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Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht / von Mosetig von Moorhof, k.k. Primararzt und Universitätsdocent
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Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.

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Befondere, eigens zum Bleflirtentransporte conftruirte Wagen find daher unentbehrlich und nothwendig, denn das Wohl und Wehe der fürs Vaterland gefallenen Helden ift davon grofsentheils abhängig. Diefe Wagen müffen vor Allem leicht und ficher fahrbar fein, und möglichst viel Bleffirte unbefchadet ihrer relativen Bequemlichkeit und den Bedürfniffen des Einzelnen ftrenge Rechnung tragend, aufnehmen können, damit man die Zahl jener, denen die fchwere Wahl erübrigt, entweder am Schlachtfelde zu verbleiben, oder auf landesüblichen Wagen fich torturiren zu laffen möglichft verringere.

Der Wagen foll zweifpännig fahren, denn mit einem Drei- oder Vier­gefpann ift er entfchieden ſchwerer zu lenken, die Pferde find an Schlachttagen fchwer zu befchaffen und ein vierfpänniger Wagen vermehrt auch um ein bedeu­tendes die Länge der Fahrcolonne. Ein Zweigefpann, wenn es nicht Elite- Pferde find, vermag aber in jedem Terrain, und gute Fahrftrafsen ftehen dem Bleffirtenwagen nicht immer zu Gebote, kaum mehr als 25 Centner anftandslos fortzubringen. Es geht daraus hervor, dafs der Wagen demnach im leeren Zuftande nicht ein gewiffes Gewicht überfteigen darf, und dafs auch die Zahl der bedauerns­werthen Fahrgäfte eine beftimmte fein mufs. 13 Centner wäre das annehm­barfte Gewicht für den leeren Wagen, 14 darf er nicht über­fteigen; es verblieben nach diefer Annahme II bis 12 Centner für die Ladung, alfo beiläufig 8 bis 10 Mann. Leider mufs darunter auch ein Gefunder gerechnet werden, nämlich der Kutfcher, denn ein reitender Kutfcher ift ganz unzuläffig, er ermüdet rafcher eines der Pferde, und kann auch nicht den Wagen fo gut und ficher lenken als vom Kutfchbocke aus. Von der Lenkung des Wagens hängt aber der gute Transport ab, denn über Steine und Gräben fahren erfchüttert jeden Wagen.

Trotz dem im Vergleiche zur Ladung relativ geringen Eigengewichte mufs der Wagen aber auch folid fein, auf dafs er auf fchlechten Fahrwegen nicht zufammenbreche. Die Verwirklichung diefes Poftulates bietet genug techniſche Schwierigkeiten, und diefe mögen wohl der Grund fein, warum man bisher ihnen ftets aus dem Wege ging, und fich auf die einfache Weife half, den Wagen abfolut fchwerer und dafür die Ladung geringer zu machen. Wenn man im Ganzen nur vier Mann fortfchaffen will, dann kann der Wagen allerdings felbft 18 Centner wiegen und dann ift die Kunft ihn fehr refiftenzfähig zu bauen allerdings nicht grofs. Eine weitere Schwierigkeit bieten die Räder. Könnte man fie niedrig machen, dann käme diefs der Sicherheit vor dem Brechen oder Umfallen aller­dings zu Gute, allein diefs kann und darf nicht fein, die Räder follen im Gegen­theil fo hoch fein, dafs jedes Steckenbleiben des Wagens in ftark durchweichtem, oder aufgeackertem Boden, oder in tiefem Schnee nicht leicht möglich fei; fie follen hoch fein, damit die Unebenheiten des Bodens fich nicht allzu ftark fühlbar machen, und damit die Pferde den Wagen leichter ziehen können. Das Fahr­geleife eines Bleffirtenwagens foll dem jeweilig landesüblichen entfprechen, denn im gegentheiligen Falle würde er den Fahrfpuren ausgefahrener Wege nicht entfprechen können, und diefs mufs forglichft vermieden werden, um die Erschütterung möglichft zu verringern und um die Zugkraft der Befpannung

zu fchonen.

Wir gelangen nun zu dem wichtigen Punkte der Erfchütterung. Um diefe auf das geeignetfte Mafs zu reduciren, annuliren läfst fie fich leider nicht, wären zwei Erforderniffe beim Wagenbau zu erfüllen. Einerfeits müffen die Achfen­federn vorzüglich fein, und zweitens follte der Verwundete im Wagenkaften felbft fchwebend erhalten werden, denn ein fchwebender Gegenftand wird durch Stöffe nur in Schwingungen verfetzt. Diefer Punkt der fchwebenden Befeftigung des Bleffirten oder beffer gefagt, die Frage der Suspenfion ift fo klar, dafs man meinen follte, Jedermann müfste ihre Wichtigkeit und Richtigkeit einfehen und anerkennen. Und doch ift es nicht fo, und Fachmänner ftreiten fich darüber, trotz Phyfik und Logik, obwohl die Widerfacher die eigene Hand, falls fie verletzt