Telegraphen- Apparate.
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fein Signal roth, fein Flügel feftgeftellt und das Signal im Bahnhof- Apparate wieder weifs. Beim Einfahren findet der Zug im Bahnhof- Deckungs- und im BahnhofsApparate die Signale roth und bei erfterem den Flügel auf ,, Halt" eingeftellt; der Deckungs- Signalwächter mufs daher, bevor er dem Zuge das Einfahren in den Bahnhof geftatten kann, einen zur zweiten Leitung gehörigen Knopf drücken, den Inductor drehen und fo beim Bahnhof- Infpector läuten. Will der Infpector den Zug in den Bahnhof einfahren laffen, fo drückt er den in der Zugrichtung gelegenen Knopf und dreht den jetzt mit der zweiten Leitung verbundenen Inductor; dadurch werden die beiden rothen Signale in weifse umgewandelt und der Flügel der Deckungsftation wird beweglich, der Deckungsfignalwärter gibt das Flügelfignal ,, Frei", der Zug fährt ein. Darauf ftellt diefer Wärter den Flügel wieder auf ., Halt", drückt feinen in der Einfahrtsrichtung gelegenen Knopf und dreht den Inductor; dadurch wird durch die jetzt in die erfte Leitung gefendeten Ströme auf der vorhergehenden Blockftation das rothe Signal wieder weifs, und das Bahnhof- Signal dagegen wieder roth gemacht, woraus der Infpector zugleich erfieht, Um auch ein dafs der Flügel des Deckungsfignals wieder auf ,, Halt" feftfteht. Ueberholen des einen Zuges durch einen zweiten in einer Blockftation nicht auszufchliefsen, ift an dem Signalkaften für jede Richtung eine verfchloffene Klappe vorhanden, mittelft deren der Blockftation.( Bahnhof-) Vorftand die elektriſchen Signale mechanifch umwandeln kann. Ift z. B. der erfte Zug in der Station eingetroffen, fo blockirt fich diefelbe und deblockirt die vorhergehende; der erfte Zug bleibt in der Station liegen, der zweite fährt ein; der Vorftand verwandelt fein ,, Halt" in ,, Frei", läfst den zweiten Zug fahren, blockirt fich wieder und deblockirt die vorhergehende Station. Hat der zweite Zug die nächfte Station erreicht, fo deblockirt diefe diejenige, in welcher der erfte Zug noch hält, diefes„ Frei". Signal verwandelt der Vorftand wieder in ,, Halt" und läfst den erften Zug ábfahren.( Zetzſche a a. O.)
Mittelft des vollſtändigen Weichen- Centralapparates mit WeichenBlockapparat, mit Block- Signalapparaten mit imitirten Semaphoren, endlich mit Weichenriegeln und mit Weichenhebeln ausgerüftet( Syftem Frifchen), werden in verwandter Weife wie bei den einfachen Block- Signalapparaten, durch einander ergänzende elektrifche und mechanifche Wirkungen und Sperrungen von einer Centralftelle aus, die verfchiedenen Semaphoren und elektrifchen Signale und die Weichen eines Bahnhofes eingeftellt und in ihrer Stellung feftgemacht; es ift zugleich aber auch dafür geforgt, dafs nach Einstellung eines Signales oder einer Weiche keine anderen Signale und Weichen geftellt werden können, welche den fchon geftellten widerfprechen und dadurch Anlafs zu einem Unfalle geben könnten. Mit der Verwicklung und Verallgemeinerung der Aufgabe wird natürlich auch der Apparat, durch welchen fie gelöft werden foll, umfänglicher und verwickelter, und obgleich der Grundgedanke und der zu feiner Durchführung benützte Mechanismus eine Anwendung für alle möglichen, irgendwo wirklich vorkommenden Fälle und Anforderungen des Betriebes geftattet, fo mufs doch jeder Apparat, dem befonderen Falle, für welchen er beſtimmt ift, angepasst werden und den vorhandenen Bedürfnissen entſprechend eingerichtet fein. Der ziemlich grofse ausgeftellte Apparat foll folgenden Bedingungen genügen: 1. Stehen die aufserhalb des Bahnhofes gelegenen( Einfahrts-) Signale auf ,, Halt", dann follen die im Innern des Bahnhofes liegenden Signale dem Bahnhofs- Vorftande zur freien Verfügung ftehen( z. B. zum Rangiren der Züge), jedoch foll dabei ebenfalls ein Zufammenftofs zweier Züge und dgl. unmöglich gemacht fein; 2. bevor ein äufseres Signal auf ,, Frei" geftellt werden kann, müffen vorher alle den einfahrenden Zug möglicherweife gefährdenden Signale und Weichen im Bahnhofe nicht nur richtig eingeftellt, fondern auch in ihrer richtigen Stellung feftgehalten werden, während alle anderen Weichen und Signale dem Vorftande zur freien Verfügung bleiben; 3. nach Einziehung des äufseren„ Frei"- Signales und der Feftftellung desfelben auf ,, Halt", kann die Löfung der innerhalb