Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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gehärtet und gefchliffen. Zum Antrieb dient eine Schnurrolle mit Räderüber fetzung, welche durch excentrifche Achfe ausgerückt werden kann. Der Reitftock ift nach der Chemnitzer Type ausgeführt, das Bett gerade, hat aufsenliegende, durch Wechfelräder betriebene Leitfpindel.
Der Schlitten ift durch ein einfaches Schlofs mit Schrägrädern und gefchloffener Mutter mit ihr verbunden, und kann durch erfteres zwar von Hand verftellt, aber nicht zum felbftthätigen Plandrehen verwendet werden. Das. Schwungrad ift auf einem freiftehenden Zapfen gelegert, welcher in einem Hebel feftfitzt, der am Fufse auf- und abbewegt und feftgeftellt werden kann, fo dafs man in der Lage ift, die Schnur leicht aufzubringen, zu wechfeln und zu ſpannen. Diefe Anordnung ift fehr einfach und zweckmäfsig, die Ausführung der Drehbank war von bemerkenswerther Präzifion.
Die kleinere Suportdrehbank, Fig. 143, Taf. LXI, hat pp. 190 Millimeter Spitzenhöhe. Der Spindelftock hat konifche Lager mit Druckfchraube in einem langen und weit abftehenden Querftück. Der Raum zwifchen den Säulen desfelben ift fo grofs, dafs nicht allein die gröfsten Wechfelräder, fondern auch der Antriebskonus für den Schneckenfelbftgang abwechfelnd direct auf die Verlän gerung der Drehbankfpindel aufgeftellt werden können. Um bei dem Auswechfeln diefer Organe nicht jedesmal das ganze Querftück abnehmen zu müffen, ift die Bohrung desfelben bei der einen Säule aufgefchnitten und das Stück um die andere drehbar gemacht. Der Reitftock ift nach der Chemnitzer Type ausgeführt. Unfere Drehbank hat ein gerades Bett und aufsenliegende Leitfpindel, welche durch Wechfelräder betrieben werden kann. Die Mutter am Schlitten ift. vertical getheilt und die beiden Theile werden durch einen Hebel mit excentrifchen Schlitzen in Geradführungen horizontal verfchoben. Sie umfaffen nicht den ganzen Umfang der Leitfpindel, fondern laffen am unteren Theile fo viel frei, dafs diefelbe in Unterſtützungen laufen kann, über welche fie ungehindert hinweggehen. Zum Egalifiren und Plandrehen ift ein Selbftgang durch Zahnftange und Schnecke angebracht, deffen Ueberfetzungsräder zum Theile rückwärts liegen und durch eine Zugftange, welche die hohle Suportfpindel durchfetzt, angezogen. fomit durch Reibung verkuppelt oder gelöst werden können. Der andere Theil nebft den Rädern zum Handtransport des Schlittens liegt vorn, wo auch die Zahnftange mit den Zähnen nach unten am Prisma angebracht ift. Eine Reverfirvorrichtung mit Stirnrädern erlaubt die Umfteuerung oder Abftellung der Bewegung, ihre Zugftange ift vorn unter dem Spindelftocke in fehr guter Lage angeordnet. In Fig. 144, Taf. LXI, ftellen wir die gröfsere Suportdrehbank dar, welche circa 400 Millimeter Spitzenhöhe hat, und im Allgemeinen die Anordnung und die Details der foeben befchriebenen befitzt. Ihr Spindelftock ift mit konifchen Lagern ausgerüftet, hat jedoch keine Druckfchraube. Die Spindel ftützt fich viel mehr gegen Druckringe am rückwärtigen Lager. Dei Reitftock ift wie bei der vorhergehenden Drehbank conftruirt, und hat zu feiner Längsverfchiebung einen Anfatz, durch den er mit dem Suportfchlitten mittels eines Stiftes verkuppelt werden kann.
Wandradialbohrmaſchine.
Die Wandradialbohrmaſchine, Fig. 145, Taf. LXII, hat beiläufig 1300 Millimeter gröfste Ausladung und einen radialen Arm, welcher fich an ftarker Grundplatte um beiläufig 500 Millimeter in Schlitzen verfchieben läfst. Zu diefem Ende ift unten an der Grundplatte eine fefte Mutter angebracht, in der fich eine Schraubenfpindel auf- und abbewegen kann, deren oberes Ende das Lager des radialen Armes ftützt und dort durch Schneckenüberfetzung von Hand bewegt werden kann.
Die Lager des radialen Armes find theils mit der verfchiebbaren Platte zufammengegoffen, theils auf ihr angefchraubt, und konnten daher gefchloffen aus