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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle..

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Mit dem gewöhnlichen Fraifer verglichen, hat der befchriebene viel weniger Zähne oder fchneidende Kanten. Diefelben können aber ftets in guter Ordnung erhalten werden, ohne den Querfchnitt zu verändern, während der gewöhnliche Fraifer beim geringften Stumpfwerden fchon feine Form verändert und dann nur durch Ausglühen, Nachdrehen, Nachfraifen und Wiederhärten corrigirt werden kann.

Wir wollen die Befprechung der amerikanifchen Ausftellung mit dem Schraubftock von Thomas Hall aus Florence, Mass., befchliefsen.

Derfelbe verdient infofern den Namen Schraubftock nicht, als keine Schraube zum Zufpannen verwendet wird, fondern eine Combination von Keil und Kniehebel; allein wir wären in Verlegenheit, um einen Namen, welcher die­fer Thatfache entſpräche und dennoch das Werkzeug charakterifirte, und fo mag es denn bei dem Alten bleiben. Wie Figur 51 zeigt, haben wir es mit einem Parallelfchraubftock zu thun. Derfelbe ift an der Bank durch eine zweitheilige, mit kreisförmigem Prisma verfehene Scheibe befeftigt, welche in den ent­fprechend ausgedrehten feften Theil eingreift. Zweitheilig ift die Scheibe, um überhaupt in den feften Theil eingeführt zu werden und um ftets einen dichten Gang zu ermöglichen. Zu diefem Ende ift der Mittelfpalt durch einen fchlan­ken Keil ausgefüllt.

Der ganze Schraubftock kann fich auf der Scheibe drehen, alfo die dem Arbeiter bequemfte Stellung annehmen, fo lange er nicht zugefpannt ift. Mit dem Feftfpannen des Gegenftandes ift aber ein ftarker Druck auf die Befe­ftigungsfcheibe verbunden, woraus ein Klemmen im Prisma und eine Feftftel­lung des Schraubftockes folgt.

In unferer Zeichnung ift der Schraubftock zugefpannt. Wird aber der herabftehende Handhebel aufgezogen und horizontal geftellt, fo ift die beweg­liche Backe frei und kann mit der Hand hin- und hergefchoben werden. Das Führungsftück ift, wie bei den gewöhnlichen Parallelfchraubftöcken, prismatifch mit halbrundem Rücken und gleitet in dem entfprechend ausgearbeiteten feften Theil. Es ift hohl und hat nahe am rückwärtigen Ende einen feften Steg, gegen den fich ein kurzes ftarkes Druckftück anlegt, welches mit einem zweiten den Kniehebel bildet und auf eine gezahnte Schiene wirkt. Diefe drei Beftandtheile werden durch eine Feder in beftändiger Berührung erhalten. Der beweglichen gezahnten Schiene entſprechend, ift eine fefte an dem feftftehenden Theile an gebracht. Ift nun der Schraubftock geöffnet, fo drückt der im Handhebel fitzende kleine Stift auf den Zwifchenhebel und diefer hält die bewegliche gezahnte Schiene in der Höhe, aufser Eingriff mit der feften Zahnftange.

In der horizontalen Stellung wird der Handhebel durch eine Art Brems­band erhalten, welches ihn mit fchwacher Reibung umfafst und zugleich fein Lager nach aufsen bildet. Wird nun ein Gegenftand zwifchen die Backen gebracht, der Schraubftock entfprechend zufammengefchoben und der Hand­hebel herabgedrückt, fo zieht er die in einen Keil auslaufende Stange nach vorwärts, läfst die bewegliche Zahnftange in die fefte einfallen und prefst fie im Weitergehen durch die vereinigte Wirkung von Keil und Kniehebel mit ftarkem Drucke an. Diefer Druck findet feinen Stützpunkt im beweglichen Theile und wirkt faft ganz parallel auf dasfelbe, fo dafs der eingefpannte Gegenſtand fehr feft gehalten ift.

An ein felbftthätiges Aufgehen des Schraubftockes oder Nachlaffen des Druckes ift bei der angewandten Conftruction nicht zu denken. Wir bemerken nur noch, dafs die Theilung der Zahnftangen in Wirklichkeit feiner ift, als in der Zeichnung der Deutlichkeit halber angenommen wurde.