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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Carl Pfaff.

gefetzten Seite ift auf der horizontalen Druckwelle eine eingetheilte Scheibe angebracht und wird durch Reibung mitgenommen.

Löft man die getheilte Scheibe beim Anftellen eines Bohrers, ftellt fie auf Null und kuppelt fie wieder durch Anziehen einer geränderten Mutter, fo zeigt fie auf ihrem Umfange fortan die Tiefe, bis zu welcher die Bohrerfpitze eingedrungen ift.

Horizontale Bohrmaſchine mit fechs Spindeln.

Wenn es fich um abfolute Genauigkeit und etwas längere Bohrungen han­delt, fo können die verticalen Bohrmaſchinen, mögen fie auch noch fo voll­kommen ausgeführt fein, niemals die Leiftungen einer zum Bohren eingerich­teten Drehbank erreichen. Wir geben eine folche, denn nichts Anderes ift unfere horizontale Bohrmafchine in Figur 39, Taf. X.

Die zu bohrenden Gegenftände werden mit paffenden Vorrichtungen auf­gefpannt und laufen wie auf der gewöhnlichen Drehbank um. Anftatt des Reit­ftockes hat unfere Bank eine Gruppe von fechs horizontalen Spindeln, welche fo im Kreife angeordnet find, dafs immer die oberfte genau ins Mittel der Dreh bankfpindel fällt. Die gerade oben ftehende Spindel wird von dem Vorfchub­mechanismus erfafst und kann von Hand vorgefchoben und zurückgezogen wer­den, ohne dafs die übrigen an der Bewegung theilnehmen. Sämmtliche Spindeln können fich nicht um ihre Achfen drehen, fondern nur in der Längenrichtung verfchieben; das ganze Syftem ift aber durch eine eigenthümlich geformte Vor­richtung, welche die Mitte zwifchen Hebel und Verzahnung hält, in der Art drehbar, dafs nach einander alle Spindeln in die obere mit der Drehbank­fpindel correfpondirende Stellung gebracht werden können. Ein federnder Riegel hält fie dann bis zu neuer Drehung feft.

In die Enden der Spindeln werden nun jene Bohrer oder Werkzeuge ein­gefetzt, welche zur Herftellung ciner gewiffen, meift complicirten abgefetzten Bohrung nöthig find, und fucceffive zur Anwendung gebracht.

Fraismafchine.

Die Fraismafchine( Fig. 40, Taf. X) ift für die Maffenfabrication kleiner Beftandtheile berechnet. Von der feitlich feft gelagerten Antriebswelle mit drei­ftufiger Scheibe wird die Bewegung durch einfache Räderüberfetzung auf die ver tical verftellbare Fraifenfpindel übertragen. Die Verzahnung geftattet die hierbei fich ergebenden geringen Diftanzveränderungen der Achfen. Die Schraubenfpin­deln, welche die verticale Verftellung beforgen, gehen bis unterhalb des Bettes durch und find dort durch Getriebe und ein verfchiebbares, beiderfeits geflantfchtes Rad zu gleichzeitiger Bewegung verbunden. Sie können oben durch Gegen­muttern feftgeftellt werden. Gegenüber der Fraifenfpindel ift auf dem Bette ein ftellbares Lager für lange Fraifer oder deren Dorne angebracht. Die Arbeits­ftücke werden in einem ftarken Parallelfchraubftock oben auf dem Suport ein­gefpannt. Der letztere hat Längs- und Querbewegung von Hand zum Einftellen und von der Mafchine aus zum Arbeiten. Auf der uns nicht fichtbaren Seite ift eine Vorrichtung angebracht, um die Mafchine anzuhalten, wenn die Arbeit vollendet ift. Am Suport fehen wir ein Beiſpiel rechteckiger Einpaffung, fowie ferner an der Mafchine jene Form von gedrehten Handgriffen und Kurbeln,

welche in Amerika beliebt ift.