kolbenwechiels vermieden zu fein. Was die Functionirung der Steuerung anbelangt, fo fagt ein Auffatz der englifchen Zeitfchrift Engineering, dafs, als die Pumpe mit 100 Pfund Druck im Windkeffel und im vollen Gange arbeitete, und man das Saugrohr plötzlich aus dem Waffer nahm, die Kolben die Cylinderdeckel nicht berührten. Jedenfalls arbeitete dann die Steuerung fehr exact, wenn durch eine fo plötzliche Entlaftung der Kolbenhub gar nicht irritirt wurde Bei der grofsen, vorerwähnten Dampfpumpe, welche für eine Kohlengrube hergeftellt wurde, ift im Allgemeinen genau diefelbe Anordnung vorhanden, nur find die beiden Theile des Schiebers getrennt, Ein- und Ausftrömung für beide Cylinderhälften gefchieden, aber das Steuerkolben Gehäufe in einem Stück. Defsgleichen find die Ventilköpfe zum Anfchrauben an den cylindrifchen Theil des Pumpenkörpers eingerichtet; fie enthalten je nur ein Ventil und find oben durch einen Deckel gefchloffen. Aus diefem Grunde find die Ventile leicht nachzufehen und leicht in Ordnung zu erhalten. Um die Bearbeitung zu erleichtern, ift fogar die Stopfbüchfe nicht an den Cylinder angegoffen, fondern durch Flanfchen mit demfelben verbunden. Sollte fich alfo der Cylinder fo ftark abgenutzt haben, dafs ein Nachdrehen nicht mehr möglich ift, fo kann man ohne grofsen Schaden den cylindrifchen Theil des Pumpenkörpers leicht erneuern. Auf der einen Seite der Pumpe find die Saugköpfe, auf der anderen die Druckköpfe befeftigt. Die gröfste Druckhöhe, welche mit diefen Pumpen erreicht wurde, beträgt 1140 Fufs englifch, das ift 347.5 Meter vom Saugwafferſpiegel bis zum Ausguffe gerechnet.
Diefe Druckhöhe entſpricht einer Wafferfpannung von 34'3 Atmoſphären, einer Gröfse, welche man bei den alten directen, einfachwirkenden Wafferhaltungsmafchinen nicht erreichen konnte.
Die Bergwerkspumpe, welche foeben befprochen wurde, finden wir in der Ausftellung noch einmal von A. Carr in New- York Norwalk Iron works, in Norwalk, Connecticut, nur mit dem Unterfchiede, dafs man die Federkolben- Dichtung, gegen eine von aufsen fichtbare von Stopfbüchfen auf Plungerkolben vertaufchte ( ein Princip, welches fehr oft bei der Ausftellung ausgeführt erfchien).
Der erfte Plungerkolben ift an der Kolbenstange des Dampfcylinders befeftigt und bildet in feiner Forfetzung den zweiten Plungerkolben. Die Mafchine nimmt felbftredend einen bedeutend gröfseren Raum ein; fie gewährt dagegen den Vortheil, dafs die fämmtlichen Dichtungen von aufsen beobachtet werden können, Diefe Pumpe war in Thätigkeit gefetzt und ging fehr ruhig; freilich hatte fie kaum 3 Fufs Saughöhe und nicht viel mehr Druckhöhe.
Was die Anwendbarkeit der Cameron'fchen Pumpe anbelangt, fo mufs gefagt werden, dafs fie durch die horizontale Stellung des Steuerkolbens, welche Bedingung für den Gang der Mafchine ift, viel daran verliert. Da es unbedingt nöthig ift, dafs die Steuerkolben horizontal liegen, was bei einer verticalen Stellung nicht der Fall fein würde, fo unternahm Herr A. Friedmann die Reconftruction, um den Pumpen eine möglichft kleine Grundfläche zu geben.
Bei der von Alexander Friedmann ausgeführten Pumpe ift der Steuerkolben horizontal, die Cylinderachfen vertical. Die Dampfcanäle gehen ganz wie fonft, nur gegen das Schiebergeficht zu verändern fie fich von einem Rechteck durch das Quadrat in ein Rechteck, welches fenkrecht auf das urfprüngliche fteht. Die beiden Steuerventile, die kleinen Kegel, ftehen nun auch vertical, und ift die Anwendung von Federn oder fonft einem Mittel, um das untere Ventil zu fchliefsen, vollständig überflüffig, da dasfelbe durch den Dampf immer gefchloffen erhalten wird.
Die Wirkung des Mechanismus ift genau diefelbe wie bei der horizontalen Pumpe. Für grofse Hube dürfte die Anwendung diefer Anordnung nicht zuläffig fein, da die beiden Accelerationen fich addiren, welche von der Kolbenbewegung durch den Dampfdruck und der Fallgefchwindigkeit des ganzen beweglichen Syftemes herrühren.