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Carl Pfaff.
Stofs feft, indem er fich central verengen mufs. Durch die umgekehrte Drehung der Mutter wird der Ring frei und da fein Konus fo flach gewählt ift, dafs er fich nicht feftklemmt, auch der Stofs.
Diefes Arrangement fieht fehr verführerifch aus. Es ift aber nicht neu und, wie wir glauben, auch nicht gut. Der Stofs mufs jedenfalls in der Hülfe fo viel Luft haben, dafs Oel zwifchen die Flächen dringen und er fich bewegen kann. Denken wir ihn uns zur Hälfte herausgefchoben, fo conftituirt fich die centrale Klemmvorrichtung als Drehpunkt und erlaubt dem noch im Innern der Hülfe fteckenden Ende des Stofses fich durch feinen Spielraum hin und her zu bewe gen. Mag diefer auch noch fo klein fein, fo wird immer eine gewiffe Bewegung refultiren, welche bei weit vorgefchobenem Stofse durch das Hebelverhältnifs ungünftig vermehrt wird.
Whith worth verlegte fein Druckftück für den Stofs ziemlich weit vom Ende der Hülfe nach rückwärts und erreichte dadurch ein Anpreffen gegen eine lange Fläche, welches jede fchwankende Bewegung ausfchliefst. Allerdings wird beim Anziehen der vorhandene Spielraum ganz auf eine Seite und dadurch die Spitze aus ihrer Richtung gebracht. Wenn aber hierauf von Anfang an Rücksicht genommen wurde und die Drehbank nur mit angezogenem Stofse als richtig betrachtet wird, fo entfällt diefer Uebelftand von felbft.
Vorzüglich mufs aber an dem Sellers'fchen Reitftocke die Einrichtung genannt werden, durch welche er ftets in feiner Richtung gehalten wird. Da er keine bestimmte Stelle hat, fondern längs des Bettes faft bei jedem Stücke verfchoben werden mufs, können die Führungen, welche ihm das Bett gibt, nicht fehr dicht anliegen, und würden, wenn auch fo gemacht, fehr bald durch Abnützung Spielraum erhalten. Der Reitftock könnte fich dann bald nach rechts, bald nach links anlegen oder auch diagonal ftellen. Um diefs zu verhindern und bei vollkommen leichter Verfchiebbarkeit unferem Objecte durch das Anziehen eine jedesmal richtige Stellung zu geben, bringt Sellers unterhalb an der rückwärtigen Bahn einen prismatifchen Vorfprung an, den die Anzugplatte umgreift. Sie greift ferner in die Reitftockplatte ein, fo dafs beim Anziehen der Schraube der ganze Reitftock gezwungen ift, fich gegen die Kante der rückwärtigen Bahn anzulegen.
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Um mit der Drehbank abzufchliefsen, erwähnen wir noch, dafs ihre Spietzenhöhe 143/8 Zoll engl.= 365 Millimeter betrug. Der Amerikaner pflegt aber feine Drehbänke nach dem Durchmeffer zu benennen, welchen der gröfste noch umzudrehende Cylinder haben kann, wobei er noch die mittlere Oeffnung im Bette benützt und fo ift unfere Drehbank in Amerika eine dreifsigzöllige.
Nuthstofsmafchine.
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Die Nuthftofsmafchine von W. Sellers& Co. Fig. 32, Taf.V, hatte 12 Zoll engl.= 304 Millimeter gröfsten Hub und 24 Zoll engl.= 609 Millimeter Ausladung. Sie unterfchied fich von den gewöhnlichen hauptfächlich durch die verticale Führung des Mefferträgers oder Stofses, welche nicht im Ganzen mit dem Ständer, fondern als Stück für fich ausgeführt war und höher oder tiefer geftellt werden konnte. Hierdurch kann die Führung bis möglichft nahe an das jeweilige Arbeitsftück herangebracht werden.
Die Bewegung wird von der Stufenfcheibe durch einfache Räderüberfetzung im Verhältniffe von nicht ganz 1: 6 mit Intervention der Whitworth'fchen Schleife auf die Kurbelfcheibe übertragen. Der Zapfen ift in diefer durch Schraubenfpindel verftellbar. Die Mitte der Kurbelfcheibe liegt gegen die der verticalen Stofsführung etwas einfeitig, fo dafs beim Schnittgange die kleineren Winkel der Leitftange in Anwendung kommen.