Maſchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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Denken wir uns nun ein Rad fo aufgefpannt, dafs fein Mittel mit dem des drehbaren Tifches zufammenfällt und die Mitte feines Kranzes mit der Achsmitte des Mefferhebels in einer Horizontalen liegt. Stellen wir dann den Stahl fo, dafs feine Schneide gegen die Bildfläche zugekehrt ift, und mit der Innenfläche der erften Speiche zufammenfällt und fetzen die Mafchine in Bewegung, fo befchreibt die Schneide in der Ebene der Speiche einen Bogen, und wenn fie etwas wegzunehmen hat, fo gefchieht diefs noch parallel zu diefer Ebene. Drehen wir nun durch das Handrad den Stahl langfam um, fo arbeitet er den Uebergang von der geraden Speiche zum convexen Radkranze fpanweiſe nach einem Viertelkreisbogen aus. Sobald die Drehung des Stahles fo weit gediehen ift, dafs eine Linie durch feine Schneide und Drehungsachfe normal zur Hebelachfe fteht, ftellen wir fie ein und beginnen fofort mit der Drehung des Rades felbft, wodurch der zwifchen den Uebergängen liegende Kranztheil bearbeitet wird. Am Beginn des zweiten Ueberganges wird die Drehung des Rades aufgegeben und die des Stahles analog dem erften Uebergange wieder aufgenommen. Nach Vollendung des zweiten Ueberganges wird das Rad um fo viel verdreht, dafs die inzwifchen zurückgeftellte Schneide des Stahles wieder auf die Speichenfläche trifft und die ganze Arbeit von neuem begonnen. Die Anordnung der Mafchine ift aus unferer Skizze erfichtlich. Der Mefferhebel hat gegenüber dem Triebrade einen Schlitz und wird durch einen darin laufenden Schleifklotz und den im Rade befeftigten Kurbelzapfen bewegt. Die Antriebswelle liegt unterhalb im Geftell und die Riemenfcheiben befinden fich auf der in unferer Anficht abgewandten Seite.
So viel wir wiffen, wurde die Mafchine von unferen Ausftellern zuerft eingeführt. Sie hat feither viele Nachahmung gefunden.
Nuthftofsmafchine.
Ein fchönes Werkzeug, deffen erften Urfprung wir auch in den gleichen Werkftätten fuchen müffen, war die Nuthftofsmafchine( Fig. 55, Taf.XVI). Bei diefer Mafchine können wir es fehr gut entfchuldigen, dafs fie wenig Neues bietet, fie bedarf deffen nicht, fondern ift fchön und zweckmäfsig, wie fie ift. Wir brauchen nicht erft das Wefen einer Nuthftofsmafchine zu befchreiben, können uns vielmehr auf Hervorhebung der Vorzüge unferer Mafchine befchränken. Da ift vor Allem der gut ausgebildete Antrieb zu nennen. Die Stufenfcheibe hat drei.. Abfätze und ift ungewöhnlich grofs. Sie bietet aber für die Gröfse der Mafchine fehr günftige Gefchwindigkeiten und erlaubt im Zufammenwirken mit der ftarken Räderüberfetzung und dem ausgiebigen Schwungrade die ftärksten Schnitte, ohne den Riemen übermäfsig in Anspruch zu nehmen. Die Kurbelfcheibe ift an ihrem äufseren Umfange gelagert und dadurch der Ueberhang auf ein Minimum reducirt. Die Führung des Stofses ift lang, die Steuerung einfach und bequem, der Tifch grofs und mit reichlicher Verfchiebung verfehen. Wir haben mit einem Worte ein recht vollkommenes und handliches Werkzeug vor uns. Der Hub beträgt 260 Millimeter, die Ausladung 650 Millimeter.
Tyres- Bohrmaschine.
Neu war uns die Tyres Bohrmafchine( Fig. 56, Taf.XV). Sie dient dazu, um jene Löcher zu bohren, in welche die Schrauben zur Befeftigung der Radreifen auf den Radfternen eingefetzt werden und verrichtet diefe Arbeit von der Innenfeite des Rades nach aufsen. Man wählt diefe Richtung defshalb, weil bei vielen Rädern die genannten Schrauben nicht ganz durch den Radkranz gehen, und wo diefs doch der Fall, find die Bohrungen von innen am leichteften zu treffen, fobald es fich darum handelt, für alte, im Radkranze befindliche Löcher die correfpondirenden im neuen Radreifen( Tyre) zu bohren.