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Carl Pfaff.
Sellers gibt an, dafs die Deckenvorgelege aller von ihm gebauten Schraubenfchneidmafchinen 200 Touren per Minute machen follen. Diefs ergibt für die gröfseren Durchmeffer beiläufig 60 Millimeter Schnittgefchwindigkeit per Secunde, für die kleineren um fo weniger, je weiter fie herabgehen.
Hobelmafchine.
Nächft der Schraubenfchneidmafchine ift es die Hobelmafchine, welche feit ihrer Einführung das meifte Auffehen gemacht und die gröfste Verbreitung gefunden hat.
Sie kam zuerft auf der Parifer Ausftellung von 1867 zur Kenntnifs des europäiſchen Publicums und verdient vollkommen die günftige Aufnahme, welche fie allerorts fand.
Diefe Mafchine hat auf die einfachfte Weife eine fehr grofse Ueber fetzung und eine von der Riemenführung unabhängige Steuerung der Suporte, welche der Erbauer mit Recht eine pofitive nennt. Der Tifch wird durch eine Zahnftange getrieben, in welche eine Schnecke eingreift.
Hobelmafchinen wurden gewöhnlich auf zwei verfchiedene Arten betrieben, nämlich durch Zahnftange, Getriebe und Räderüberfetzung und durch Schraubenfpindel und Mutter.
Die letztere Art, namentlich von Whitworth empfohlen foll eine ruhigere Bewegung des Tifches ermöglichen als erftere. Sie iſt auch in der That geeignet, eine abfolut ruhige Bewegung hervorzubringen, indem Schraube und Mutter auf der Drehbank genau hergeftellt werden können und einen continuirlichen. Eingriff haben. Zahnftangen und Getriebe müffen fchon fehr exact ausgeführt fein, wenn fie letzterer Bedingung entſprechen follen, und es ift nicht die genau arbeitende Drehbank, auf welche man fich bei ihrer Anfertigung ftützen kann, fondern die unzuverläfsigere Giefserei.
Aber auch die Conftruction fällt fchon fehr zu Ungunften der Zahnftange mit Getriebe aus, indem letzteres ftets fehr klein wird, woraus eine hebende Wirkung beim Eingriff der Zähne folgt. Deffen ungeachtet ift die Bewegung durch Zahnftange und Getriebe beliebter, weil es einestheils factifch möglich ift, fie hinreichend ruhig und ftetig zu machen, und weil andererfeits der Antrieb der Schraube Schwierigkeiten bietet, indem für die nöthigen Räder nicht der hinreichende Raum gefunden werden kann. Auch wird die Schraube bei langen Hobelmafchinen unangenehm.
Letzterem Uebelftande wurde wohl durch eine Conftruction abgeholfen, welche wir feit den erften fünfziger Jahren kennen und hier nur defshalb anführen, weil fie ein Uebergang zu der von Sellers genannt werden könnte. Dort waren unten am Tifche eine Anzahl halber Schraubenmuttern angefchraubt, welche auf der Drehbank gefchnitten waren und eine ununterbrochene Reihe bildeten. Von rückwärts ging eine lange Welle im Mittel des Bettes bis unter den Meifsel, und endigte in eine Schnecke, welche in die Muttergewinde eingriff. Solch eine Welle könnte mit der Mafchine beliebig lang gemacht werden, indem keine Schwierigkeit mehr befteht, die nöthigen Lager anzuordnen.
Auch an den Mafchinen mit Zahnftangen- Antrieb wurden manche Verbefferungen verfucht und wir kennen eine folche von Sellers, welche er nicht lange vor Einführung der gegenwärtigen Mafchine gemacht haben dürfte. Hier greift das kleine Getriebe nicht direct in die Zahnftange ein, fondern es iſt ein grofses Zwifchenrad eingefchaltet, welches die Bewegung überträgt, eine hebende Wirkung alfo weniger ausüben kann.
Vergleichen wir den Antrieb durch Schnecke und Zahnftange von Sellers mit den beiden gewöhnlichen, fo finden wir, dafs er den Vortheil direct, eine grofse Ueberfetzung zu bieten, mit der Schraube gemein hat, ohne aber