Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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ift aber älter als die früher befchriebene, da fie fchon aus den fechziger Jahren ftammt. Sie ift einfacher, indem zwifchen dem Riemenkonus und dem Triebrade, welche zu diefem Zwecke auseinandergerückt find, eine mit der Riemenführung verbundene Klauenkuppelung angebracht ift, die abwechfelnd in das eine oder das andere Organ eingerückt oder in der Mitte ftehen gelaffen werden kann.
Wir würden diefer einfachen Conftruction den Vorzug vor der weiter oben befchriebenen complicirteren geben, müffen aber conftatiren, dafs fie fich keinen namhaften Eingang in die Praxis verfchafft hat. Ausserdem war die Drehbank mit einer Vorrichtung verfehen, um durch Wechfelräder beliebige Konufe zu drehen. ähnlich wie diefs bei der Drehbank der Sächfifchen Mafchinenfabrik befchrieben wurde. Die Ausführungen des Vulkan find recht brauch bares Mittelgut, ohne aber höhere Anfprüche zu machen.
Anfchliefsend erwähnen wir noch die Firmen: Mafchinenbau- Verein, vormals L. Schellenberg. in Chemnitz; Schöne& Sohn in Leipzig; Berliner Eifengiefserei und Mafchinenfabrik vormals Wm. Tietfch, welche in abfteigender Linie die neuerdings aufgetauchten Anfänger der Chemnitzer Schule repräfentiren.
Ferner führen wir noch Alfred Kühn in Gera und F. X. Honer in Ravensburg an, von denen erfterer mit einer von Collet& Engelhard copirten Horizontalbohrmaſchine debutirte, letzterer in einer Doppelbohrmaschine und einer Drehbank gangbare Marktwaare geringfter Sorte zur Anfchauung brachte. Ganz befonderer und eingehender Erwähnung würden die verhältnismässig bedeutenden Ausftellungen von E. Kircheis in Aue und L. Kneufel in Zeulenroda verdienen, welche ausfchliefslich Mafchinen zur Blechbearbeitung für Spängler und verwandte Gewerbe enthielten, wenn eben diefe letzteren nicht allzufehr aus dem Rahmen des hier Befchriebenen fielen.
Wir verweifen defshalb wegen ihrer Befchreibung auf den deutfchen Ausftellungsbericht, und zwar auf den von Dr. Hartig in Dresden behandelten Abſchnitt, welcher diefe beiden Ausftellungen eingeh end und mit grofser Klarheit
befchreibt.
Bevor wir nun zu den gröfseren Firmen übergehen, welche, wie wir eingangs diefes Abſchnittes erwähnten, unabhängig von der Chemnitzer Schule arbeiten, finden wir noch einige zu nennen, welche in keine der aufgeftellten Kategorien paffen, und daher befonders befprochen werden follen.
Ludwig Löwe& Co. in Berlin.
Diefe Firma befchäftigt fich mit dem Baue von Werkzeugmafchinen nach amerikanifchen Muftern, und hatte einige derfelben ausgeftellt. Sie waren von der Pratt& Whitney Co. und der Brown& Sharpe Manufacturring Co. mit möglichfter Treue copirt, bedürfen alfo hier keiner befonderen Befchreibung. Die Ausführung war recht anftändig, ohne aber die amerikaniſchen Mufter in ihrer fatten Vollendung zu erreichen.-Wenn eine Fabrik offen genug ift, die Quellen zu nennen, aus denen fie fchöpft und letzteres in gutem Einvernehmen thut, fo kann ihr die Verpflanzung guter fremder Conftructionen auf heimifchem Boden als verdienftliche patriotifche That angerechnet werden.
L. A. Riedinger in Augsburg.
Schrägräderhobelmafchine.
L. A. Riedinger in Augsburg hatte Leupold's Mafchine zum Hobeln von Schrägrädern ausgeftellt. Wir haben fchon bei Gelegenheit der Räderfchneidemaschine von Sellers darauf hingewiefen, dafs die Bearbeitung von
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