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Die Maschinen und Werksvorrichtungen in der Thonwaaren-Industrie : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Dr. Emil Treirich
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Die Mafchinen und Werksvorrichtungen in der Thonwaaren- Induſtrie.

Die Mafchine erzeugt per Stunde Arbeitszeit Muffenrohre von 500 Millimeter bis 800 Millimeter lichten Diameter 7 Stück

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Eine fehr vorzügliche Mafchine, die bereits vielfache Verwendung nicht nur in Belgien gefunden hat, fondern auch anderen Ortes mit Vortheil eingeführt wurde, ift die hydraulifche Zinkretorten- Preffe von N. J. Dor, dem verdienten Director der grofsen Fabriken von Ampfin( im Befitze von Laminne) in Belgien.

Immer mehr gewinnt die Anwendung des hydraulifchen Druckes Verbrei­tung in der Thonwaaren- Induftrie. In der Erzeugung feuerfefter Producte, der der Fufsboden- Belegplatten, der Thonröhren, der Schmelztiegel und fo fort, ift die hydraulifche Preffe bereits ziemlich eingebürgert.

Dor verwendet in paffender Weife einen folchen Apparat zur Herftellung der Zinkretorten nach belgifchem Modell( mit gefchloffenem Boden). Hier, wo es ganz darauf ankommt, eine befondere Dichte der Muffelwand zu erzielen, ift die Anwendung ftarker Compreffion für die plaftifche Chamotte compofition fehr am Platze. Zudem wird Handarbeit gefpart, die bedeutenden Koften des Retorten­verbrauches, der erzielten gröfseren Dauerhaftigkeit wegen, vermindert.

Die Mafchine ift feit etwa fünf Jahren in der Fabrik von Laminne, in der von Valentin Coq und auf den grofsen Werken von Vieille Montagne in Ver­wendung.

Faft noch gar keine Anwendung haben in Oefterreich die Falzziegel gefun­den, ein Dacheindeckungs- Materiale, das urfprünglich zuerft wohl in der Schweiz erzeugt, fpäter aber die gröfste Verbreitung in ganz Frankreich, Italien, in Deutfchland, längs des Rheins und im Norden bis Königsberg gewonnen hat. Die Vorzüge des Falzziegel- Daches, das in feiner heutigen Geftalt von einem Werk­führer Müller( jetzt bei Gebrüder Schmerber), und von Gilardoni herrührt, laffen fich kurz zufammenfaffen. Sie beftehen in grofser Leichtigkeit, Möglichkeit der Herftellung von Ziegel- Dachflächen bis zu 20 Grad Neigung, Sicherheit gegen das Auftreten durch Wind und Eintreiben von Regen, endlich in einem gefälligen Ausfehen.

Während ein gewöhnliches, doppelt gedecktes Dach( circa 110 fogenannte Biberfchwänze gerechnet) ein Gewicht von 350 Pfund hat, wiegt eine gleiche Dach­fläche( mit 54 Stücken Falzziegeln gedeckt) nur 270 Pfund, alfo faft um 25 Per­cent weniger, was eine bedeutend leichtere Dachconftruction zuläfst.

Namentlich für Fabriks- und Bahngebäude gibt es keine zweckentfprechen­dere Bedachung. Die Verfuche, welche die Wienerberger Ziegelfabriks- und Bau­gefellſchaft mit diefen Ziegeln feit einigen Jahren an ihren eigenen Gebäuden anftellte( Ziegel ihrer Fabrication waren unter deren fehr intereffanten Collection von diverfen Thonwaaren ausgeftellt gewefen), gaben ein fo zufriedenftellendes Refultat, dafs diefelbe, wie wir hören, die Fabrication folcher Dachplatten im Grofsen vornehmen und die Falzziegel hier einführen wird. Aufser denen der genannten Firma waren vielfache, mitunter fehr fchön gearbeitete Dach- Falzziegel zu fehen, und namentlich manche Proben von folchen ausgeftellt, die eine gewöhn­liche Bleiglafur oder Thonbegufs trugen. Wir erwähnen der Fabricate von E. Bihl& Comp. in Waiblingen bei Stuttgart, von Ziegler in Schaffhaufen und von Villain de Kergal in Brindifi. Am meiften verdient um die Einführung diefes trefflichen Dachbedeckungs- Materiales haben fich die Gebrüder Schmer­ber in Tagolsheim gemacht, deren continuirliche Falzziegel- Preffe fo ziem­lich die weitefte Verbreitung gefunden hat. Schon in Paris arbeitete diefelbe im Jahre 1867 recht befriedigend und erfchien auf der Wiener Ausftellung neu

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