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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Mathematifche und allgemeine phyfikalifche Inftrumente.

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Thermometer, welche in das Innere des Gehäufes gebracht werden können, fowie entſprechend eingerichtete Etuis, die zugleich beim Ablefen das Inftrument vor Erwärmung durch die Hand fchützen, find beigegeben.

Allerdings ift durch die Fühlhebel- Feder ein möglicherweife veränderliches Element in den Apparat eingeführt, das, wenn auch alles Ubrige keinen ftetigen Aenderungen unterworfen wäre, eine Variation der Conftanten herbeiführen könnte. Die Erfahrung wird hierüber bald Auffchlufs zu geben im Stande fein. Uebrigens könnte die Fühlhebelfeder ganz befeitigt werden, wenn man die Mikrometerfchraube nach Art der früher befchriebenen Sphärometer einrichten würde, was unferes Erachtens manche Vortheile mit fich brächte.

Goldfchmid conftruirt auch portative, felbft regiftrirende Aneroidbarometer. Um die Bewegung des Hebels zu vergröfsern, find hier 10 luftleere Büchfen über einander befeftigt. Der Hebel ift mit einem Stifte ver fehen, der mittelft des Uhrwerkes von Viertel zu Viertel Stunde gegen eine Trommel gefchnellt wird, die, durch das Uhrwerk in Umdrehung um eine verticale Achfe verfetzt, einen Papierftreifen aufwickelt. Da die Trommel nur eine geringe Höhe befitzt, wie fie für gewöhnliche Aenderungen des Luftdruckes ausreicht, fo ift noch eine Vorrichtung angebracht, durch welche das ganze Büchfenfyftem in mefsbarer Weife gehoben und gefenkt werden kann. Hievon ift namentlich auf Reifen Gebrauch zu machen, wenn das Inftrument in Stationen mit verfchiedenen Höhen über der Meeresfläche in Anwendung kommen foll. Das Uhrwerk ist für einen Gang von 50 Stunden berechnet.

Von den übrigen Ausftellern, die in diefer Gruppe noch zu nennen find, brachte Gottlieb in Wien gewöhnliche Queckfilber- Barometer und Aneroide eigener Erzeugung, die fich bereits grofser Anerkennung erfreuen; Stettinger und Neuhöfer, beide in Wien, Zimmerbarometer und Aneroide, erfterer noch ein Patentmanometer, letzterer Höhenmefs- Aneroide; Lafer und Hetfchel, ebenfalls beide in Wien, Zimmerbarometer, die durch folide und gefchmackvolle Arbeit hervortraten; Deutfchbein in Hamburg eine reiche Collection von Aneroiden in fehr eleganter Ausftattung; Pillifcher in London und Bréguet, Carre, Lion und Gouichard, fämmtlich in Paris, Aneroide von den ver­fchiedenften Gröfsen, von vorzüglichfter Arbeit und Ausftattung. Die Tafchen­aneroide letzterer Firma find fehr bekannt und verbreitet. Das Bourdon'fche Holofteric fcheint auch in Frankreich durch die Vidi'fchen und Naudet'fchen Aneroide ganz verdrängt zu werden.

Ein von Le coz in Briene erfundenes Barometer, welches die Luftdruck­Aenderungen in vergröfsertem Mafsftabe darftellt, war auf dem Transporte befchä­digt worden. Infoweit die vorhandenen Beftandtheile errathen liefsen, fcheint die Einrichtung auf dem Principe des Morland'fchen Wagebarometers zu beruhen.

Luftpumpen und Compreffionsapparate. Obgleich die Luft­pumpen nichts weniger als zahlreich vertreten waren, fo werden wir doch einige wichtige Inftrumente diefer Art zu verzeichnen haben.

Hauck in Wien brachte nebft gewöhnlichen Luftpumpen zum Evacuiren und Comprimiren eingerichtet. den Compreffionsapparat von Natterer zur Erzeugung flüffiger Kohlenfäure in fehr fchöner Ausführung, eine Deleuil'fche Pumpe mit freien Kolben, ganz nach Deleuil's Conftruction und eine Queck­filber- Luftpumpe nach Töpler. In fehr finnreicher Weife find an diefer Pumpe Hähne oder Ventile vermieden; wir wollen das Schema derfelben angeben. Von einem Glasballon führt aus feinem oberften Punkte O ein Glasrohr A nach abwärts, das etwas länger als die Barometerhöhe ift und mit feinem unteren offenen Ende in ein cylindrifches Glasgefäfs unter Quecksilber taucht. Vom unterften Punkte U desfelben Ballons zweigen fich zwei Rohre ab. Das eine Rohr D geht erft vertical nach aufwärts, bis es eine Länge von mehr als die Barometerhöhe erreicht hat, biegt dann wieder nach abwärts und führt fchliefslich