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Peter Zwiauer.
Es wäre diefs allerdings das Ideal einer Mafchine, wenn man fich des rotirenden Syftemes überall bedienen könnte, da man alle Zapfen, Stangen, Geradführungen erfparen könnte und die bewegten Maffen, welche fo häufig Störungen veranlaffen, befeitigt wären; aber es fcheint, wie gefagt, diefes Ideal noch nicht erreicht zu fein.
Der Berichterftatter vermuthet, dafs die Mafchine während der Ausftellung nie in Gang gefetzt wurde. Es wäre allerdings fehr intereffant gewefen, zu erfahren, wie grofs die Saughöhe ist, bis zu welcher die Mafchine arbeiten kann, fowie Tourenzahl etc.
Es wäre wünfchenswerth gewefen, diefe Verfuche anzuftellen. Durch die rotirende Pumpe würde man den Windkeffel erfparen und die Wafferlieferung würde von felbft fehr gleichmäfsig. Die Spritze war fehr fchön gearbeitet und namentlich grofse Sorgfalt auf die blanke meffingene Keffelverfchalung gerichtet. Der Abdampf der Maſchine ging durch das Blasrohr in den Schornftein.
Dafs diefe Pumpen mit zwei rotirenden Kolben auch bei geringer Tourenzahl Waffer lieferten, konnte man an den Handpumpen derfelben Firma fehen, welche im amerikanifchen Annexe des Induftriepalaftes aufgeftellt waren. Die Zahnräder zur Uebertragung der Bewegung auf den zweiten Kolben lagen in demfelben Gehäufe und müffen jedenfalls genau an die Wand des Gehäuſes anfchliefsen, denn fonft wäre ein grofser schädlicher Raum vorhanden gewefen. Die Dichtung war fehr gut, denn die Pumpen förderten nach wenigen Umdrehungen Waffer.
Die Pumpen waren in mehreren verfchiedenen Gröfsen aufgeftellt, fämmtlich mit Handkurbeln zu bewegen.
Die nächste Kategorie, welche zur Befprechung kommen foll, find die Dampfftrahlpumpen oder Injectoren. In der Menge, in welcher diefelben bei der Ausftellung vorhanden waren, zeigte fich die Wichtigkeit, welche diefe Mafchine heute hat. Es ift die einfachfte Art der Dampfpumpe und hat keine beweglichen Theile, welche Reibungsverlufte verurfachen könnten.
Schon auf der Parifer Ausftellung 1867 war der Injector Giffard's bekannt geworden und ift derfelbe auch heute noch fehr im Gebrauche. In der Ausftellung war er von Sharp Sewart& Comp. in Mancheſter, von Schäffer& Budenberg in Buckau bei Magdeburg hauptfächlich vertreten.
Die Geftalt desfelben ift heute noch unverändert, und obgleich manche Veränderungen vorgenommen wurden, fo blieb der Injector mit feinen Vortheilen und Nachtheilen derfelbe. Es ift bekannt, dafs Giffard die Düfe beweglich gemacht und ebenfo den Ueberfprung( overflow oder trop plein Raum) zum Verftellen eingerichtet hat.
Später änderte er die Conftruction feines Injectors, obgleich derfelbe in feiner Wefenheit unverändert blieb.
Aufser diefer Conftruction waren eine grofse Anzahl von fehr ähnlichen Conftructionen ausgeftellt, aber auch viele, welche bedeutend von demfelben abweichen.