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Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen...
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8 Schufs mit derfelben Ladung mit Projectilen von 117 Pfund( 58.5 Kilogramm).
Zu diefer Gewaltprobe wurden fefte Patronen( 94.8 Millimeter Durchmeffer) genommen; die Gefchoffe beftanden aus 13pfündigen Cylindern.
Nach dem 8. Schufs der letzten Serie fand man einen Sprung in der ftählernen Kernröhre, der fich von dem glatten Theile der Bohrung bis an die Mündung erftreckte.
Die nach den normalen Schüffen gemeffenen Bohrungserweiterungen, deren Maximum im vorderen Theil des Gefchofslagers 0126 Millimeter betrug, hatten noch nicht die Grenze der geftatteten Erzeugungstoleranz erreicht.
Nach den Gewaltfchüffen betrug die gröfste Erweiterung o'690 Millimeter, und zwar im vorderen Theile der Seele, wo die warzenlofen Cylinder mit ihrer harten Oberfläche die Felder gerieben haben. Längenftreifen und Ausbrennungen traten zum Schluffe deutlich hervor, ohne dafs ihre Tiefe jedoch o 3 Millimeter überschritten hätte; im glatten Theile des Laderaumes wurde keine Veränderung conftatirt.
England. Stahlwerke von Th. Firth& Sons, Norfolk Works in
Sheffield.
In neuerer Zeit hat der Firth ftahl viel von fich reden gemacht. Es ift diefs eine Gattung Tiegelgufs- Stahl, welcher ausfchliefslich aus cementirtem fchwedifchem Eifen dargestellt wird, und feiner vorzüglichen Eigenſchaften wegen fich zur Fabrication von Gefchützrohren ganz befonders eignet.*
Englifche Gefchützfabrikanten halten diefen Stahl geradezu für das befte Kanonenmetall.
Firth& Sons ezeugen dermalen keine completen Gefchütze, fondern befaffen fich nur mit der Herftellung von dazu gehörigen Stahlblöcken, die fie auf Verlangen einfach ausgefchmiedet oder vollſtändig appretirt liefern. Der Vorgang bei der Ausfertigung der Stahlfeelen ift ungefähr folgender:
Die Ingots für alle Kanonen werden mit 13 Gewichtszugabe maffiv in jener Länge gegoffen, welche die Stahlfeele im fertigen Zuftande erhalten foll, worauf fie forgfältig auf den beiläufigen Durchmeffer mit wuchtigen Dampf hämmern ausgefchmiedet werden.**
Durch diefen Vorgang beabfichtigt man die vollständigfte Homogenität des Blockes herbeizuführen, welche unbedingt nothwendig ift, wenn das Gefchütz jene Ausdauer und Verlässlichkeit gegen das Zerfpringen bieten foll, die man zu fordern bemüffigt ift.
Das Hohlgiefsen und nachmalige Ausfchmieden über einen Dorn gibt erfahrungsgemäfs keine Gewähr für die Homogenität des Stückes, und laffen fich auch metallurgifche Principien gegen diefe Methode ins Treffen führen.
Nach dem Schmieden werden die Blöcke auf die entſprechenden Dimenfionen abgedreht, gebohrt und, nachdem die Bohrung mit Zügen verfehen ift, in Oelgehärtet.
Durch das letztere Verfahren, wodurch die Bohrung widerftandsfähiger gegen die Einwirkung der Gafe und unempfindlicher gegen die Abnützung durch die Projectile wird, erleidet der Stahl allerdings an Dehnbarkeit eine geringe
* Das Etabliffement befitzt in Schweden einen mächtigen, vielleicht den gröfsten Stock von Eifenerzen, die fogenannten Marken Dannemora. Die Giefserei hat 410 CoaksSchmelzöfen für je zwei Tiegel und eine gröfsere Anzahl von Cementöfen, deren jährliche Production fich auf 10.000 bis 12.000 Tonnen Stahl beziffert.
** Das Werk befitzt aufser einer Serie von Dampfhämmern bis zu 12 Tonnen noch zwei doppelwirkende nach dem Syftem von R. Wilfon conftruirte Hämmer von je 25 Tonnen Gewicht, die mächtigften, welche in England exiftiren; fie wurden von J. Nasmyth& Comp. in Manchefter gebaut. Die beiden Hämmer, von denen jeder eine Kolbenfläche von 14'500 Centimeter befitzt, arbeiten mit 3 Meter Hubhöhe und doppeltem Effect, das ift mit mehr als 50 Tonnen, wodurch felbft die fchwerften Stahlblöcke bis auf ihre Seele wirkfam gefchmiedet werden können.