Mufikalifche Inftrumente.
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niffe, von der die Ausftellung einen Beweis lieferte, fo wie der Ruhm der Firma laffen hoffen und wünſchen, dafs das Gefchäft zu feiner früheren Ausdehnung fich wieder auffchwingen wird.
Eine fchöne Glocke hat ferner Hadank& Sohn in Hoyerswerda in Schlefien gebracht. Diefelbe machte fchon durch ihr gefchmackvolles Aeuſsere einen angenehmen Eindruck, der Helm ift fchön geformt und mit Silber plattirt. Der Klang ift hell und von grofser Refonanz.
Ein fchönes Geläute von vier Glocken nebft Glockenftuhl boten ferner F. W. Rinker in Hof- Sinn bei Herborn, Heffen- Naffau, im Gewichte von 3547 Zollpfund, von 1740% und 1007% und 42845 Zollpfund im Gefammtpreife zu 375 Thaler.
L. Hermann in Memmingen in Baiern, ebenfalls vier Glocken, diefelben find im C- dur Accord geftimmt.
Statt des gewöhnlichen Glockengufs bedient man fich heutigen Tags häufig des Gufsftahls. Beiſpiele lieferten auf der Ausstellung Adolf Kraemer, Eifenhütte zu Quint bei Trier mit zwei und der Bochumerverein für Bergbau und Stahlgufs- Fabrication in Weftphalen mit einer Glocken; der Klang beider Glocken ift voll und fchön, die Bochumer namentlich entfaltet eine wahrhaft mächtige Wirkung. Nur hat fich leider bis jetzt der Gufsftahl nach diefer Seite hin nicht befonders dauerhaft erwiefen; es läfst fich daher für die Folge: eine Abfchwächung der Schallkraft befürchten. Die Bochumer Glocke wiegt 60 Centner.
Aus Hochofen Gufseifen mit Beffemer- Gufsftahl fand fich auch in der ungarifchen Abtheilung eine Glocke von Reficza( im Banat) vor; fie ftimmt genau im Parifer Kammerton( a). Ungarn hat überhaupt in Bezug auf Glocken manches Treffliche geliefert. Wir nennen nur Andrafchovsky Ephraim in Klaufenburg, ferner die gleichnamige Firma in Kronftadt; jede von ihnen hatte eine Glocke fammt Montirung von recht leidlicher Qualität gebracht; ferner wären in diefer Abtheilung anzuführen Pozdech Jofef in Peft und Seltenhofer Friedrich in Oedenburg.
Vortreffliche Glocken, acht an Zahl, hatte ferner die Firma Blews William& Sons in Birmingham in der engliſchen Abtheilung ausgeftellt.
In der italienifchen Abtheilung machte fich hefonders die Firma Luigi Cavadini& Figlio in Verona mit fünf grofsen und vier kleinen harmonifch geftimmten Glocken bemerklich. Diefelben werden durch eine Taftatur von Holz regiert; aufser der genannten Firma ftellten Colbachini Damiano und Söhne zwei kleine Glocken, die eine in viereckiger Form, die kleinfte in a geftimmt, von feiner Arbeit, aber fchlechtem Gufs; ferner Matteini Don Mariano in Rimini vier Glocken mit fchöner durchbrochener Arbeit, aber von dürftigem Ton.
Eine Glocke ganz eigenthümlicher Form trafen wir in der japanifchen Abtheilung an. Diefelbe verengt fich nach unten hin und hat keinen Klöppel. Sie wird zum Tönen gebracht, indem man einen kleinen Holzbalken auf einen erhabenen Punkt der Aufsenfeite fchleudert. Der Ton ift weithallend und von mächtiger Wirkung; er hat etwas von dem Charakter des Tam- Tam an fich. Diefe Glocke reihte fich dem Beften an, was die Ausftellung in Inftrumenten diefer Art bot.
Endlich hatte auch Holland einen Beitrag mit mehreren Glocken von anftändigem Fabricate geliefert.
Anomale Inftrumente.
Unter diefem Namen begreifen wir Inftrumente, welche keiner der bisher angeführten Gattungen zugehören, fondern ganz ifolirt daftehen. Die Ausstellung führte deren zwei vor, nämlich das Piano Quatuor von Baudet in der franzöfi