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Carl Mayer.
2.500 Stück weifse Lammfelle,
I.400 28.000 12.000
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99
6.000
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gefchwärzte Lammfelle, Feldflafchen mit Blechüberzug,
Kochgefchirre und
Cavallerie- Sättel; aufserdem eine bedeutende Ziffer von Kopfbedeckungen, Pofamentir- und Seilwerk- Sorten, Pionnier- Ausrüftungsgegenstände, ärztliche und Spitalserforderniffe u. f. w.
Zu diefem Bedarfe kommt noch jener der Fuhrwefen- Material- Depots, zur Befchaffung der Ausrüftung des ganzen Armee- Trainwefens erforderlichen grofsen Quantitäten von Materialien, vorwiegend verfchiedene Ledergattungen, fowie jener der Zeugsartillerie hinzu.
Das jährliche ordentliche Budget für Bekleidung, Ausrüftung und Betten forten varirt zwifchen 8 und 82 Millionen Gulden.
Aus dem oben Angeführten läfst fich auf den Bedarf und deffen Geldwerth in aufsergewöhnlichen Verhältniffen, und aus den Bedürfniffen des von militärifcher Prunkfucht im Bekleidungswefen abfehenden Oefterreich auf das Erfordernifs anderer Staaten fchliefsen.
Im Parifer Weltausftellungs- Berichte vom Jahre 1867 finden wir in diefer Richtung nichts als einen, den Uebergang von den fchwerfälligen, den gegenwärtigen Zeitverhältniffen nicht mehr entſprechenden, beftandenen Monturs commiffionen auf den gegenwärtigen Befchaffungsmodus anregenden Artikel, woraus fich fchliefsen läfst, dafs auch in Paris dem Heerwefen in diefer Beziehung nicht Rechnung getragen war, was aber bei der ungleich grofsartigeren Anlage der Wiener Weltausftellung billig vorausgefetzt werden konnte.
Schon in Würdigung der fo oft bewahrheiteten Thatfache, dafs die Kriegsverwaltung, wenn gleich unter normalen Verhältniffen den Steuerzahlenden Rechnung tragend, die Armee- Erforderniffe der einheimifchen Induftrie entnimmt, was fich jedoch auf manche induftriearme Staaten felbft unter diefen Verhältniffen nur theilweife anwenden läfst; diefe volkswirthfchaftliche Rückficht aber bei dem Herannahen aufsergewöhnlicher Verhältniffe ihren Abfchlufs findet und der induftriereichfte Staat oft gezwungen ift, zur fchnelleren Befchaffung feiner Bedürfniffe fremde Quellen aufzufuchen, follte die Erfpriefslichkeit einleuchten, durch Vergegenwärtigung der grofsartigen Verhältniffe eine Beurtheilung und Vergleichung zu ermöglichen, hiedurch die vortheilhafteften Bezugsquellen der exceptionellen, im gewöhnlichen Verkehr im Grofsen und Ganzen nicht gangbaren Militär- Bekleidungs- und Ausrüftungsmateriale fchon im Frieden kennen zu lernen und Producenten mit Confumenten in Berührung zu bringen.
Es ift dem Berichterstatter diefes Theiles nicht ein lückenhaftes, fondern ein überhaupt nur kargbebautes Feld für feine Beobachtungen auf der Wiener Weltausftellung geboten worden und die relativ einiges Intereffe bietenden Bemerkungen laffen fich in Folgendem zufammenfaffen:
Herr Eduard Sachs, königlich preufsifcher Hoflieferant, ftellte auf unantaftbarer Höhe fünfzehn Figuren verfchiedener Waffengattungen des preufsifchen Heeres in einer Uniform ohne Rüftung aus. Den Sockel diefer Gruppe bildeten verfchiedene verglaste Fächer, welche Officiers- Equipirungsgegenstände enthielten. Demnach war kaum eine Beurtheilung der Farben zuläffig; eine Beurtheilung des für die Armee in Verwendung kommenden Materiales aber war ganz unmöglich.
Das ruffifche Heer war repräfentirt durch fechs bekleidete, doch nicht ausgerüftete Figuren jener Regimenter, welche die Namen Seiner k. k. apoftolifchen Majeftät und der Herren Erzherzoge tragen.
Ueberdiefs ftellte Herr A. K. Reim aus Petersburg, Fabrikant von Militär Equipirungsgegenftänden und wafferdichten( impermeablen) Geweben, noch einige Ausrüftungsftücke zur Schau, über deren wefentlichfte wir weiter unten einige