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Guftav Semrad und Johann Sterbenz.
Im erften Drittel der Kummethölzer von oben befindet fich zu beiden Seiten ein Ring, wahrfcheinlich zum Einhängen der Zugftrang- Anfätze; von diefem Ringe angefangen find die Kummethölzer bis zur unterften Krümmung und mit Ausnahme der äufseren Theile mit einer mäfsigen Polfterung verfehen, welche am Zugpunkte die Stärke von 2 Zoll erreicht.
Am Zugpunkte ift ein Oehr befeftigt, an dem fich ein längliches Kettenglied und in diefem nebft dem Haken zum Einhängen des Zugftranges an einem Riemenftück ein Zugring von 3 Zoll Durchmeffer befindet. In diefen Ring find 2 Schallenftücke eingenäht, und zwar eines für den vorderen Tragriemen und eines für den Widerhaltriemen. Zur Unterlage diefer Vorrichtung und um das Pferd gegen Reibungen und Befchädigungen zu fchützen, ift am Kummetholz beim Zug. punkte ein I Schuh langes und 4 bis 6 Zoll breites Lederftück angenagelt.
Der vordere Tragriemen ift ein integrirender Theil der Sattelobergurte und bildet eine Verlängerung der Widerhaltriemen. Die Deichfel wird fonach vom Sattel und nicht vom Kummet aus getragen. Der Widerhaltriemen, welcher in die correfpondirenden Schnallenftücke am Zugringe eingefchnallt ist, wird durch die an dem Deichfeljoche, einer Eigenthümlichkeit der fchwedifchen Gefchirre, befindliche Rolle durchgezogen. Der Sattel ift durch einen Gürtel mit dem Kummet und durch einen anderen mit dem Schweifriemen in Verbindung. Die nicht gefchwärzten Zugftränge laufen vom Zugringe bis zur Bracke dop pelt. und haben an ihrem Ende einen Haken zum Einhängen in das Oehr
der Bracke.
Der Umlaufriemen befteht aus drei Theilen, und zwar aus den beiden am Zugringe eingenähten und dem um die Oberfchenkel des Pferdes laufenden Theile, welche durch Schnallen verbunden werden.
Das Kopfgeftell mit Stangen- und Trenfenzäumung halten wir für den Fahrartilleriften zu complicirt, und erklären uns deffen Einführung nur vom Standpunkte der Einheitlichkeit. Die Einrichtung desfelben ift aber finnreich, nachdem jeder Theil für fich allein ebenfogut wie alle zufammen gebraucht werden können. Der Stallhalfter- Riemen dürfte im Bivouak wohl nicht genügen. Das Kummet entfpricht den Anforderungen, die an ein folches geftellt werden können; es ift hinlänglich ftark, nicht zu fchwer, nicht übermäfsig gepolstert und nach Bedarf zu fchnallen.
Der Sattel ift zweckmäfsig, doch würden wir der tuchenen Schabracke ein Sitzleder vorziehen. Das Anbringen von 5 Tafchen am Sattel, von denen 2 das Gepäck des Soldaten, 2 die Fourage und I die Putzrequifiten bergen, fcheint uns ebenfowenig zweckmässig, wie die Ausrüftung des Fahrers mit dem langen Pallafch; dagegen halten wir für fehr praktiſch, dafs die Deichfel vom Sattel aus getragen wird.
Das Gefchirr für Mittel- und Vorauspferde hat alle Theile wie das Stangengefchirr mit Ausnahme des Umlaufriemens. Das Gefchirr für Zugpferde bei Packwagen, Feldfchmieden und Handwerkerwagen unterfcheidet fich jedoch von dem früher befchriebenen durch Folgendes:
Die Gefchirrhalfter befteht blofs aus den für Trenfengebiffe beftimmten Backenftücken fammt Kehl- und Stirnriemen; das Trenfengebifs hat keinen Oberbaum, wohl aber Knebel, und find in die Augen des Gebiffes die Leitfeile eingefchnallt.
Die Leitfeile find beiläufig 3 Linien ftarke Stricke, welche wie die Kreuzzügel angeordnet und mit Schnallenftücken verfehen find.
Das Kummet differirt von dem früheren dadurch, dafs die Kummethölzer am Widerrift nicht gegen einander geneigt ftehen, fondern deren oberfte Theile nach aufsen gefchweift find. An diefer Schweifung find an der Aufsenfeite drei Klammern unter einander angebracht, durch welche das Kummet nach Bedarf mittelft eines Riemens gröfser oder kleiner gemacht werden kann.
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