Strafsenfuhrwerke und andere Transportmittel.
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In Bezug auf die diverfen, beim Wagenbaue verwendeten fertigen oder halbfertigen Beftandtheile war die Ausstellung des deutfchen Reiches ebenfalls eine fehr reichhaltige; insbefondere könnten hervorgehoben werden:
Dick& Kirfchten in Offenbach am Main, deren Fabrik von Achfen, Federn, Rädern, Befchlägen und Hölzern für den Wagenbau eine bemerkenswerthe Räderpyramide in der Mafchinenhalle aufgerichtet hatte, brachten aufserdem eine grofse Quantität der gangbarften Gufsftahl- Federn, fowie Achfen, Vordergeftelle aus Holz mit Eifen befchlagen, Schraubenfchlüffel, Thürfchlöffer, Speichen, Naben, Büchfen u. f. w. zur Ausftellung, deren Ausführung ebenfo vorzüglich als der Preis ein billiger genannt werden muss.
Gebrüder Heim aus Offenbach ftellten eine gröfsere Anzahl Achfen, Achsbüchfen und Schlüffel aus.
Gebrüder Gouvy in Homburg( Lothringen) betheiligten fich mit einer fehr reichhaltigen Ausstellung von fertigen Equipage- und Omnibusfedern, fowie fertigen Federcharnieren.
Asbeck, Ofthaus, Eicken& Comp. in Hagen( Weftphalen) ftellten aufser Federftahl auch eine grofse Anzahl von mannigfaltigen Wagenfedern aus, ebenfo wie diefs bei den Hagener Gufsftahl Werken der Fall war.
Wilhelm Holoch in Stuttgart ftellte eine complete Sammlung der im Wagenbaue gebrauchten Werkzeuge aus, welche fehr viel Anwerth gefunden haben.
Schweiz. Aus der Schweiz kamen zur Wiener Ausftellung I Parkwagen, I Vélocipède und 3 Kinderwagen, während die letzte Parifer Ausftellung gar keine Vehikel aus diefem Lande aufzuweifen hatte.
Der Wagenfabrikant Joh. Urfer aus Jnterlaken fandte einen fehr fchönen, ganz aus Stahl und Eifen beftehenden Pony- Parkwagen, der auf Druckfedern hing, deffen Räder dünne Stahlfpeichen und Stahlfelgen hatten und mit einem Kautfchuk ringe verfehen waren. Preis 500 fl. Silber.
Das ebenfalls aus Stahl beftehende Vélocipède wurde von der ,, Fabrique de Vélòcipèdes à Wohlen de Albin Wiellisbach" zur Ausstellung gebracht und hatte auf beiden Rädern ziemlich ftarke Kautfchukringe.
Die drei niedlich ausgeführten und in Druckfedern hängenden Kinderwagen ftammten aus der Fabrik von N. Corrodi in Zürich.
Italien. Aus Italien kam im Jahre 1867 kein einziger Luxuswagen nach Paris, die Wiener Ausftellung hatte deren 16 Stück aufzuweifen. Es ftellten bemerkenswerthere Objecte aus:
Angelo Bardelli, fabricatore di caffe di carozze in Mailand, zwei fehr gut in Rohbau ausgeführte Obergeſtelle und Kaften fammt Verdeckgeftelle von einem Brougham und einem Landau.
Marco Fiorini in Bologna aufser zwei leichtgebauten zweirädrigen, in gefirnifstem Efchenholze ausgeführten Gigs auch noch einen grünen Clarence auf Druckfedern mit grüner Seide ausgefchlagen.
Vincenzo Celfa in Turin einen Dos- à- dos- Kutfchirphaeton auf Refforts à pincettes, fowie eine blaue Victoria, ausgefchlagen mit lichtgrauer Seide.
Die Wagenausftellung des Turiner Fabrikanten Aleffandro Locati nahm nicht nur den erften Rang unter den italienifchen Ausftellern ein, die ausgeftellten Objecte konnten fich vielmehr in Bezug auf Material und Ausführung mit den beften gleichartigen Producten der übrigen Ausfteller meffen. Locati ftellte 3 Wagen aus, und zwar ein Caretello( offener Phaëton), rückwärts auf 3 Federn, vorne auf einer einzigen Druckfeder eingehängt, blau lackirt, roth befchnitten, mit blauem Chagrin garnirt, Preis 1000 Francs; einen englifchen Drag für 15 Perfonen mit chromgelbem Kaften und rothem Untergeftelle, Preis 6000 Francs; einen remarquablen Galawagen in Form eines Landau auf
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