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Carl Pfaff.
angebracht. Wir können diefe Anordnung nur loben, und bemerken, dafs man fich durchaus nicht vor den kurzen Riemen zu fürchten hat, wenn nur ihre Breiten reichlich bemeffen find.
Ebenfalls nach Fairbairn's Syftem ift die gröfsere Radialbohrmaſchine, Fig. 141, Taf. LIX mit pp. 2000 Millimeter Ausladung entworfen. Um die feftftehende Säule dreht fich an zwei beftimmten Lagerftellen ein vertical ftehendes Bett, deffen Rippen einen eigenthümlichen Schwung befitzen, und an deffen prismatifchen Führungen der radiale Arm vertical verftellt werden kann. Die Säule fteht auf einer ftarken und grofsen Fundamentplatte.
Die übrigen Details find mit Ausnahme der Verfchiebung des Bohrzeug. trägers, welche hier von diefem felbft aus eingeleitet werden kann, ganz analog den bei der kleineren Radialbohrmaschine befchriebenen und aus der Zeichnung klar erfichtlich.
Wir erwähnen noch einige Mafchinen, z. B. die fchönen Schraubenfchneidmafchinen nach Sellers' Syftem, welche von Gfchwindt& Co. ausgeftellt waren. Die Schneidköpfe derfelben waren von Schmiedeeifen in Einem Stücke hergestellt und im Einfatze gehärtet, die Auslöfung nach dem älteren Mufter von Sellers, da das neue auf der Ausftellung von 1873 zum erften Male erfchien. Die Hobelmafchine, gleichfalls nach Sellers' Syftem gebaut, unterfchied fich von dem Original durch die Form der Ständer, Suporte und übrigen Theile, welche nach den bei uns gebräuchlichen Typen gebildet waren, und befonders durch die Anordnung der Antriebsriemenfcheiben, welche direct auf der fchräg liegenden Schneckenwelle, an der dem Arbeiterftande gegenüber liegenden Seite angebracht waren. Die von Sellers eingefchaltete Schrägradüberfetzung fehlte ganz und müffen die Riemen wegen der nicht mit dem Mafchinenmittel parallelen Lage der Riemenfcheiben über Leitrollen geführt oder die Mafchinen felbft nicht parallel zur Transmiffion aufgeftellt werden. Letzteres macht fich, wenn zwei oder mehrere derartige Hobelmafchinen hinter einander aufgeftellt werden können, fehr gut. Die Steuerung war nicht wie bei Sellers eine pofitive, von der Riemenführung unabhängige, fondern von diefer, refp. dem Anfchlagsdaumen bewirkte. Die Stahlhalter der Suporte konnten auf fehr einfache Weife beim Rückgange gehoben werden und zwar durch eine mit der Steuerung verbundene, horizontal über den Querfuport hinlaufende genuthete Achfe, auf welcher federnde Hebel mit Verlängerungen der Stahlhalter correfpondirten und die Bewegung vermittelten.
Collet& Engelhard in Offenbach.
Diefe jüngere, äufserft rührige Firma, deren Theilhaber ihre Erfahrungen in England, und zwar bei Sharp Stewart& Co., gefammelt haben, hat es verftanden, fich in kurzer Zeit zu einer grofsen Bedeutung aufzufchwingen und behauptet ihren Platz durch gute, oft mit Raffinement vereinfachte Conftructionen und folide Ausführung. Auch ihre Ausftellung war zahlreich befchickt und gibt uns Anlafs zu mehreren ausführlichen Befprechungen.
Drehbänke.
Wie nicht anders zu erwarten, zeigt fich an allen von Collet& Engelhard gebauten Maſchinen der Einflufs ihrer englifchen Schule; es find jedoch nach und nach den continentalen Bedürfniffen bedeutende Conceffionen gemacht und demnach Modificationen an den urfprünglichen Typen eingeführt worden, welche fie unferen Anforderungen beffer anpaffen. Diefs ift auch bei den Drehbänken der Fall.
Die Fufsdrehbank, Fig. 142, Taf. LX, hat einen Spindelftock mit konifchen Lagern und Druckringen. Spindel, Lagerbüchfen und Ringe find auf das befte