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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
Entstehung
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Dr. Leander Ditfcheiner.

der Ausfchnitt der Scheibe nach oben liegt, das heifst, wenn das optifch- mecha­nifche Haltfignal( der Semaphoren- Flügel) gezogen ift. Somit kann jede Block­ftation, wenn fie einen Zug an fich vorüberfahren läfst, die vorhergehende nicht eher deblockiren, bis fie fich felbft blockirt hat. Wird aber der in der Zugrichtung gelegene Knopf niedergedrückt, fo legt fich ein, lofe an feiner Stange fitzendes und bisher auf einem Stifte der Stange ruhendes Uebergewicht auf einen Stift an einem Fortfatze des in feiner unteren Lage befindlichen Sectors, und letzterer geht beim Umdrehen des Inductors fchrittweife in die Höhe; es erfcheint alfo auch das optifch- elektriſche Haltfignal. Dabei fchnappt zugleich bei Beginn der Stromfendung durch Federwirkung ein Hebel fperrend über einen Schalter an der unteren Stange ein und hält durch diefe Stange auch den Sperrkegel in der Windenfcheibe feft, fo dafs der Blockwärter das Semaphoren- Haltfignal jetzt nicht wieder abftellen kann.

Jener Sperrkegel ging ferner an der halbausgefchnittenen Achfe des Sectors vorüber und wird dann feinerfeits bei der weiteren Drehung deffelben von der Achfe hinter derfelben feftgehalten; der Contacthebel dagegen wird beim Loslaffen des Knopfes, nach Vollendung des elektrifchen Haltfignales, von einer kräftigen Feder an den erften Contact zurückgeführt, und nimmt dabei die obere Stange und durch diefe auch das Uebergewicht wieder mit in die Höhe.

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Ift endlich der Zug auf der nächften Station angelangt, fo gehen die von diefer Station gefendeten Deblockirungsftröme( wie fchon erwähnt, auf einem anderen Wege, als die Blockirungsftröme) durch den Elektromagnet des noch auf Halt" ftehenden Sectors, laffen das Echappement ſpielen, und der Sector geht, da das Uebergewicht nicht mehr auf ihm laftet, durch fein eigenes Gewicht hinunter. In Folge deffen zieht eine Feder den Sperrhebel, an der dazu jetzt wieder in die richtige Stellung gelangten halb ausgefchnittenen Achfe vorbei, in die Ruhelage zurück; die untere Stange kann daher in die Höhe gehen, die kräf­tige Feder am Sperrkegel hebt diefen aus der Scheibe aus und der Blockwärter kann jetzt auch feinen Semaphoren Flügel mittelft der Windung in die fchräge Frei­ftellung drehen. Aufser der auf der Inductor- Achfe auffchleifenden und die Wech­felftröme aufnehmenden Feder fchleift auf diefer Achfe, und zwar an einer Stelle, wo die halbe Achfe aus einem ifolirenden Materiale hergeftellt ift, noch eine zweite Feder auf, mittelft deren alfo nur gleichgerichtete Ströme, entweder pofitive oder negative, von dem Inductor entfendet werden können. Diefs gefchieht, fobald der eine oder der andere Leitungszweig an der Stelle, wo er in die Block­ftation eintritt, durch Niederdrücken des einen( und zwar des nach ihm hin gelegenen) von zwei Knöpfen von dem nach dem Contacthebel führenden Drahte gelöft und dafür unmittelbar mit dem einen der nach jener zweiten Schleiffeder lau­fenden Drähte verbunden wird. Diefe gleichgerichteten Ströme laffen dann auf der vorwärts liegenden Station nur einen Wecker ertönen und melden fo in diefer Station im Voraus einen nach ihr von der telegraphirenden Station abgehenden Zug an, worin eben das Vorwärtswecken befteht. Selbſtverſtändlich dürfen auf einer und derfelben zwifchen zwei Blockftationen enthaltenen Leitungsftrecke nicht gleichzeitig in beiden Richtungen Ströme gefendet werden. Etwas anders geftaltet fich das Telegraphiren zwifchen dem Bahnhofsapparate und dem zuge­hörigen Bahnhof- Deckungs apparate. Zwifchen diefen beiden Apparaten iſt eine doppelte Leitung gefpannt. Die beiden Signale in der Ausfahrtsrichtung find für gewöhnlich weifs, die beiden in der Einfahrtsrichtung roth, der Bahnhof alfo für einfahrende Züge gefperrt, damit er zum Rangiren der Züge u. f. w. zur freien Verfügung fteht. Beim Ausfahren drückt der Bahnhof- Infpector nach dem Vor­läuten auf der zweiten Leitung den in der Ausfahrtsrichtung gelegenen Knopf, und dreht den jetzt mit der erften Leitung verbundenen Inductor; dadurch wird fein Ausfahrtsfignal roth, der Zug fährt bis zum Deckungsapparate, hier zieht der Wärter das Semaphorenfignal, drückt den in der Fahrtrichtung gelegenen Knopf und dreht den auf die zweite Leitung eingefchalteten Inductor; dadurch wird