Telegraphen Apparate.
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und die nöthigen Apparatverbindungen herftellen. So lange dagegen das Grundbret aus der Vertiefung ausgehoben ift, ftellt eine aufserdem noch vorhandene Federfchlufs- Klemme die kurze Verbindung zwifchen der in die Station einmün denden Luft- und Erdleitung her. Beim Wiedereinfetzen des Grundbretes wird diefe kurze Verbindung felbftthätig wieder gelöft. Unter der Tifchplatte find die nöthigen Batterien aufgeftellt.
Der Wärterftations- Apparatfatz befteht aus Farbfchreiber, Tafter, Galvanofkop und Umfchalter, welche in einem verfchliefsbaren Käftchen fich befinden. Der Elektromagnet des zunächft für den Ruheftrom beftimmten Farbfchreibers hat zwei aufrechtftehende Schenkel, deren Kerne feitwärts zu einander zugekehrten Schuhen verlängert find. Der Anker aber ift durch eine Schraube unterhalb des Ankerhebels feftgemacht und liegt auch noch unterhalb der Schuhe. Der Ruheftrom zieht alfo den Anker an die Schuhe empor, während letzterer beim Aufhören diefes Stromes abwärts fällt und das Schreibrädchen gegen den Papierftreifen drückt. Wird der Anker nicht auf der Unterfeite, fondern auf der oberen Seite des Ankerhebels und oberhalb der Schuhe feftgefchraubt, fo kann der Farbfchreiber fofort mit Arbeitsftrom arbeiten.
Die für vorübergehenden Dienft beftimmten Eifenbahn- Wärterbuden Telegraphen find erft feit etwa einem Jahre entftanden und auf meh reren Eifenbahnen bereits eingeführt. Der eiferne Anker der horizontalen Elektromagnete ift bei diefen Telegraphen in ähnlicher Weife wie zuerft bei dem Siemens'fchen Zeigerapparate mit Selbftunterbrechung und später auch bei dem Siemens'fchen Dofenrelais zwifchen die Elektromagnetpole gelegt. Ein feitwärts vom Anker auslaufender Arm trägt das Schreibrädchen oder Farbfcheibchen und an eine Rückverlängerung diefes Armes heftet fich die Abreifsfeder an. Der ganze Apparatfatz ift in einen hölzernen Kaften eingefchloffen, welcher fich ganz auseinanderfchlagen und deffen Thüre fich um eine horizontale Achfe um 90° umklappen läfst und dann als Schreibpult dienen kann. Die untere Thür hälfte ift doppelt und es bleibt der innere Theil ftehen, während fich der äussere umklappt. Beim Schliefsen des Kaftens legt fich eine Metallfchiene an der Thür an zwei Federfchlufs- Klemmen an und fchaltet den Apparat unter Herſtellung eines kurzen Schluffes der Linie aus. Beim Oeffnen der Thür wird diefer kurze Schlufs befeitigt und der Apparat zugleich eingefchaltet. Der erfte der ausgeftellten Apparate fchreibt mit einem trockenen Scheibchen aus Stiftblau, welches fich bei jeder Unterbrechung des Ruheftromes durch fein Gewicht und die Wirkung der Abreifsfeder auf den Papierftreifen auflegt, von diefem aber in Folge der Ankeranziehung wieder abgehoben wird, fobald der Strom wieder gefchloffen wird. Das Farbrädchen wird durch ein Gewicht, welches ein Räderwerk treibt, in beftändiger Umdrehung erhalten. Der Farbfchreiber eines zweiten Apparates befitzt ein Schreibrädchen, das in ein Gefäfs mit flüffiger Farbe taucht und von unten nach oben gegen den Streifen bewegt wird. Der Farbfchreiber eines dritten mit einem Werke ausgerüfteten Apparates fchreibt ebenfalls mit flüffiger Farbe und ift mit Selbftauslöfung verfehen. Die Apparate fchalten fich aber bei diefem Telegraphen beim Oeffnen und Schliefsen des Kaftens nicht felbftthätig ein, vielmehr mufs die Einfchaltung mit der Hand durch einen Schieber bewerkstelligt werden; allein fo lange der Schieber fo fteht, dafs der Farbfchreiber eingefchaltet ift, kann der Kaften nicht gefchloffen werden.
Von den transportablen Telegraphen enthält der kleinere, auf der indifchen Linie verwendete einen transportablen Farbfchreiber, deffen Schreibrädchen in ein Farbegefäfs eintaucht und eine an den Telegraphenfäulen zu befeftigende Einfchaltevorrichtung, mittelft deren der Apparat in eine Glockenleitung eingefchaltet werden kann. Diefer Farbfchreiber befitzt aber kein Laufwerk, vielmehr wird bei ihm der Streifen mit der Hand bewegt. Bei einem ande ren. in Rufsland gebräuchlichen Telegraphen- Apparatfatze ift der transportable Farbfchreiber nebft Tafter und Galvanofkop in einem Kaften eingefchloffen und