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Johann Lauer.
Fabriks- Actiengeſellſchaft in Meiffen; von Howke& Martin in Genf; von Bickford- Smith& Comp. in Tückingmill, Cornwall; von Th. Winborg von Lindolen's Compagnie in und von Liljeholmen in Stockholm;
Chriftiania.
Alle diefe Zündfchnüre haben Pulverfeelen, welche mit Rücksicht auf die Verwendung der Zündfchnüre in trockenen, feuchten oder naffen Mitteln, auf verfchiedene Art umfponnen und weniger oder mehr mit Kalk, Theer etc. gedichtet werden.
Nach dem Zwecke, für welchen diefe Zündfchnüre erzeugt find, unterfcheidet man gewöhnliche, Sumpf- und wafferdichte Zündfchnüre. Unter letzteren verfteht man meiftens die mit Guttapercha- Umhüllungen verfehenen Zündfchnüre für Zün dungen unter Waffer, in welchem fie felbft bis auf 15 Fufs Tiefe brennen, während mit den Sumpfzündfchnüren höchftens auf acht Fufs Tiefe unter Waffer gezündet werden kann.
Die rafchbrennenden Zündfchnüre, bis jetzt ausfchliefslich in der MilitärSprengtechnik angewendet, ermöglichen die nahezu gleichzeitige Zündung mehrerer Ladungen.
In Oefterreich ift die vom beftandenen k. k. Geniecomité dargestellte Bleizündfchnur" in Anwendung.
Die Veranlaffung zur Erzeugung diefer Zündfchnur gab die amerikanifche rafchbrennende Zündfchnur„ fafety fufe". Diefelbe enthält ein Zündband, auf welchem eine alkoholifche Mifchung aus gleichen Theilen Bleieifen- Cyanürs und chlorfaurem Kali aufgetragen ift.
Der öfterreichifche Geniegeneral Baron Ebner war nun beftrebt mit diefer Zündmifchung Wollfäden zu imprägniren und diefe mit einer entſprechenden Umhüllung zu verfehen. Er projectirte einen Apparat, welcher diefe Wollfäden durch die erwähnte alkoholifche Mifchung zieht und diefelben, nachdem fie mit diefem Satze behaftet find, felbftthätig mit einem Bande umhüllt. Nach vollſtändiger fcharfer Trocknung wird die Schnur nach einem vom öfterreichifchen Genie- Hauptmanne Thill ausgebildeten Verfahren mit dünnem Blei umhüllt, refpective in ein Bleirohr eingezogen und diefes an die Zündfchnur geprefst, wodurch diefelbe vor allen äufseren Einflüffen gefchützt ift.
Das grofse Gewicht der Bleiumhüllung und die Sprödigkeit des Bleies bei grofser Kälte veranlafsten den öfterreichen Artillerie- Hauptmann Trawniczek die Bleihülle durch eine Kautfchukhülle zu erfetzen. Für die Imprägnirung der Wollfäden wählte Trawniczek eine Mifchung aus gleichen Theilen Schwefelantimon und chlorfaurem Kali, einen Satz, deffen Beftandtheile überall leicht zu haben find, und der zur völligen Mifchung kaum ein Viertel jener Zeit braucht, wie die aus Bleieifen- Cyanür und chlorfaurem Kali beftehende Satzmifchung.
Die Fortpflanzung des Feuers ift eine ungemein rafche, denn 100 Klafter einer der beiden rafchbrennenden Zündfchnüre haben nur drei Secunden Brenndauer.
Trotz der vielen Vorzüge diefer Zündfchnüre, entſprechen diefelben bis jetzt noch nicht vollständig den Grundeigenfchaften, welche man an eine tadellofe Zündmethode ftellt, nämlich: fichere und rafche Wirkung felbft aus grösserer Entfernung; Gleichzeitigkeit in der Zündung verbundener Ladungen; fortdauernde Erhaltung der Zündfähigkeit; und leichte Anwendung in jedem Medium. Solchen Anforderungen kann nur die Zündung mittelft Elektricität voll ftändig genügen, und es ift das grofse Verdienft des öfterreichifchen Generals Baron Ebner die Wichtigkeit der elektrifchen Zündung für Kriegszwecke zuerft erkannt und diefe hiefür nutzbar gemacht zu haben.
Die Benützung der Principien der Elektricität zum Zünden von Spreng ladungen läfst fich in folgende drei Operationen theilen: a) Erregung der erforder lichen elektriſchen Spannung; b) Herftellung der Strombahn oder Leitung; c) Einfügung der Unterbrechungsftellen an jenen Orten, wo die Zündung erfolgen foll