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Dr. W. Tinter.
ftellt. Um die Scheibe A wickelt fich ein Metalldraht, welcher mit einem Schwimmer in Verbindung fteht, der in einem aus Kupfer oder verzinktem Eiſen hergefteilten Schachte auf- und niedergeht. Wenn der Schwimmer finkt, fo dreht der Metalldraht die Scheibe A; beim Steigen des Schwimmers wird A durch eine auf die Scheibe B gewickelte Schnur, an welcher ein Gewicht wirkt, in entgegengefetzter Richtung gedreht. Die Achfe a der Scheiben A und B geht in die doppelgängige, äufserft forgfältig gearbeitete Schraube S aus. Die Mutter für diefelbe ift in M; mit ihr ift durch den Stab 6 und das Querftück q der um die Schraubenfpitzen e drehbare Rahmen in Verbindung, in welchem die Achfe der Rolle R eingelagert ift. Letztere bewegt fich in radialer Richtung auf der Glasfcheibe s, die durch ein Uhrwerk in 24 Stunden eine volle Umdrehung macht. Es ift zu dem Ende mit der Büchfe, mit welcher die Scheibe s auf einem verticalen Zapfen ruht, eine am Umfange mit Schraubengewinden verfehenen Scheibes, in Verbindung, in welche Schraubengänge die Schraube σ eingreift, die eben durch das Uhrwerk gedreht wird. Die Metallfeder fkann mit den Schrauben k fo gefpannt werden, dafs fich die Büchfe mit s um den Verticalzapfen leicht aber doch ficher dreht. Die Führung der Schraubenmutter wird durch den Anfatz n( Fig. 29), der fich durch das entgegenwirkende Gewicht g an die mit einer fcharfen, parallel zur Achfe von S geftellten Kante verfehene Metallplatte m lehnt, bewerkstelliget.
Zur Aufhebung des todten Ganges dienen die Gegengewichte g₁
Theorie des Apparates. Bei irgend einem Wafferftande, etwa bei Null des Pegels, ftehe die Rolle R in der Mitte O von s; beim Steigen des Waffers rückt die Rolle von O gegen O'. Würde fich die Scheibe A einmal umdrehen, fo hat fich auch der Wafferftand um die Gröfse des Umfanges U der Scheibe A geändert. Wäre etwa für die Aenderung H im Wafferftande die Verfchiebung der Rolle 00' und ift g die Höhe eines Schraubenganges, fo ift
g
00'= H. und umgekehrt
U
U
H= 00'.
I.
g
Man erhält demnach die Wafferftands- Höhe H, wenn man den Abftand der Rolle vom Mittelpunkte der Scheibe mit dem einem beftimmten Inftrumente zuU g
kommenden conftanten Coëfficienten multiplicirt.
Um zu erfahren, um wie viel fich der Auflagepunkt der Rolle R auf der Scheibe s durch die vereinte Wirkung der wechſelnden Wafferſtände und der Drehung der Scheibe s radial weiter bewegt, bedenke man Folgendes:
Ift u der Umfang der Rolle R, ferner die am Zählrädchen und an der getheilten Trommel abgelefene Umdrehungszahl z, fo ift der Weg s eines Punktes des Umfanges von R
s= u 2
2.
.
In einer unendlich kurzen Zeit dreht fich die Scheibe durch das Uhrwerk um do, die hiemit verknüpfte Drehung der Rolle R fei ds, fo ift, wenn d den Abftand der Rolle vom Mittelpunkte der Scheibe zur felben Zeit bedeutet,
ds= d.do.
Durch Integration erhält man:
_
s= fd.do.
3,
das ift, den Weg s, um welchen fich ein Punkt des Umfanges von R in einer Zeit, welcher der Drehungswinkel o entfpricht, weiter bewegt hat.
6
Die Verbindung von I mit 2 gibt:
u.z= fd.do..3.