Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.
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Die Mafchine befitzt einen langen Auflagetifch für die Bleche, welcher rückwärts, wo er nur zum Tragen derfelben dient, fchwach gehalten ift, vorn aber einen fehr ftarken Doppelbalken bildet, welcher in feinem Schlitze die zu bearbeitenden Bleche fefthält, indem diefelben mittels Beilagen und ftarker Schrauben im oberen Balkentheile feftgefpannt werden. Beide Balkentheile find zufammengegoffen und an ihren Verbindungsftellen. fo geformt, dafs fie auch längeren Blechen den Durchgang geftatten, und folche durch Fortrücken gehobelt werden können. Auf denfelben Füfsen, welche den zum Einfpannen der Bleche beftimmten Doppelbalken tragen, liegt auch dicht hinter diefem eine Wange, welche ganz ähnlich wie die einer felbftthätigen Drehbank geformt ift, und welche an ihren Prismen einen Schlitten führt, dem durch eine im Bette liegende ftarke Schraubenfpindel Bewegung mitgetheilt werden kann
Diefes Bett, welches, wie wir gleich fehen werden, zur Führung der Hobelftähle dient, ift von dem Einfpannbalken möglichft ifolirt, damit es von deffen etwaigen Biegungen nicht beeinflusst und aus feiner Richtung gebracht werden. kann. Auf dem oben erwähnten ftarken Schlitten befinden fich zwei aufrechte Ständer, an deren Prismen vertical verftellbare Stahlhalter angebracht find, welche jeder für fich beim Rückgange ausweichen können und einander zugewendet ftehen. Die Ständer felbft haben Verfchiebung rechtwinklig zur Wange und können felbftthätig durch ftellbare Anfchläge und Ratfchen oder von Hand zugeftellt werden. Zum Arbeiten werden zwei Stähle eingefpannt, wovon der eine beim Hin-, der andere beim Hergange des Schlittens zum Angriff kommt.
Diefe alternirende Bewegung wird dem letzteren durch die erwähnte ftarke Schraubenfpindel im Innern des Bettes mitgetheilt, welche fie ihrerfeits von den am Ende der Mafchine angebrachten Riemenfcheiben empfängt, auf deren mittleren, feften, abwechfelnd ein offener und ein gekreuzter Riemen läuft. Die Umfteuerung erfolgt von Hand oder felbftthätig durch eine Stange mit Anfchlägen, welche zwifchen dem Bett und dem Einfpannbalken placirt ift.
Aufser den hier befchriebenen Mafchinen müffen wir noch einige andere, wenigftens erwähnen, ohne jedoch in ihre detaillirte Befchreibung eingehen zu können.
Da war befonders eine fehr fchöne Shapingmafchine mit beiläufig 300 Millimeter Maximalhub, nach dem Mufter von Sharp Stewart& Co., gebaut, aber dadurch bedeutend verbeffert, dafs das Bett vorn bis auf den Fufsboden herabging und den Tifchen vollkommene Unterſtützung bot. Ferner brachten unfere Ausfteller eine Tyres- Bohrmaſchine, ebenfalls nach dem Mufter des oben genannten Haufes, jedoch bedeutend einfacher und billiger durchgeführt, indem das lange Bett erfpart war und die Räder auf dem nur durch eingelegte Rollen an der Bohrftelle unterbrochenen Zufuhrsgeleife ftanden. Die Antriebsriemenfcheibe blieb nicht wie bei dem englifchen Mufter an ihrem Platze, fondern ging mit dem Bohrftänder hin und her, was bei der Kürze des zurückgelegten Weges fehr leicht angeht.
Mafchinenfabrik Saxonia, vormals Conftantin Pfaff in Chemnitz.
Diefe Firma ift die allerjüngfte unter denen, die fich mit Werkzeugmafchinenbau befaffen. Sie befteht zwar fchon feit Anfang der vierziger Jahre, befchäftigt fich aber faft ausfchliefslich mit Mafchinen für Spinnerei und Weberei. Zu unferer Specialität ging fie erft vor kurzem über, als die letztgenannte aufhörte, ein lohnendes Gefchäft zu fein.
In ihren Conftructionen hat fie fich möglichft frei von den Chemnitzer Muftern gehalten, und es jedenfalls vermieden, Zeichnungen und Preiscourante von den älteren leitenden Firmen zu copiren. Ihre Ausführungen find folid, nett und den befferen anzureihen.
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