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Spritzen und Pumpen : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Peter Zwiauer
Entstehung
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Spritzen und Pumpen.

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Das Flügelrad ift auf beiden Seiten durch dünne Wände gefchloffen, zu deren Verftärkung innen am Umfange der Saugöffnung und aufsen am Umfange der Drucköffnung Ringe angegoffen find, welche die Wände des Druck- und Saug­raumes nahezu berühren. Die Drucköffnung( das Abflufsrohr) kann, da das Waffer in einem cylindrifchen Ringe gefammelt ift, an irgend einer beliebigen Stelle des Umfanges angebracht werden.

Einer Pumpe mufs hier erwähnt werden, welche von L. Moreau, Brüffel, ausgeftellt war. Die Bezeichnung derfelben war Pompes brevetées Syſtem Greindl. Der Antrieb erfolgte durch Riemen und fafs die getriebene Scheibe auf der Welle des gröfseren Rades. Auf der anderen Seite des Pumpengehäuſes befand fich ein Zahnräderpaar, von ungleichen Diametern, fo dafs eine Welle, fenkrecht über der Hauptwelle liegend, eine gröfsere Tourenzahl erhielt. Aus­kunft konnte der Berichterftatter über diefe Pumpe nicht erlangen. Dem Gehäufe nach fcheint es eine Combination von zwei Centrifugalpumpen zu fein, und würde dann den Uebergang zu einer ganz neuen Art zu den nach Root's Blowern conftruirten Pumpen bilden. Diefen begegneten wir allerdings nur in der amerikaniſchen Abtheilung; dort aber in ziemlich grofsen Mengen.

Das leitende Princip bei der Conftruction diefer Pumpen beftand darin, durch zwei fchnell rotirende Räder, welche mit Unebenheiten auf ihrem Umfange ineinanderpaffen, einen luftverdünnten Raum zu erzeugen, welchem die Flüffigkeit folgt. Um eine gröfsere Saug- und Druckhöhe zu erreichen, müffen die Kolben,

welche durch aufsenliegende Zahnräder mit einander ver: bunden find und im entgegengefetzten Sinne rotiren, fehr dicht gegen einander und gegen die Cylinderwand fchliefsen, was jedenfalls Schwierigkeiten bietet. Am In­tereffanteften war die Dampf- Feuerfpritze Mockba von Charles Holly, durch Charles Churchill& Comp. in London ausgeftellt.

Die Aufftellung der einzelnen Theile war der Aufftellung der Spritzen von Merryweather fehr ähnlich. Die Hauptlaft des Keffels ruhte auf der Hinterachfe, während ein kräftiger Rahmen von U förmigem Querfchnitte die ganze Mafchine trug. Die Räder waren nach dem Suspenfionsprincip conftruirt und hatten fehr fchwache Arme aus Rundeifen, die in den maffiven Kranz und in die Nabe ein­gegoffen waren. Vor dem Dampfkeffel befanden fich die beiden Dampfcylinder, ein Gehäufe bildend, welches dem eines Root'fchen Blowers fehr ähnlich war. In diefem Gehäuſe bewegten fich die beiden Kolben, wie in der beiftehenden Skizze angedeutet ift. Die Kolben find Räder mit je zwei gröfseren Erhöhungen und Vertiefungen am Umfange, von denen die erfteren durch eingelegte Stücke ge­dichtet werden. Zwifchen den Erhöhungen und Vertiefungen find Zähne ange­goffen, um die Rotation der beiden Kolben zu erleichtern. Vor dem Dampf­cylinder befand fich ein ähnliches Schutzgehäufe über einem Paar Stirnräder, mittelft deffen die rotirende Bewegung beider Kolben ausgeglichen, und die gefammte Kraft auf eine Achfe übertragen wird. In der Fortfetzung der kraftüber­tragenden Achfe folgten zwei Paare von Pumpencylindern, je mit einem Paar von aufsen liegenden gleich grofsen Stirnrädern zur Herftellung der entgegengefetzten drehenden Bewegung beider Kolben und zur Kraftübertragung. Die Pumpen­kolben find ähnlich oder gleich conftruirt wie die Dampfkolben, nur find ihre Durchmeffer bedeutend kleiner.

An der Keffelverkleidung ift aufser einem Robinfon'fchen Injector noch eine Speifepumpe angebracht, welche aber als Kolbenpumpe mit geradliniger Bewegung conftruirt ift, gleichfam, als ob der Conftructeur felbft der ganzen rotirenden Mafchine mit diefer Speifepumpe ein Mifstrauensvotum ausftellen wollte. Es ift diefs allerdings, ziemlich merkwürdig, warum gerade diefe Speife­pumpe eine Ausnahme von den rotirenden Kolben machen mufste, und es fcheint, dafs das Vertrauen auf die Conftruction der Pumpe nicht gar fo grofs wäre.