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Mathematische und physikalische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 1 und 2) ; Bericht / von Ferdinand Lippich ...
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Geodätifche Inftrumente.

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Ad 1. Die Unterfuchung gefchieht auf bekannte Weife; die nöthige Berich­tigung wird mit den Correctionsfchrauben m der Libelle ausgeführt.

Ad 2. Man vifirt bei einfpielender Libelle mit dem zu unterfuchenden Fernrohre( oben) nach einer getheilten Latte, die entſprechende Lefung fei; hierauf dreht man das Fernrohr( unten) um die Rotationsachfe EE' um 180 Grad und beftimmt den Lattenabſchnitt l. Ift die Differenz- l₁= 20 dem doppelten Abftande der Fernrohrachfe von der Achfe EE'= 2A, fo ift diefe Eigenfchaft für das zu unterfuchende Fernrohr erfüllt; im anderen Falle gibt die Differenz 20-2= 2 x den doppelten Fehler an; wird nun die Vifur durch Verfchieben des Fadenkreuzes auf die Lefung 2x eingeftellt, fo hat man diefe Forderung für das eine Fernrohr erfüllt. Den gleichen Vorgang beobachtet man bei dem

zweiten.

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Erwägt man, dafs durch das Nivellirinftrument mit umlegbarem Fernrohre, das zur Vervielfältigung der Beobachtungen drei Horizontalfäden hat, die durch befpro­chene Conftruction bezweckten Vortheile noch vollkommener erreicht werden, ferner, dafs man durch die Auffatzlibelle über die Neigung der optifchen Achfe fofort einen Auffchlufs erhält, dafs man durch die eingefpannten Horizontalfäden auch einen Faden- Diftanzmeffer gewonnen hat, fo dürfte die Conftruction von Limpo mit dem Aufwande von zwei Fernrohren kaum eine Nachahmung finden.

Apparate zur unmittelbaren Beftimmung der Gefchwindigkeit fliefsender Gewäffer und Wafferftands- Anzeiger für die mittlere Höhe.

Die Apparate zur unmittelbaren Meffung der Gefchwindigkeit fliefsender Gewäffer waren eigentlich nur in Oefterreich und in der Schweiz, im erften Lande durch die Firmen: Kraft, Schablafs und Starke, im letzten Lande durch Amler- Laffon vertreten; wenn gleich auch fonft noch, wie z. B. in der italienifchen Abtheilung bei Allem ano, ein oder das andere zu diefem Zwecke conftruirte Inftrument anzutreffen war, fo können wir diefelben über­gehen, weil die Conftructionen veraltet, durch jene der neueren Zeit weit über­holt find.

Der hydrometrifche Flügel, auch nach feinem Erfinder Reinhold Woltmann( 1790) der Woltmannflügel genannt, wie er von Kraft& Sohn, von Schablafs& Sohn ausgeführt wird und durch je ein Exemplar in der Ausftellung vertreten war, ift den Conftructionen, wie fie in den bezüglichen Werken über Wafferbau, in manchen Werken über praktiſche Geometrie zu finden find, unwefentliche Aenderungen abgerechnet, ganz gleich, wefshalb bei denfelben nicht länger verweilt werden foll.

Der von G. Starke conftruirte hydrometrifche Flügel ift in manchen Stücken von den bisherigen Conftructionen abweichend; wir geben in Fig. 25 eine Anficht und in Fig. 26 einen Schnitt diefer Conftruction. Der Flügel felbft befteht aus dem Ringe n, welcher nach der Richtung eines Durchmeffers zwei Anfätze trägt; mit dem einen Anfatze ift das Steuerruder R, mit dem zweiten Anfatze, der in feinem oberen Theile eine Oeffnung enthält, der Bügel B und der rahmenförmige Theil A' feft verfchraubt; einen zweiten Befeftigungspunkt für A' bietet das Ende des Bügels B. In dem Rahmen A' ift die Achfe A eingelagert, welche einerfeits das Schraubengewinde und anderfeits den Flügel F trägt Ein zweiter Bügel B' ift um eine am Ende des Bügels gebildete horizontale Dreh­achfe c drehbar, und zwar mit Hilfe des Armes 6, der durch die früher genannte Oeffnung geht und bei c' mit B' gelenkartig verbunden ift. Der Bügel B' trägt nun die Achfe für die beiden unmittelbar hintereinander ftehenden Zählräder ( Differentialräder) r, wovon das eine die ganzen Umdrehungen, das zweite hin­gegen die einzelnen Hunderte der Umdrehungen des Flügels angibt. Wird bin die Höhe gezogen, fo werden die Rädchen in die Schraube eingerückt. Der