Dokument 
Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

9

Die Schraubenbolzen, welche gefchnitten werden follen, werden durch einen Einfpannkopf( einem Schraubftock ähnlich) central feftgehalten, fo dafs fie fich nicht drehen können. Diefe Einfpannvorrichtung( Fig. 6) ift auf dem Bette der Mafchine verfchiebbar und kann durch einen Hebel mit zwei Sperrkegeln, welche in Zahnftangen an beiden Seiten des Bettes eingreifen, mit einigem Drucke vorgefchoben werden, wenn diefs beim Anfange der Operation nöthig fein follte. Sowie einmal ein Gewinde angefangen ift, ziehen die Backen das einge­fpannte Stück felbft nach.

Die ausgeftellte Mafchine hatte einen Einfpannkopf nach Fig. 7 und 8. Es erübrigt nur noch, die Werkzeuge zu befprechen, welche Sellers bei feiner Schraubenfchneidmafchine anwendet. Von diefen hängt der Effect ganz befonders ab und da gerade die Werkzeuge ausgezeichnet gut durchgeführt find, wollen wir etwas länger bei ihnen verweilen.

Die Schneidbacken( Fig. 9) find aus flachem Gufsftahl gebildet und fleifsig in die Schlitze des Mitnehmers eingepafst. Sie haben für verfchiedene Gewinde ver­fchiedene Längen, um fie der möglichen Verftellung des Treibrades anzupaffen. Wir nehmen die Backen als mit Gewinde verfehen an. Die ſchneidende Kante ift nahezu radial zugefchliffen. Sollten die Backen ftumpf werden, fo kann das Zufchleifen wiederholt werden, bis die Schneide an der Mittellinie des Backens ankommt. Von rückwärts find die Backen ebenfalls etwas abgefchliffen, um ihnen die überflüffige Breite zu nehmen und das Ausbrechen zu verhindern. Betrachten wir einen Backen von feiner breiten Seite, fo fehen wir, dass nur einige Ge­winde in ihrer vollen Form vorhanden find; nach vorn, wo der Backen anfängt zu fchneiden, find fie, einer fanften Curve folgend, weggefchliffen, fo dafs endlich nur noch Spuren von ihnen zu fehen find.

Die vorderen Theile der Backen drehen fomit den zu fchneidenden Bolzen erft ab, bevor das Gewinde gebildet wird, woraus eine Schonung derjenigen Zähne refultirt, die das Gewinde fertig fchneiden. Jeder gefchnittene Bolzen zeigt am Ende feines Gewindes den konifchen Ausgang, welcher die Feftigkeit wefentlich erhöht. Es ist aber nicht möglich, Gewinde bis dicht an Anfätze oder Köpfe heran zu fchneiden.

Das Gewinde wird in die Backen durch Meiſterbohrer( mafter taps, Fig. 10) gefchnitten, welche den Durchmeffer der zu erzeugenden Gewinde haben und mit einer grofsen Anzahl von Nuthen( 10) verfehen find. Diefe Meiſterbohrer haben cylindrifche Verlängerungen, mit denen fie fich in Büchfen führen, welche in die Treibfpindel eingeſetzt werden.

Bei dem Schneiden der Backen wird das Treibrad gegen den Stellhebel fo eingeftellt, wie es später für das betreffende Gewinde zu ftehen hat, die Backen find auf das richtige Mafs vorgearbeitet und die Mafchine wird abwechfelnd vor­wärts und rückwärts betrieben. Beim Vorwärtslauf wird der Handhebel die Räder zu angedrückt, beim Rückwärtslauf aber angezogen, um den Backen immer den nöthigen Druck zu geben.

gegen

Die Mutterbohrer( Fig. 11) find bei Sellers kürzer als gewöhnlich fie haben 26 Gänge, wovon 6 zum Fertigfchneiden cylindrifch gelaffen find. Von diefen aus ift der Mutterbohrer nach vorn zugefchliffen bis auf den Grund des Gewindes Ganz befonders bemerkenswerth ift die Form und Anzahl( 5) der Nuthen in den Mutterbohrern, welche fehr günftige radiale Schneiden bilden, ein Nachfchleifen erlauben und den Bohrer eigentlich zu einer Reihenfolge günftig ftehender Meffer machen. In der That fchneiden diefe Bohrer fehr fchön, fchnell und trotz ihrer Kürze ohne Erhitzung. Zum Einfpannen der Mutterbohrer in den Schneidkopf find Einfatzftücke mit quadratifchen Oeffnungen beigegeben. Das Deckenvorgelege ift mit zwei lofen und einer feften Riemenfcheibe verfehen, um einen offenen und einen gekreuzten Riemen anwenden zu können, fo dafs die Bewegung der Mafchine reverfirt werden kann. Hiervon wird jedoch nur beim Schneiden der Backen Gebrauch gemacht.