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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
Entstehung
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Telegraphen- Apparate.

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ift die Normaluhr auf der Sternwarte und die zu regulirende Uhr an dem Börfen­gebäude. Es ift dabei eine Controle eingerichtet, fo dafs man fowohl auf der Sternwarte leicht erkennen kann, ob die Börfe- Uhr richtig geht, und umgekehrt an der Börfe erkennen kann, dafs die dort befindliche Uhr in Uebereinftimmung mit der Uhr der Sternwarte fich befindet.

Anhang.

Siemens& Halke's elektriſche Lampen.

Bei der felbft regulirenden elektrifchen Lampe, für gleichge­richtete und für Wechfelftröme verwendbar, nach v. Hefner Alteneck, gefchieht die Regulirung der Länge des elektriſchen Lichtbogens in der Weife, dafs die Kohlenfpitzen bald unter dem Einfluffe des Uebergewichtes des einen oberen Kohlenhalters einander genähert, bald durch die Thätigkeit eines kleinen elek­tromagnetifchen Motors, welcher durch den lichterzeugenden elektrifchen Strom betrieben wird, wieder von einander entfernt werden. Diefer Motor( Fig.26 Tafel IV) befteht aus einem vom elektrifchen Strome umfloffenen Hufeifen- Magnet E mit einem vorliegenden Anker A, welchen eine Spiralfeder F mit regulirbarer Span­nung von den Polen des Elektromagnetes abzuziehen und gegen einen Ruhe­Anfchlag zu legen fucht. Mit dem Anzuge des Ankers durch den Elektromagnet ift für die Dauer desfelben die Schliefsung eines Contactes c( Fig. 26 Tafel IV.) verbunden, welcher dem elektrifchen Strome einen kürzeren Weg, an den Elek­tromagnet- Umwindungen vorbei, geftattet. Mit dem in Folge deffen eintretenden Abfall des Ankers wird der Contact c wieder geöffnet, der Anker wieder ange­zogen u. f w. Sobald alfo der elektriſche Strom, refpective der durch ihn im Elektromagnete hervorgerufene Magnetismus in Folge genügender Näherung der Kohlenfpitzen kräftig genug geworden ist, um die Spannung der Spiralfeder zu überwinden, fo wird der Anker in oscillirende Bewegung verfetzt, welche fo lange anhält bis die Stromftärke wieder unter diefe Grenze gefunken ift. Diefe hin und hergehenden Bewegungen macht ein kleiner Sperrkegel s mit, welcher dabei fucceffive in einer Richtung drehend auf ein Sperrrad U mit feinen fchräge ſtehen­den Zähnen einwirkt und fo, durch mit dem Sperrrade in Eingriff ftehende Zahn­räder und Zahnftangen, die beiden Kohlenhalter dem Uebergewichte des einen derfelben entgegenwirkend langfam von einander entfernt. In Folge der. damit im Zufammenhange ftehenden Vermehrung des Widerftandes des elektri­fchen Lichtbogens und der Schwächung des elektrifchen Stromes hören die oscil­lirenden Bewegungen des Ankers und Sperrkegels bald wieder auf und der Anker bleibt an feinem Ruhe- Anfchlage d liegen. In diefer Stellung wird der Sperrkegel durch einen am Geftelle der Lampe befeftigten Stift n, an dem er mit feiner fchrägen Fläche anläuft, gänzlich aus den Zähnen des Sperrrades U geho. ben, das Uebergewicht des oberen Kohlenhalters kommt wieder zur Geltung und nähert, indem es gleichzeitig das Sperrrad rückwärts dreht, die Kohlenfpitzen ein­ander wieder, bis in Folge der damit verbundenen Kräftigung des elektrifchen Stromes die oscillirenden Bewegungen des Ankers und Sperrkegels wieder beginnen. Die Schnelligkeit mit der fich die Kohlenfpitzen nähern, wird durch einen Wind­fang W verlangfamt, refpective regulirt, und damit der Elektromagnet nicht auf diefen im entgegengefetzten Sinne zu drehen braucht, ift deffen Triebrad R lofe auf die Achfe des Sperrrades aufgefetzt und durch eine kleine Sperrklinke t nur für die Drehung in dem einen Sinne, wie fie durch das Uebergewicht hervor­gebracht wird, an das Sperrrad gekuppelt. Bei normalen Arbeiten der Lampe find die alternirenden Bewegungen der Kohlenfpitzen an diefen felbft kaum wahr nehmbar; erlifcht jedoch der Lichtbogen durch eine äufsere Veranlaffung, fo laufen die Kohlenfpitzen fofort zufammen und werden nach eingetretener Berüh­rung durch die Thätigkeit des elektrifchen Motors wieder getrennt, wobei fich

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