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Apparate der chemischen Grossindustrie : Abdampf- und Destillir-Apparate für Laboratorien und pharmaceutische Zwecke, Eismaschinen und Apparate der Leuchtgasfabrication ; (Gruppe III) ; Bericht / von Johann Stingl, Präparator an der k.k. techn. Hochschule in Wien
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Johann Stingl.

Ventil durch ein Hebelwerk d, e, f und die Feder g periodifch geöffnet und gefchloffen wird.

Fig. 1.

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Die Bewegung diefes Hebelwerkes beforgt die vermöge ihres eigenen Gewichtes niederfinkende Gafometerglocke C. Ift nämlich nahezu alles im Gafometer befindliche Gas verbraucht die Glocke alfo an der tiefften Stelle angelangt fo löft das Hebelwerk die Feder g aus und das Ventil des Retorten- Endes wird plötzlich geöffnet. Da in der Retorte eine Spannung von mindeſtens 12 bis 14 Pfund per Quadratzoll herrfcht, fo entftrömt das Gas mit ziemlicher Heftigkeit durch eine enge Oeffnung nach Art eines Giffard- Appa rates in die Gaszuleitungsröhre D. Hiebei nun faugt diefer Gasftrom durch die Röhre E atmoſphärifche Luft, welche das Gafolingas verdünnt. Das Gasgemenge gelangt fo durch D in den Gafometer C, füllt denfelben und hebt die Glocke. Sobald der Gafometer gefüllt ist, wird das Ventil der Retorte gefchloffen. Gafolin tritt wieder in die Retorte fo lange, bis der Druck in der Retorte dem Drucke auf die Oberfläche der Gafolinflüffigkeit das Gleichgewicht hält. Es kann hie­durch nur ein ganz beftimmtes Quantum Gafolin in die Retorte gelangen; denn fobald die beiden erwähnten Drücke gleich find, kann kein Gafolin in die Retorte fliefsen. Ift nun die Gafometerglocke wieder unten angekommen, beginnt das Spiel des Apparates von Neuem, und es geht das fo fort, bis die Flamme unter der Retorte gelöfcht wird, was durch Abfperrung des Gafes mittelft des Hahnes und Regulators r gefchieht.