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Ferdinand Lippich.
befitzt alfo die Pumpe keinen der Mängel gewöhnlicher Hahn- oder Ventil- Luftpumpen.
Wie fchon erwähnt, hat Kravo gl feiner Pumpe einen Babinet'fchen Hahn beigegeben und er erfcheint auch in der That durchaus nicht überflüffig. Es ift nämlich zu bedenken, dafs beim Ausblafen der Luft, folche, wenn auch in fehr kleinen Quantitäten an den Wänden des Stiefels und der Hahnbohrung hängen bleiben kann, dafs aber auch die gröfsere Abforption von Luft durch das Queckfilber unter atmoſphärifchem Druck, fowie das Condenfiren von Feuchtigkeit, die mit der äufseren Luft in den Stiefel eindringt, möglicherweife zu berückſichtigen kommt. Alle diefe Umstände wirken aber genau fo, wie ein fchädlicher Raum. Bei den übrigen Queckfilber- Luftpumpen kommen diefe Uebelſtände ebenfalls vor, fie können aber meift nicht befeitigt werden. Bei der Töpler'fchen Pumpe dürften fie noch am geringften fein.
Die Ingangfetzung der Pumpe gefchieht mittelft Kammrads und zweier verzahnten Stangen durch geringen Kraftaufwand. Der ausgeftellten Photographie nach zu fchliefsen, find die Dispofitionen der Mafchine fehr glücklich und bequem gewählt. Dafs nicht nur die Ausführung, fondern auch die äufsere Ausstattung eine ganz vorzügliche fein werde, dafür bürgen nicht nur die früheren Erzeugniffe diefes trefflichen Mechanikers, fondern auch ein Blick auf die übrigen ausgeftellten Objecte mufste diefe Ueberzeugung verfchaffen.
Die Pumpe foll nach den mit ihr vorgenommenen Proben noch kaum erreichte Refultate geliefert haben. Herr Kravogl gibt an, dafs alle, auch die beftausgekochten Barometerproben mit feiner Pumpe unterfucht, im offenen Schenkel einen höheren Stand zeigen.
Bedenkt man die Gebrechlichkeit und etwas difficile Handhabung der bisher gebräuchlichen Queckfilber- Luftpumpen, die Gefahren ihres Transportes und endlich ihre wegen der grofsen Hubhöhe unbequemen Dimenfionen, fo werden die bedeutenden Vortheile der befchriebenen Pumpe auch in diefer Richtung in die Augen fpringen. Sie dürfte wohl das vollkommenfte und präcifefte Inftrument ihrer Art fein und nicht verfehlen, die Aufmerkſamkeit der Phyfiker in hohem Grade auf fich zu lenken. So wird dem Erfinder die wohlverdiente Anerkennung nicht ausbleiben, wenn derfelbe auch augenblicklich von der Jury unberückfichtigt geblieben ift. Der Grund hievon lag wohl zum Theil darin, dafs das Inftrument nur durch Zeichnungen illuftrirt war; aber wir glauben, die übrigen der thatfächlich ausgeftellten Objecte feien derart gewefen, dafs man fich über einen folchen durch Ungunft der Verhältniffe bedingten Mangel hätte hinweg fetzen können.
Thermometer, Pyrometer, Aräometer. Ziemlich reichhaltig waren namentlich in Oefterreich und Deutfchland Thermometer und Aräometer vertreten, befonders derartige Inftrumente zum gewöhnlichen Gebrauche oder zur Verwendung in Fabriken beftimmt. So haben ausgeftellt in Oefterreich: Neuhöfer eine Sammlung derartiger Glasinftrumente, namentlich Thermometer fur Fabriksgebrauch; Gottlieb fehr fchöne Thermometer für Fabriken und zu wiffenfchaftlichem Gebrauch, fowie Aräometer der verfchiedenften Gattung; defsgleichen Stettinger in Wien, Weinzierl in Wien, Batka in Prag und befonders hervorzuheben Lafer und Hetfchel, beide in Wien. An Reichhaltigkeit und Vorzüglichkeit der exponirten Objecte ragten aber ganz befonders hervor L. Kappeller und H. Kappeller jun. Die hieher gehörigen Inftrumente für wiffenfchaftliche Zwecke geniefsen denfelben wohlverdienten Ruf wie die bereits befprochenen Barometer.
In Deutfchland hatten Stafchen in Mellenbach und Wilhelm's Söhne in Oberweifsbach( Schwarzburg Rudolftadt) Thermometer und andere Glasgeräthe ausgeftellt; Geifsler brachte neben folchen und feinen bekannten GlasbläferWaaren eine ausgezeichnete Sammlung von Normalthermometern. Jeder diefer