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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Dr. W. Tinter.

Fernrohre, die anderen drei mit umlegbarem Fernrohre, waren fehr fleifsig gearbeitet, erinnern aber in allen Stücken bei drei Exemplaren an die Conftruction der englifchen, bei dem einen Exemplare jedoch an die franzöfifchen Nivellir­

inftrumente.

Das von Rufsland gebotene, und was nennenswerth erfcheint, erinnert wieder an die von Kern in Aarau gewählte Conftruction.

Dänemark war durch Jünger's Etabliffement in Kopenhagen und durch den Mechaniker Holft ebendafelbft vertreten.

Erftgenanntes Inftitut hatte ein Nivellirinftrument mit feftem Fernrohre und Elevatiosfchraube und ein Univerfal- Nivellirinftrument mit durchfchlag­barem Fernrohre, das Ringe trägt, ausgeftellt.

Bei Holft fanden wir zwei Nivellirinftrumente mit Fernrohr zum Umlegen und mit der Elevationsfchraube; man fah es der Conftruction der letzteren an, dafs man nur einen fchüchternen Verfuch gewagt hatte. Der Unterbau des einen diefer beiden Inftrumente war für die Ausftellung auf ein Zapfenftativ durch­geführt.

In Deutfchland hatten ausgeftellt: Dennert& Pape in Altona, Hahn in Kaffel, Hildebrand in Berlin und Lüttich in Berlin.

Das Nivellirinftrument mit Horizontalkreis und Tangential­fchraube von Dennert& Pape foll hier etwas ausführlicher erwähnt werden. Das Inftrument hat eine Dreifufs- Aufftellung, einen Horizontalkreis, der durch eine Dofenlibelle horizontal geftellt werden kann Die Aufhebung der groben Horizontalbewegung gefchieht mittelft einer Centralklemme. Um den in die ver­ticale Büchfe fleifsig eingepafsten Zapfen dreht fich der ganze Oberbau des Inftrumentes; zunächft ift mit dem Zapfen ein Träger A( Fig. 17) verbunden, mit welchem die an einem Stabe R befeftigten v- förmig geftalteten Fernrohrlager

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Fig. 17.

B in entſprechende Verbindung gefetzt find. In den Lagern B ruht das zum Umlegen ein­gerichtete Fernrohr von 30maliger Vergrö­fserung. Die Libelle ift mit dem Fernrohre in Verbindung. Der Stab R mit den beiden Lagern dreht fich um eine horizontale durch zwei Schraubenfpitzen gebildete und zur verticalen Umdrehungsachfe fenkrechte Achfe. Die verticale Bewegung um diefe horizontale Achfe wird durch eine Mikro­meterfchraube y vollzogen. Diefe Schraube foll nun zum Meffen kleiner Verticalwinkel und zur Diftanzbeftimmung dienen, und zwar foll im erfteren Falle die Anzahl der gemachten Schraubenumgänge dem von der optifchen Achfe durchlau­fene Winkel proportional fein Um diefes zu erreichen, ift an der Seite der Mefsfchraube mit R ein Bogenftück W feft­gefchraubt, das feinen Mittelpunkt in der früher genannten, durch zwei Schrauben­fpitzen gebildeten horizontalen Drehachfe hat, und an der vorderen Begrenzung die der Mefsfchraube y entfprechenden Mutter­gewinde enthält. In letztere werden die am oberen Theile von y angebrachten Gewinde durch eine Feder oe eingedrückt; unten geht y in eine Kugel aus, welche zwifchen die beiden Backen v v' gelagert ift, fo dafs nur ein Runddrehen von y gefchehen kann, demnach eine Bewe­gung von W mit R und dem Fernrohre erfolgen mufs, und zwar entſpricht

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