Spritzen und Pumpen.
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durch Riemenfcheiben oder Zahnräder, von welchen die Bewegung, durch die Kurbel in eine hin- und hergehende verwandelt, auf die Koibenftange übertragen wird. Die durchgehende Kolbenftange ift hohl und trägt einen gleichfalls hohlen Kolben. Die Cylinderwand ift hohl, es circulirt in dem Zwifchenraume zwifchen den beiden Wänden kaltes Waffer. Der Kolben ift conifch gegen das Centrum zu erweitert, und find defshalb die beiden Cylinderdeckel gleichfalls conifch gebildet. In denfelben find die Druck- und Saugventile angebracht, und zwar in eigenen Gehäufen, nach deren Abnahme man die Ventile unterfuchen und etwaige Schäden ausbeffern kann. Die Sitze, fowie die Ventile find aus Bronze, und die erfteren in die Deckel ganz genau eingefchliffen.
Die Kolbenftange ift in den Deckeln durch Stopfbüchfen mit Stulpliderungen dicht gehalten. Der Kolben ift aus zwei Theilen gebildet von Gufseifen und zwifchen den beiden ift die doppelte Stulpliderung. Die Kolbentheile find auf die Kolbenstange aufgefchraubt. Im Kolben befinden fich zwei hohle, ringförmige Räume, welche fowohl miteinander, als auch mit dem Innern der hohlen Kolbenftange communiciren und eine ausgebreitete Waffercirculation ermöglichen. Damit frifches Waffer continuirlich in das Innere der Stange komme, ift in diefelbe ein kupfernes Rohr eingeführt, welches fix bleibt, und alfo gegen die Kolbenftange eine relative Bewegung macht. Diefes Rohr ift von einem etwas gröfseren Rohre umgeben, welches gleichfam für das erftere den Cylinder bildet und in der Nähe des Kolbens durch eine Klappe verfchliefsbar ift. Die Verlängerung desfelben hat einen etwas geringeren Durchmeffer und endigt offen am Ende der Kolbenftange. Auf dem letztbefprochenen Rohr ift zwifchen den beiden Löchern im Kolben eine Scheidewand befeftigt. Die Wirkungsweife ift klar: Das fefte Rohr mit feiner relativen Bewegung taucht aufsen in einen Wafferbehälter und treibt bei jedem Doppelhub ein gewiffes Quantum Waffer in die Kolbenftange. Das Waffer tritt durch das fefte Rohr ein, paffirt die Klappe in dem umgebenden Rohre und gelangt fo an das vordere Ende der Kolbenstange, mufs feine Bewegungsrichtung ändern und die Kolbenftange bis zum Kolben kühlen. Nun trifft es auf die fefte Scheidewand, durch welche es gezwungen wird, in den Kolben einzutreten, beide Kolbenflächen zu kühlen, um durch die zweite Oeffnung vor der feften Scheidewand wieder in die Kolbenftange zu gelangen und endlich durch ein Röhrchen abzufliefsen. Die Anordnung ift fehr finnreich, denn die Menge des zugeführten Waffers richtet fich hiebei nach dem Volumen der comprimirten Luft, oder vielmehr nach der Anzahl der Kolbenhübe.
Diefe, fowie die Luftpumpe, welche jetzt befchrieben werden foll, find für die Benützung der comprimirten Luft als Kraftträger, und beide find eigentliche Luftcompreffions- Mafchinen.
Die Mafchine, welche jetzt behandelt werden foll, war von mehreren Firmen ausgeftellt, und ihre Unterfchiede find unwefentliche Aenderungen.
Die Brünner Mafchinenfabriks- Gefellſchaft, vormals Th. Bracegirdle& H. A. Luz in Brünn, hatte eine Luftcompreffions- Mafchine ausgeftellt, welche als Typus gelten kann und defshalb ausführlicher befprochen werden foll. Die Mafchine bafirt auf der Vorausfetzung, dafs die Pumpe nicht in der Luft, fondern unter Waffer arbeiten foll, wodurch die fchädliche Erhitzung beim Comprimiren von felbft vermieden wird. Die Pumpe ift doppeltwirkend und der Cylinder trägt an jedem Ende einen gröfseren Ventilkopf, in welchem fich Waffer befindet. Die Ventile
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