Dokument 
Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen

10

Guftav Semrad und Johann Sterbenz.

langt, fo gründen fich diefelben auf Erfahrungen, welche während der mehrjährigen Bewaffnung eines Theiles der öfterreichifchen Armee mit diefem Gewehre gemacht wurden, und haben zum Zweck, die Sicherheit und Rafchheit der Func tionirung des Verfchluffes zu potenziren, die Erzeugung zu erleichtern, dann aber auch das Gewicht der Waffe zu vermindern.

Wefentlich beftehen fie in Folgendem:

Das an einigen Stellen verftärkte Verfchlufsgehäufe hat einen bedeutend kürzeren, muldenförmig ausgehöhlten Schweif; das fpecielle Achslager des älteren Modelles fammt Schraube und die Kreuzfchraube find nicht vorhanden; dagegen befindet fich an der linken Gehäuſewand eine Schraube, welche das Lager für das halbkugelförmige Ende des Patronenziehers bildet; die platten­förmige Verfchlufs- Achfenfeder und die zu ihrer Befeftigung dienende Schraube fehlen.

a

c

Fig. 1.

Das Verfchlufs ftück, von dem die Fig.1 einen fenkrechten Querfchnitt darftellt, ift durch die Ausnehmungen a erleichtert worden, hat eine flacher geformte Mulde zum leichteren Einführen derPatronen und dreht fich nicht mehr mit der Ver fchlufsachfe, fondern um diefelbe. Die Ver fchlufsachfe berhält defshalb ftatt des keil förmigen Kopfes einen fenkrecht abgebogenen Anfatz, welcher in der Stofsplatte liegt, und durch die Stofsplatten- Schraube an den Gehäufeboden rückwärts angefchraubt wird. Die Verfchlufsfeder ift durch eine kurze, ziemlich ftarke, im Verfchlufsftück radial gelagerte Spirale erfetzt, welche in ihrer Lage durch den Boden einer durchlochten Schraube d feft gehalten wird und gegen den Kopf e des in derfelben fteckenden Stiftes drückt welcher bis zur Verfchlufsachfe reicht und fich im geöffneten oder gefchloffenen Zuftand an eine der beiden Keilflächen derfelben anlegt.

Wird das Verfchlufsftück gedreht, fo wird der Stift durch den Keil der Verfchlufsachfe fo lange herabgedrückt und die Spirale zufammengeprefst, bis der Keil auf der Kopffläche des Stiftes fenkrecht fteht.

Bei einer etwas weiteren Drehung des Verfchlufsftückes fchnellt die Spirale nach innen aus und veranlafst in Folge des excentrifchen Druckes die rafche Vollendung der Drehung.

Beim Modell 1873 wird das Zurückgehen des Verfchlufsftückes beim Oeff nen durch einen im Gehäufe befindlichen Schraubenzapfen bewirkt, welcher in die Patronenzieher- Nuth des Verfchlufsftückes eingreift.

a

Fig. 2.

Bei dem Schloffe, wel ches durchFig.2 veranfchaulicht ift, liegt der Hammer a an der inneren Sei­te der Schlofs­platte und( Mit­telfchlofs) ift fo wie die Stangeb auf Zapfen cauf gefteckt, welche mit der Schlofs­platte aus einem Stück gearbeitet find.