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Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
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Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen.

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Schweden hat zwei Factoreien, welche fich mit der Anfertigung von Kriegs­gewehren befaffen; die eine, Carl Gustavs Stad( Eskiltuna), gehört dem Staate, die zweite, Husquarna, einer Privatgefellfchaft. Von beiden Factoreien fabricirte Gewehre, Karabiner u. f. w. waren ausgeftellt, und zwar die von Carl Guftavs Stad durch das Kriegsminifterium. Ein Remingtongewehr, angefertigt in dem letztgenannten Etabliffement, koftet 35 Francs, und gekauft von Husquarna 48 Francs; ein Karabiner koftet in Carl Guftavs Stad 33 Francs.

Das Remingtongewehrfchwedifchen Modells hat einen Kaliber von 12'17 Millimeter und wiegt 4'7 Kilogramm; die Patronen haben Kupferhülfen mit Randzündung; das Projectil wiegt 24, die Ladung 4 25 Gramm. Die Anfangs­gefchwindigkeit beträgt beim Gewehr 400, beim Karabiner 340 Meter.

Zu den Gewehrläufen wird dermalen ausfchliefslich gewalzter Beffemer­ftahl von dem Werke Fager ft a verwendet. Husquarna wurde durch Guftav Adolph II. 1624 in der Stadt Jönköping angelegt und benützte man damals die Fälle des Husquarna nur zum Laufhammer. Zu Ende des vorigen Jahrhundertes wurde jedoch die Gewehrfabrik allmälig nach Husquarna verlegt. Bei der Factorei find jetzt 360 Männer und 55 Kinder unter 15 Jahren angeftellt. Die Werkstätten werden mit Wafferkraft betrieben, doch gelangen von den vorhan­denen 4000 Pferdekräften nur 200 zur Benützung.

Zu den Schäften wird vierjähriges, trockenes Birkenholz aus Småland, Weft und Oftgöthland bezogen. Jährlich werden ungefähr 30.000 Gewehre angefertigt, wobei 187 Arbeitsmafchinen in Thätigkeit find; es ift jedoch zu bemerken, dafs ein Theil diefer Mafchinen auch zur Fabrication von Nähmaschinen herbeigezogen wird.

Die Gewehrläufe werden fehr ftrengen Gewaltproben unterworfen, wozu Pafskugeln von 25.50 Gramm Gewicht und 125 Millimeter Durchmeffer genommen werden; die Läufe find hiebei nur vorgebohrt. Zuerft wird ein Schufs mit obengenannter Kugel und 19 12 Gramm Pulver, dann einer mit 38.25 Gramm Pulver und einer Kugel gegeben, wornach die Anzahl der Kugeln mit Beibehal­tung derfelben Pulvermenge bis auf neun gefteigert wird. Nun vermag das Pulver­gas die Kugeln mitunter nicht mehr aus dem Laufe zu treiben, fondern entſtrömt durch das Zündloch. Solche Läufe werden nach dem Ausfchmelzen der Kugeln neuerdings geladen und weiter befchoffen. Bei einer im Mai 1872 in Carl Guftavs­Stad vorgenommenen Laufprobe konnte ein Lauf erft dann gefprengt werden, nachdem er eine vierzehnmal gröfsere Pulverladung, als für welche er conftruirt worden, ausgehalten hatte. Gewöhnlich zeigt fich, wenn einmal die Anzahl der Kugeln gefteigert wird, an der Stelle, wo die Kugeln faffen, eine geringe Erwei­terung, die aber, da die Läufe noch nicht kalibermäfsig gebohrt find, nichts auf fich hat.

Rufsland. Die kaiferliche Gewehrfabrik in Slatouft, die Seft­roretzer und die Gewehrfabrik in Tula hatten Gewehre nach dem Trans­formationsfyfteme Krnka und nach Berdan II ausgeftellt. In allen drei genannten Werken wird die Gewehrerzeugung gegenwärtig in grofsem Umfange betrieben, und haben diefe Etabliffements durch die eingefendeten Proben bewiefen, dafs fie auf der Höhe der Zeit ftehen, und jeder technifchen Anfor­forderung entſprechen können. Die Conftruction des Krnkagewehres ift wohl als genügend bekannt anzunehmen, dagegen dürfte eine kurze Andeutung bezüglich des Modelles Berdan II am Platze fein. Das Gewehr Berdan II zeigt eine grofse

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* Der Stahl für Gewehrläufe hat folgende Beftandtheile:

O'25 Percent Kohlenftoff

0.036 O'234 0'022

Silicium

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Mangan

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Phosphor und Spuren von Schwefel.