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Holzbearbeitungs-Maschinen : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von W. F. Exner, Prof. an der k.k. Forstakad. Mariabrunn
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Holzbearbeitungsmafchinen.

45 beitsftücke von einer Mafchine zur andern etc. etc. Dagegen ift die Leiftungsfähigkeit eines ,, Univerfal- Tifchlers" im Vergleiche mit einer Suite felbft­ftändiger Mafchinen von gleicher Beftimmung wie die Beftandtheile der combinir­ten eine ungleich geringere. Ein ,, General Joiner" ift immer nur ein Surrogat. Die einzelnen Theile eines ,, Univerfal Tifchlers" können nie fämmtlich gleichzeitig arbeiten, und wenn nur einige Theile befchäftigt find, fo behindern fich die Arbeiten häufig gegenfeitig. Arbeitet aber nur ein Theil, oder find felbft zwei Werkzeuge in Function, fo lauft doch die eine oder andere Welle unnütz. Wird auf dem Univerfal- Tifchler" regelmässig nur ein Beftandtheil in Function erhalten, während man doch mehrere Mafchinen befchäftigen könnte, fo ftellt der ,, Univerfal- Tifchler" eine unökonomifche Anordnung dar.

Fafst man das Gefagte zufammen, fo geht daraus hervor, dafs der ,, Univer­fal- Tifchler" unter gewiffen Verhältniffen, aber auch nur unter gewiffen Verhältniffen Vortheile gewährt, z. B. in grofsen Städten, bei hoher Miethe und einem vorhandenen Motor, oder als Aushilfsmafchine in einer Werkstätte, wo nebftbei allerlei Holzarbeiten, einmal diefe, einmal jene vorkommen, ohne dafs alle diefe Arbeiten continuirlich gemacht werden müffen, und fo weiter.

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Abgefehen von diefer generellen Beurtheilung des General Joiner" ift er felbft fehr mannigfaltig in feiner Anordnung und daher fehr verfchieden in feinem Werth. Je mehr er fich von feiner Bedeutung als billige, compendiöfe Aushilfs­mafchine entfernt, defto minder empfehlenswerth wird er.

Jede Werkzeug- Mafchinenfabrik baut einen General Joiner" und die Wiener Weltausftellung enthielt nicht weniger als fechs folche Mafchinen( Worf­fam, Raufome, Robinfon, Ch. Powis, Powis Weſtern& Comp. und Schmaltz).

Die Mafchine von Worffam fchien uns einer folchen Beachtung werth, dafs wir eine Specialaufnahme von derfelben machten, und diefe auf Tafel I und 2 im Auf- und Grundrifs wiedergeben. Diefe Mafchine bekundet zugleich einen Fortfchritt in der Anlage des von der genannten Firma früher gebauten ,, General Joiner", fo dafs ein näheres Eingehen willkommen fein dürfte.

Die ,, Patent- Univerfal- Tifchlerbank" ift geeignet, die meiften in der Tifchler­werkstätte vorkommenden Handarbeiten auf mechanifchem Wege zu vollführen, man kann auf ihr längs- und querfchneiden, plan- und kehlhobeln, spunden, nuthen und federn, abvieren, ftemmen, Rund- und Langlöcher bohren, Zapfen formen etc.

Mehrere der Arbeiten können ftets gleichzeitig vorgenommen werden und überdiefs ift der Uebergang von einer derfelben zur anderen fehr erleichtert. Die Mafchine wird von einem Arbeiter bedient, wenn nur eine Procedur vorgenom­men wird, fonft verwendet der Arbeiter einen oder mehrere Gehilfen. Die Ein­richtung wird durch folgende Befchreibung hinreichend klar werden

Die fämmtlichen Vorrichtungen find auf einem gufseifernen durch Rippen­profile fehr verftärkten und mässig fchweren Tifch A montirt.( Das Gewicht der ganzen Mafchine beträgt 35 Centner.) Eine Hauptwelle a trägt den Schneidkopf b, auf welchen augenblicklich Kehlhobeleifen c aufgefchraubt find, der aber ebenfo gut geradfchneidige Planhobeleifen, oder Nuth-, Zapfen- oder endlich beliebige Fraifemeffer tragen kann. Das Holz wird unter dem Schneidkopfe auf einem Zuführungstifch d zugefchoben, mittelft der Riffelwalze vor und den Backen g ( Grundrifs) nach der Bearbeitung niedergehalten.

Die Riffelwalzenwelle h wird durch einen Hebel i mit dem Laufgewichte k nach abwärts geprefst. Eine geneigte Platte, welche fich mit einer Seitenkante auf die Oberfläche des Holzes legt, und in diefer Pofition durch einen anderen Druck­hebel' k' erhalten wird, ftreift die Späne von der Oberfläche des Holzes weg, bevor dasfelbe unter den Schneidkopf gelangt. Die Hobel- und Kehlvorrichtung läfst Dimenfionen bis 240 Millimeter Breite und 80 Millimeter Dicke des zu bear­beitenden Holzes zu.