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Apparate der chemischen Grossindustrie : Abdampf- und Destillir-Apparate für Laboratorien und pharmaceutische Zwecke, Eismaschinen und Apparate der Leuchtgasfabrication ; (Gruppe III) ; Bericht / von Johann Stingl, Präparator an der k.k. techn. Hochschule in Wien
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Apparate der Leuchtgasfabrication.

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ift eine beffere als bei der gewöhnlichen Leuchtgaserzeugung bei hoher Tempera­tur. Allein entgegen diefen Vortheilen ftehen ein gröfserer Brennmaterial- Ver­brauch( ungefähr 33 Percent der der Deftillation unterworfenen Kohlenmenge) und ein höherer Arbeitslohn in Folge der länger dauernden Deftillation. Das Gas befitzt durchfchnittlich eine Lichtftärke von zwanzig Kerzen. Die Coaksaus­beute zeigte wenig Differenz gegen die gewöhnliche Methode.

Viel ungünftigere Refultate ergibt die Vergafung des Kohlenöles: 20 Cent ner( 1 Tonne) Oel benöthigten zu ihrer Vergafung 19 Centner Coaks und ergaben nur 6267 Cubikfufs Gas von 25 Kerzen Leuchtkraft und 14% Centner Theerpech; wobei bemerkt werden mufs, dafs 20 Centner Silkftonkohle bei der erwähnten Deftillation 16: 4 Gallons Oel neben 8587 Cubikfufs Gas liefern.

Die genannten Forfcher fprechen auf Grund diefer Thatfachen fich gegen die genannte Methode aus. Sie fagen:

"

Wir müffen fomit gezwungen uns gegen Eveleigh's Methode zur Er­zeugung von Gas für gröfsere Städte ausfprechen, wenn auch vielleicht gewiffe Ortslagen und Anlagen derfelben Vorfchub leiften könnten. Der Preis des Oelgafes ift in Bezug zur Leuchtkraft ein hoher und fein ganzer Effect beftand nur darin, das Kohlengas aus Silkftonkohle auf 23 bis 24 Neuner Kerzen Leucht­kraft zu erhöhen. Bei fteigender Hitze bemerkten wir immer Störungen im Appa­rate. Die Temperatur hat fomit Einfluss auf den Gang der Methode. Verftopfun­gen der Abzugsröhren kamen nicht vor. Die Permanenz des Gafes hielt fich unter fehr ungünftigen Umständen gut und blieb nicht hinter der des gewöhn lichen Kohlengafes zurück."

Es ift daher noch abzuwarten, wie diefe jedenfalls intereffante Methode weiter ausgebildet wird. Auf der Ausftellung präfentirte fie fich nicht im Feft­

gewande.

Die jetzt gebräuchliche Methode der Leuchtgas- Fabrication aus Steinkohlen bei hoher Temperatur hat einen hohen Grad technifcher Vollkommenheit erreicht, und es heifst, etwas wahrhaft Tüchtiges und Erprobtes bringen, foll dasfelbe die jetzige Methode verdrängen.

Es gilt diefs für die Erzeugung von Leuchtgas im Grofsen, wo es fich um die Beleuchtung ganzer Städte oder fehr grofser Etabliffements handelt. Kommt aber die Frage der Gasbeleuchtung, die ob ihrer Bequemlichkeit und Billigkeit immer beliebter wird, für kleinere Locale oder Fabriks­etabliffements in Betracht, fo zeigte uns die Ausftellung, wie zahlreich die Apparate und Methoden find, die Leuchtgas aus anderem Materiale als Stein kohlen erzeugen.

Viele diefer Apparate find fchon längst bekannt und befchrieben; aber es war immerhin intereffant, durch die Ausftellung ihre Lebensfähigkeit und ihre Fortfchritte in Betreff ihrer Verwendung kennen zu lernen.

Der intereffantefte und auch neuefte unter diefen Gasapparaten war die fogenannte Excelfior Gasmafchine von Th. B. Fogarty Warren, Maffa chuffetts, Vereinigte Staaten in Nordamerika. Diefer Apparat erzeugt eine carbonirte Luft zu Beleuchtungszwecken. Luft und Gafolin( flüchtigere Producte des Petroleums) find die Rohmaterialien für diefe Art von Leuchtgas. Nur wird der Zweck hiebei auf eine fehr finnreiche Art, die abweichend von den gewöhnlichen Vorfchlägen ift, erreicht.

Der Apparat Fig. 1 hat folgende Einrichtung:

In der Erde vergraben befindet fich ein Refervoir für das Gafolin, das ein fpecififches Gewicht von o 665 hat und bei 30 G. Cels. fiedet. Eine kleine Hand­Luftpumpe drückt das Gafolin mit 8 bis 10 Pfund Druck per Quadratzoll durch die Röhre a in eine in dem Blechmantel A befindliche eiferne Retorte. Diefe Retorte wird durch eine Gasflamme, die durch die Röhre b aus dem Gafometer C mit Gas verfehen wird, erhitzt und hiedurch das Gafolin vergaft. B ift ein Schorn­ftein. Das Abzugsrohr der Retorte c ift mit einem Ventile verfchloffen, welches

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