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Allgemeine Bewaffung und Artilleriewesen : (Gruppe XVI, Section 2) ; Bericht / von Gustav Semrad u. Johann Sterbenz
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Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen.

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Für die Gefchoffe wird Kanonen- Gufseifen verwendet. Laffete und Rahmen find der Hauptfache nach aus Eifenblech und nur gewiffe Theile aus Gufseifen, Stahl oder Bronce erzeugt.( Fig. 19.)

Die Wände der Laffete beſtehen aus 13 Linien dicken, durch Bolzen und Bleche verbundenen Eifenplatten, welche in der Gegend der Schildzapfenlager durch aufgenietete Bleche verſtärkt find. Die Höhenrichtung wird mit einer dop­pelten Zahnbogen- Richtmafchine gegeben, deren Vorgelege mittelft der durch die Handrädchen e zu bewegenden Schneckenfchrauben zur Thätigkeit gebracht werden. Die Laffete ift vorn und rückwärts mit gufseifernen Rollen verfehen; die letzteren ruhen in excentrifchen Lagern, und ftehen mit einer herzförmigen Scheibe a, in welcher zwei Raften eingefchnitten find, in Verbindung. Durch die Drehung diefer auf der Rollenachfe aufgekeilten Scheiben werden die Rollen niedergedrückt oder aufgezogen, und in der jeweiligen Lage durch die Stellklinke b erhalten, welche mittelft einer Feder gegen die Scheibe drückt.

Der Rahmen befteht gleichfalls aus fchmiedeeifernen, 8 Linien dicken Wänden, mit aufgenieteten Winkeleifen, welche die Sohle des Rahmens bilden. Die Wände find 15 Schuh lang und nach vorne um 5 Grad geneigt. Der Rahmen fteht vorn und hinten auf gufseifernen Rollen, von denen die letzteren gröfser im Durchmeffer und an ihrem Umfange mit Löchern zum Einfetzen von Handfpeichen verfehen find.

Auf jeder Rahmenwand ift ein fefter( c) und ein verftellbarer( d) Rücklauf­ftollen mit der Beftimmung angebracht, das Aufftellen der Laffete auf die Rollen, und das Entlaften der letzteren felbftthätig in Folge des Rücklaufes und Vorrollens der Laffete zu bewirken. Es gefchieht diefs auf folgende Art: Nach dem Schuffe fchleift die Laffete, den Rücklaufftollen d, über welchen die Herzfcheibe a vorſteht, paffirend auf dem Bodenblech foweit zurück, bis die Scheibe gegen den feften Stollen c ftöfst, worauf diefelbe gedreht, die Rollen nieder­gedrückt, und die letzteren in diefer Lage durch die in die zweite Raft ein­fallende Stellklinke erhalten werden. Nun läuft die Laffete auf den Rollen fo weit vor, bis die Klinke, über den feften Rücklauf- Stollen ftreichend, aus­gelöft wird; fobald diefs gefchieht, dreht fich die Scheibe, bis die Klinke in die erfte Raft einfällt, und hebt dadurch die Rollen in die Höhe. Zur Begren­zung des Rücklaufes, fowie des Vorrollens des Gefchützes find rückwärts am Rahmen je zwei Puffer h und i aus Kautfchuckfcheiben und dazwifchen ein­gelegten eifernen Ringen angebracht. Zur Hemmung und Abfchwächung des Rücklaufes dient eine hydraulifche Bremfe, deren Cylinder/ mittelft der Bänder m m an dem Rahmen befeftigt ift, während die Kolbenftange g mit der Laffete durch den auf dem Stirnbleche derfelben aufgenieteten Träger fin Verbindung fteht.

Zum Geben der Seitenrichtung dient ein in der Mitte des Rahmens, und zwar hinter den vorderen Rollen angebrachtes Conusrad o, deffen Zähne in einen auf der Bettung befeftigten Zahnbogen eingreifen.

Die Bewegung diefes Zahnrades, auf deffen Achfe rückwärts desfelben ein Schneckenrad p angebracht ift, wird unmittelbar durch eine auf der Achfe des Zahnrades q befindliche Schneckenfchraube und mittelbar durch das Hafpel­kreuz und Vorgelege r bewirkt.

Die Schneckenfchrauben- Welle durchfetzt beide Rahmenwände, und trägt an ihren Enden Kneiffcheiben s, welche an Zahnrädern q angegoffen find.

Zum Zurückführen der Laffete werden Taue benützt, die in den Haken k eingehängt, und über die rückwärts angebrachten Rollen t um die Kneiffcheiben gefchlungen werden. Wie man fieht, hat das Räderwerk einen doppelten Zweck, nämlich das Geben der Seitenrichtung und das Einholen der Laffete. Um diefe beiden Aufgaben erfüllen zu können, ift der Keil, mit welchem das Rad q auf der Welle aufgekeilt ift, fehr leicht in feinem Lager verfchiebbar. Wird derfelbe her­5*