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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Mathematifche und allgemeine phyfikalifche Inftrumente.

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Thermometer umfafst ein Intervall von etwas mehr als 10 Grad Celfius, ein Grad hat eine Länge von mehr als 2 Centimeter, fo dafs man 150 Grad Celfius noch gut ablefen kann. Unter dem Punkte, an welchem die Theilung beginnt, ift das Capillarrohr erweitert und unter der Erweiterung befindet fich der Nullpunkt. Auf diefe Weife ift es möglich gemacht, die Correctionen wegen Aenderung diefes Nullpunktes anzubringen.

Frankreich war durch Dutrou mit einer fchönen Sammlung von Ther­mometern, Aräometern, Pfychrometern etc. vertreten, England durch Pillifcher, Spanien durch Arce, endlich Rufsland durch Bernardaky in Petersburg mit Alkoholometern.

Speciell wollen wir noch anführen:

Ein Luftthermometer nach Jolly von Stollenreuter. Wie bei Reg­nault wird die Temperatur eines conftanten Luftvolumens durch die Expanfions­kraft beftimmt. Ein Glasballon fteht durch ein enges Glasrohr mit einem weiteren verticalen in Communication, an deffen Ende fich ein Stahlhahn und mit diefem verbunden ein elaftifcher Schlauch, der in ein Glasrohr endigt, befindet. Ballon fowohl als diefes Glasrohr find zu beiden Seiten einer verticalen Säule zu ver­fchieben und feftzuftellen. Diefe Säule trägt eine Spiegelfcala mit Millimeter­Theilung. Durch entſprechende Stellung der beiden Schlitten kann die Luft im Ballon immer auf dasfelbe Volumen zufammengeprefst werden. Das Volumen bis zur Marke, fowie der Ausdehnungscoëfficient des Glafes werden vor Ablieferung der Inftrumente genau beftimmt.

Das Metallmaximum- und Minimumthermometer von Herrmann und Pfifter. Es befteht aus einer ebenen Spirale, gebildet durch zwei übereinander gelöthete Streifen von Stahl und Meffing, verfehen mit einem galvanifchen Metall­überzug. Die Krümmung der Spirale bewirkt die Winkeldrehung eines Zeigers, der ähnlich wie beim Holzmann'fchen Thermometer die beiden Zeiger ver­fchiebt, die das Maximum und Minimum der Temperatur angeben. Durch eine entfprechende Vorrichtung kann die ganze Spirale gedreht und das Inftrument hiedurch juftirt werden.

Beim Metallthermometer von Pizzaro in Bologna ift auf einer vertical geftellten Marmorplatte ein Metallftab von etwa 15 Centimeter Länge mit feinem oberen Ende befeftigt. Sein unteres Ende wirkt an dem kürzeren Arme eines horizontalen Hebels, der am Endpunkte des längeren Armes einen zweiten Stab von faft derfelben Länge wie der erfte trägt und welcher nach aufwärts zum kürzeren Arme eines zweiten Hebels führt; der längere Arm diefes Hebels ift. ein Zeiger, der an einem Bogen fpielt. Zur Angabe der maximalen und minimalen Temperaturen werden durch den Zeiger an einem feinen horizontal ausgefpannten Draht zwei Kügelchen verfchoben. Der zweite Hebel ift durch ein Gewicht belaftet, um einen todten Gang zu vermeiden, und die Theilung auf dem Grad­bogen reicht von 20 bis 100 Grad Celfius.

Das Pyrometer von Codazza in Turin ift nach dem Principe von Regnault's Luftthermometer conftruirt, nur wird, da es fich um Meffung grofser Spannungen handelt, ftatt des offenen Queckfilbermanometers ein gefchloffenes mit Luftkammer verwendet. Das Thermometergefäfs befteht aus Porcellan und befitzt einen Rauminhalt von 290 Cubikcentimeter. Es communicirt durch ein 0.5 Meter langes Eifenrohr mit feiner Bohrung mit dem manometrifchen Apparate, der im Uebrigen genau wie beim Regnault'fchen Luftthermometer eingerichtet und gehandhabt wird. Das Volumen der Bohrung im Eifenrohr und im Glasrohr bis zur Marke beträgt nur I bis 2 Cubikcentimeter. Das Inftrument hat bereits fehr brauchbare Refultate geliefert.

Zum Schluffe wollen wir noch einiger Apparate gedenken, die unter die früheren Capitel nicht gut eingereiht werden konnten, dennoch aber innerhalb der Grenzen liegen, die diefem Berichte zugewiefen find.

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