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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

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der Schienen von der Stirnfeite her bearbeiten, wie wir an dem nächften Beiſpiele fehen werden. In der That ift es aber eine grofse dünne Fraife, welche hier als fchneidendes Werkzeug dient; fie ift es wegen der Art ihrer Verzahnung, und nur die äufsere Aehnlichkeit mit einer Kreisfäge hat ihr den Namen einer folchen eingetragen, den wir nun wohl oder übel beibehalten müffen. Die vorliegende. Mafchine ift fehr einfach gebaut. Der Vorfchub erfolgt durch Verſchieben des Tifches auf dem die Schiene befeftigt wird. Derfelbe ift mit feiner Suportplatte ganz getrennt von dem übrigen Geftell der Mafchine und nur durch den gemein­fchaftlichen Fundamentftein mit demfelben verbunden, was dem Bedürfniffe nach billiger Herftellung und den an eine folche Mafchine zu ftellenden Anforderungen ganz gut entſpricht. Die übrige Anordnung ift nach unferen Zeichnungen leicht verftändlich und foll nur hervorgehoben werden, dafs die auffallende Ueber fetzung auf die Fraifenfpindel wegen des Vorbeipaffirens der vorftehenden Schienenenden nöthig ift. Die Steuerung erfolgt durch Räderüberfetzung und Schneckenantrieb felbftthätig, jedoch nur für den Schnitt. Durch Verſchieben des mit dem Handrade verbundenen Schneckenrades wird die Verbindung gelöft und kann alsdann die Rückwärtsbewegung, fowie die Einftellung, von Hand bewerkstelligt werden.

Schienenfraife.

Die Schienenfraife, Fig. 117 und 118( Taf. XLVII), bearbeitet die Enden der Schienen von der Stirnfeite her, um diefe glatt und rechtwinklicht zu machen, und um der Schiene die genaue Länge zu geben. Die Schienen werden zwar nach dem Walzen in noch warmem Zuftande auf Länge abgefägt, allein die Temperaturen, bei welchen diefs gefchieht, entziehen fich der Controle und find fo verfchieden, dafs daraus bei der bedeutenden Länge der Schienen noch Unter­fchiede in ihren Abmeffungen nach dem Erkalten refultiren, welche von den Eifenbahnen nicht mehr geftattet werden. Man ift nun zwar beftens bemüht, diefe unvermeidlichen Fabrikationsfehler fo klein als möglich zu machen, eine nachträg­liche Adjuftirung ift aber nicht zu umgehen und wird auf unferer Mafchine vorge­nommen, welche demnach nur kleine Längenüberfchüffe wegzunehmen hat. Schienen werden meift in zwei oder mehr verfchiedenen Längen geliefert, fallen daher lange Schienen mit Fehlern an den Enden vor, fo werden diefelben auf der im vorhergehenden befchriebenen Schienenfäge zu kürzeren abgefchnitten, beide Mafchinen haben alfo ganz verfchiedene Zwecke.

Die Arbeit wird auf vorliegender Mafchine durch zwei oder vier Meffer verrichtet, welche in einem fcheibenförmigen Kopfe eingekeilt find. Die Schiene wird auf einer entſprechend profilirten Unterlage vor der Mefferfcheibe einge­fpannt, und zwar etwas tiefer, fo dafs die Drehungsachfe der letzteren fammt dem unwirkfamen Theile der Meffer vollkommen aufserhalb des Schienenprofiles fällt. Die Mefferfcheibe ift in einem Stücke mit einer ftarken Spindel gefchmiedet, welche in einer Hülfe verfchiebbar if, während fie an deren Umdrehung theil­nehmen muss. Die Hülfe ift im Ständer gelagert und empfängt ihre Bewegung von der Antriebsriemenfcheibe durch ftarke Räderüberfetzung. Sie erftreckt fich ähnlich wie bei den verticalen Bohrmaſchinen bis an das rückwärtige Lager des Ständers, in welchem eine Mutter feft und hinter diefer ein Stirnrädchen eingefetzt ift. Diefes erfafst die Druckfchraube durch Nuth und Feder und bewirkt eventuell deren Dre­hung und fomit die Vorwärts- oder Retourbewegung der Spindel mit der Meffer­fcheibe, von welchen erftere durch Excenter und Sperrrad felbftthätig erfolgen kann.

Schienen- Langlochbohrmaſchine.

Die letzte Mafchine, welche von Wagner& Co. befprochen werden foll, ift eine Langlochbohrmaschine für Schienen, Fig. 119 und 120( Taf. XLVIII). Sie